Neuseeland öffnet seine Grenzen

Arbeitskräfte, Studenten, Working Holiday-Reisende und Touristen dürfen wiederkommen

Lange gab es eine große Unsicherheit, wann eine Reise oder Einwanderung nach Neuseeland wieder möglich sein wird. Jetzt hat die Regierung einen ganz konkreten Fünf-Stufenplan veröffentlicht, wann die Grenzen für welche Reisende wieder öffnen. Schon im Februar und März gibt es Entschärfungen, spätestens ab Juli können Deutsche mit jeglichem Visum wieder einreisen. Was es zu beachten gibt und welche Fakten bereits bekannt sind, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington.

„Das lange Zittern ist endlich vorbei. Dies ist der Moment, auf den so viele Neuseelandinteressierte sehnlichst gewartet haben“, freut sich auch Peter Hahn mit vielen seiner Klienten. Premierministerin Jacinda Ardern geriet zunehmend unter Druck und reagierte jetzt mit mehr Risikobereitschaft und den detaillierten Grenzöffnungsphasen in einer über einstündigen Regierungsansprache.

Abwanderung, Unzufriedenheit und Druck auf den Arbeitsmarkt

Schon seit mehreren Wochen nimmt der Druck auf die neuseeländische Regierung drastisch zu. Wo einige einer Grenzöffnung noch kritisch oder ängstlich gegenüberstehen, begrüßen andere die Ankündigung der neuen Phasen zur Wiederöffnung Neuseelands. Die Fakten sind klar. Rund 150-250 Corona-Fälle täglich hat das Land derzeit zu verzeichnen. Dafür liegt die Arbeitslosigkeit momentan auf einem Rekordtief von nur 3,2 Prozent im letzten Quartal. Dabei stieg das Durchschnittseinkommen um 2,8 Prozent, ein Anstieg, den es so seit 2009 nicht mehr in Neuseeland gab. „Diese Entwicklungen und eine Omikron-Welle setzen den ohnehin schon engen Arbeitsmarkt 2022 weiter unter Druck“, erklärt ASB Senior Wirtschaftswissenschaftler Mark Smith. „Es fehlt schlichtweg in vielen Sektoren an Personal.“

Nach neusten Umfragen und Statistiken ist auch die Bereitschaft trotz der Pandemie abzuwandern, immer größer. Besonders junge Menschen zieht es aus Neuseeland heraus, sie wollen nach den langen Monaten des Wartens internationale Erfahrung sammeln und verlassen Neuseeland. So sind dem Land faktisch bereits 4.000 Menschen verloren gegangen, deren Unzufriedenheit und Ungeduld über die bislang geschlossenen Grenzen sie nach Australien oder Übersee zog. „Es kann doch keiner wirklich sagen, was in der Zukunft bezüglich der Pandemie noch passiert. Ich bin es leid zu warten und suche jetzt internationale Erfahrung und eine bessere Bezahlung, erklärte beispielsweise Ingenieurin Gabi Steer, bevor sie nach England abwanderte. So wie ihr ergeht es vielen Neuseeländern und der ohnehin schon überlastete Arbeitsmarkt gerät dadurch weiter ins Wanken. „Die Lage wird wirklich problematisch und erhöht die Probleme, beispielsweise im Gesundheitssektor, weiter“, gibt Erica Stanford, Immigrations- und Bildungssprecherin der National Partei zu bedenken. „Wir müssen jetzt wirklich versuchen, unsere jungen talentierten Arbeitskräfte zu halten!“ Die sogenannte ‚Brain Drain‘, die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften ins Ausland, soll gestoppt werden.

Die Labour Partei und im speziellen die Premierministerin musste durch die Begebenheiten und die Unzufriedenheit der Bevölkerung jetzt schnell reagieren. Ihr Beliebtheitsgrad sank in den letzten Umfragen deutlich, so dass nun die Entscheidung, sich der Welt wieder zu öffnen, sehr begrüßt wurde.

Phase 1 des Stufenplans – Kiwis aus Australien nach Hause holen, 28. Februar 2022

Neuseeländer, die in Australien festhängen, können ab dem 28. Februar endlich ohne in die gemanagte Quarantäne-Einrichtung zu müssen, nach Hause reisen. Kiwis dürfen dann aus Australien einreisen, wenn sie voll geimpft sind und sich danach in Selbstisolation begeben. Das große Thema war bislang, einer der begehrten und sehr begrenzten Plätze in einer der Quarantäneeinrichtungen MIQ zu bekommen, was damit wegfällt.

Zudem wird die Einreise für Arbeitskräfte in bestimmten Berufssektoren mit Hilfe der sogenannten Border Exceptions weiterhin möglich sein. Dazu gehören beispielsweise Farmmanager, Tierärzte, Lehrer oder Tech Workers. „Mit Hilfe des Critical Purpose Visitor Visa bekomme ich diese Personen nach Neuseeland, wenn sie hier bereits einen Job gefunden haben und in manchen Fällen ein Minimumgehalt verdienen“, weiß der Immigrationsberater. „Wer dann erst einmal im Land ist, für den können wir das entsprechende Arbeitsvisum beantragen.“ Neuseeland sucht hier top qualifizierte Leute, die den Arbeitsmarkt deutlich entlasten können.

Mit der Ankunft bekommen diese geimpften Personen den ersten Schnelltest, der dann nach fünf Tagen wiederholt wird. Positive Schnelltests müssen mit einem PCR Test bestätigt werden.

In Zuge der Selbstisolation werden im Laufe der kommenden Monate dann einige Hotels, die derzeit als Managed Quarantine Fascilities umfunktioniert sind, wieder in Gästehäuser zurück verwandelt werden.

Phase 2 – Grenzöffnung für Working Holiday Visa, Studenten & Arbeiter, 14. März 2022

Die zweite Stufe der Grenzöffnung erlaubt schon wesentlich mehr Besuchern rund um den Globus, nach Neuseeland zu fliegen. Auch hier dürfen bestimmte Berufsgruppen, in deren Sektor der Arbeitsmarkt stark unter Druck steht, mit einem Joboffer über die Border Exception einreisen. „Dazu gehören die Critical Worker auf den entsprechenden Listen, so wie Farmmanager oder Personal aus dem IT-Bereich“, berichtet Peter Hahn. „Außerdem gibt es eine Auffangkategorie für Skilled Worker, die ein Minimumgehalt vom 1,5-fachen des Durchschnittsgehalts vorweisen können. Das ist momentan ein Bruttojahresgehalt von 84.240 NZD.“

Für Interessierte ist deshalb jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, sich nach einem Job in Neuseeland umzusehen. „Neuseeland sucht dringend qualifizierte Bewerber und sobald sie ein Joboffer in der Tasche haben, kann ich für meine Kunden die nötigen ersten Schritte zur Einreise, Arbeit oder Einwanderung einleiten.“

 

„Besonders für viele junge Deutsche ist das Working Holiday Visum in Neuseeland interessant, welches tatsächlich wieder am 14. März 2022 zur Einreise genutzt werden kann“, verrät Peter Hahn. Der Immigrationsberater weiß um die vielen reisehungrigen jungen Menschen, die bereits in den Startlöchern stehen und nur darauf warten, endlich wieder die Welt erkunden zu können. „Neuseeland war und ist eines der Traumziele für viele. Das Visum kann in Kürze auch wieder ganz simpel von allen online beantragt werden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch jünger als 31 sind. Man hat dann ein Jahr Zeit für die Anreise“, erklärt der Immigrationsberater. Ein Working Holiday Visum berechtigt den Halter, dann ein Jahr in Neuseeland herum zu reisen und zu arbeiten. Für saisonale Sektoren in Neuseeland, wie den Tourismus, die Gastro-Branche oder die Landwirtschaft, bedeutet das eine enorme Entlastung.

Auch in Phase 2 gilt nach Einreise für vollständig Geimpfte die Selbstisolation, die allerdings nun auf sieben Tage verkürzt und zusätzlich mit mehreren Schnelltests während dieser Zeit angesetzt wird. „Übrigens, wer die Selbstisolation auf die leichte Schulter nimmt und erwischt wird, muss mit Strafen bis zu 12.000 NZD rechnen“, warnt Peter Hahn.

Phase 3 – Studieren pünktlich zu Semesterbeginn, 13. April 2022

Bis zu 5.000 internationalen Studenten soll die Tür nach Neuseeland in Step drei ermöglicht werden, damit sie zum Semesterbeginn am 24. Juli 2022 vor Ort sein können. „Ob es ein Auswahlverfahren geben wird, wie beispielsweise nach Bewerbungsreihenfolge oder Wahl des Studiengangs, ist leider momentan noch nicht klar“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Für viele Neuseelandinteressierte ist der Weg über einen Studienaufbau in Neuseeland auch manchmal die Möglichkeit, ohne ein Joboffer einzuwandern“, gibt der Einwanderungsberater als Tipp. „Mit dem sogenannten Student Pathway, bekommt man nach erfolgreich abgeschlossenem Studiengang für drei Jahre ein Work Visum und mit diesem ist die Jobsuche dann deutlich leichter als ohne Arbeitserlaubnis. Zudem hat man die Chance, Neuseeland selbst, die Lebens- und Arbeitsbedingungen schon einmal ganz unverbindlich kennenzulernen vor Ort und wichtige Kontakte zu knüpfen.“

Auch Visahalter, die bereits ein temporäres Visum jeglicher Art für Neuseeland besitzen, jedoch aufgrund ihres Aufenthalts außerhalb Neuseelands bislang nicht einreisen durften, haben jetzt die Möglichkeit mit ihrem Visum ins Land zu gelangen.

Auch in Phase drei müssen sich die Einreisenden in siebentägige Selbstisolation begeben und während dieser Zeitspanne immer wieder mit Schnelltests auf Corona überprüfen.

Phase 4 – Neuseeland öffnet sich der Welt, spätestens ab Juli 2022

Spätestens ab Juli dieses Jahres sollen die Grenzen dann für alle Reisenden aufgehen, die geimpft sind und aus einem der sogenannten Visa Waiver Countries kommen, zu denen Deutschland gehört. Ohne vorherige Beantragung eines Besuchervisums dürfen dann auch Touristen einreisen, um in Neuseeland Urlaub zu machen. „Ob man bis dahin dann noch eine Woche in Selbstisolation muss, was für Touristen ja recht unkomfortabel wäre, ist noch nicht klar“, bemerkt Peter Hahn und verspricht, Updates zu geben, sobald weitere Details bekannt werden.

„Im Juli 2022 tritt dann auch das neue Accredited Employer Work Visa in Kraft. Wer dann nach Neuseeland einwandern möchte, braucht ein Joboffer, kann jedoch bereits mit einem Arbeitsvisum einreisen und muss nicht den Umweg über ein Critical Purpose Visitor Visa gehen“, so der Einwanderungsberater. „Allerdings muss der Job mit einem Verdienst über dem ‚Median Wage‘, dem Mindestgehalt von 27 NZD pro Stunde oder einem Jahresbrutto von 56.160 NZD datiert sein.“

Phase 5 – Neuseeland und der Rest der Welt, Oktober 2022

„Dieser Step ist eigentlich für Deutsche uninteressant, denn nun öffnet die Grenze auch für alle Länder, die normalerweise VOR der Anreise ein Besuchervisum beantragen müssen, wie beispielsweise Indien.“ Das betrifft sowohl Geschäftsreisende als auch Touristen.

 

Eine Übersicht aller geplanten Schritte und Details gibt es HIER.

„Alles in allem sind das dennoch wirklich gute Neuigkeiten. Und für viele Neuseelandfans hat das Warten nun endlich ein Ende. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt für die Jobsuche und ein Einleiten der ersten Schritte für ein neues Leben oder eine ausgedehnte Reise in Neuseeland“, schließt Peter Hahn.

Stimmungswechsel birgt neue Chancen für Einwanderer

Neuseelands Regierung gerät unter Druck

Wie lange kann man an der derzeitigen Eliminierungsstrategie während der Corona Pandemie festhalten? Wann müssen die Grenzen öffnen, um zumindest dringend benötigte Arbeitskräfte in einigen Wirtschaftssektoren ins Land zu lassen? Und was muss geschehen, dass der Unmut in Neuseelands Bevölkerung nicht ins Negative kippt? Premierministerin Jacinda Ardern und die Regierung des kleinen Landes stehen derzeit vor vielen Fragen, die schnellstmöglich geklärt werden sollten. Auch für Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington ist diese Entwicklungsphase spannend, denn mit neuen Regierungsplänen, Erklärungen und Strategien kann auch er nach Zeiten der Ungewissheit dann seine einwanderungsinteressierten Kunden wieder realistischer beraten.

Die Auswirkungen des Lockdowns in der Bevölkerung

Der strikte Lockdown in Neuseeland nach dem letzten größeren Corona-Ausbruch trübt die Stimmung in der Bevölkerung. Das, was Europäer seit vielen Monaten durchhalten müssen und was bei vielen für zermürbende Stimmung und eine gespaltene Gesellschaft sorgt, hat nun auch das kleine Land am Ende der Welt getroffen: Geschlossene Schulen und Geschäfte, abgesagte Veranstaltungen, Bürger, denen nach Tagen Zwangsaufenthalt zu Hause, die Decke auf den Kopf fällt. Der Winter mit kurzen Tagen und schlechtem Wetter, trägt zum Unmut vieler zusätzlich bei. Wo viele Neuseeländer und Staatschefs noch vor zwei Monaten ihre Premierministerin für ein hervorragendes Management der Krise hoch gelobt haben, kippt mittlerweile bei vielen die Stimmung. Rufe aus der Bevölkerung nach Grenzöffnung oder einer anderen Strategie im Umgang mit der Pandemie werden lauter. Denn die Eliminierungs-Linie der Premierministerin scheint nicht mehr alle zu überzeugen. „Es stellt sich einfach die Frage, ob diese Strategie noch realistisch durchzuführen ist“, gibt der Neuseeland-Experte Peter Hahn zu bedenken. Der jüngste und größte Corona-Ausbruch wurde durch erneute Verstöße gegen das vierzehntägige Aussitzen in einer überwachten Quarantäne-Einrichtung in Auckland ausgelöst.

Druck auf die Politik auch aus der Wirtschaft

Die Gaming Industrie in Wellington ist nur ein Beispiel für den enormen Bedarf an Fachkräften, die immer schwieriger zu rekrutieren sind. A44, PikPok und andere Mitspieler entwickeln sich gerade prognostiziert bis 2025 zur Milliarden-Dollar-Industrie. Doch wenn Haus- und Mietpreise zu hoch sind und kein neues Personal gefunden werden kann, lastet enormer Arbeitsdruck und große Unzufriedenheit auf den vorhandenen Mitarbeitern. Die fatale Folge, noch mehr Spezialisten wandern wieder ab, zurück in ihre Heimatländer. Auch in anderen Sektoren auf dem Arbeitsmarkt gibt es große Engpässe: im Gesundheitswesen, im Technologiesektor, beim Garten- und Landschaftsbau und in der IT. Die Medien publizieren immer neue Beispiele von hoch dotierten Jobs, auf die sich binnen Wochen kein einziger Kiwi bewirbt. So wird beispielsweise in Taupo ein Job für einen Hydro-Ingenieur für die Wasserkrafterzeugung gesucht: Jahresgehalt 140.000 NZD – keine Bewerber.

Unter Druck stehende Firmen und Wirtschaftsbosse fordern nun von der Politik eine bessere Möglichkeit, ausländische Fachkräfte ins Land holen zu können. Dafür müssten die Grenzen öffnen oder eine vereinfachte Möglichkeit der Einreise und der Visa Vergabe, zumindest für diese Personen geschaffen werden. „Momentan gibt es nur das sogenannte Critical Purpose Visitor Visa, mit dem wenige Antragsteller in einer absoluten Ausnahmesituation ins Land gelangen und dann vor Ort ein temporäres Arbeitsvisum beantragen können“, so der Einwanderungsberater Peter Hahn.

Ausländische Medienkritik nimmt zu

Auch die ausländischen Medien, die über das letzte Jahr immer wieder Neuseelands positives Agieren in der Pandemie als Vorbildrolle lobten, springen nun auf den Zug der Kritik auf. Als bekannt wurde, dass es einen Coronafall im Land gab und die Premierministerin einen Lockdown anordnete, gab es große Schlagzeilen. Doch die neuseeländische Regierung behielt mit ihrer Reaktion recht, denn der nur EINE Fall, entpuppte sich schnell als nicht zu vernachlässigender Ausbruch im Land, welches bis dahin als Corona-frei galt.

In Deutschland wurde aufgrund eines Übersetzungsfehlers und schlechter Recherchen sogar vom ‚Zwangslager‘ gesprochen, als es um die Quarantäneeinrichtungen ging. Die deutsche Korrespondentin in Christchurch Anke Richter, musste in ihren unzähligen Berichten in Neuseeland und Deutschland hier einiges richtigstellen.

Reaktion der Regierung

Der Druck auf die neuseeländische Regierung von allen Seiten nimmt unweigerlich zu. Selbst aus den eigenen Reihen und in Korrespondenz mit der Wissenschaft gibt es keine klare Einheit mehr. Ehemaliger Premierminister und Vorgänger von Jacinda Ardern, John Key von der National Partei, hat seinen ganz eigenen Ansatz und verurteilt Arderns Politik, wie er in einem Meinungsbericht den Medien mitteilt. Ein konkreter Plan muss her und genau das ist der momentane Fokus der Landesspitze. „Die Frage, die sich stellt, ist, welchen Weg gehen wir, um zur Normalität zurückzukehren?“, formuliert Peter Hahn die Frage, die in aller Munde ist.

Rein faktisch sind derzeit rund 75 Prozent der Bevölkerung in Neuseeland geimpft, mehr als in Deutschland. „Eine angestrebte Rate von 90 Prozent, wird jedoch nur schwer zu erreichen sein“, so Peter Hahn. „Hinzu kommt, dass die Wirtschaftszahlen wirklich gut aussehen, trotz der Grenzschließung. Und das, obwohl sich die Millionenmetropole Auckland momentan immer noch im Lockdown befindet. Allerdings läuft auch in allen anderen Ländern der Erde, die sich im vergangenen Jahr immer wieder im Lockdown befanden, nun die Wirtschaft wieder mehr oder minder normal.“

Der langfristige Plan der Regierung ist die Grenzöffnung mittels einer Art Ampelsystem. Dabei sollen zehn Faktoren bei der wöchentlichen Einstufung der Länder in Low Risk, Medium Risk und High Risk Country helfen. Entsprechend der Herkunft sind dann Einreisen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Untersucht werden so beispielsweise die aktuellen Inzidenzwerte und die Geschwindigkeit des An- oder Abstiegs der Zahlen, die erreichte Impfquote eines Landes, das Fabrikat des Impfstoffs, wie ein Reisender vor dem Abflug getestet wird, die Todesraten im Heimatland und einige andere. „Ich rechne allerdings nicht damit, dass es vor Weihnachten zum Einsatz dieses Verfahrens kommen wird. Realistischer ist da schon März oder April 2022“, gibt Peter Hahn seine Einschätzung.

Residency-Anträge für einige Visa-Halter wieder möglich

Und die ersten positiven Anzeichen für eine Kehrtwende von der Abschottung weg, hin zu Grenzöffnung und Einwanderungsmöglichkeiten gibt es bereits. Gänzlich unerwartet geht die Regierung nun ganz konkret die ersten Schritte. Kürzlich wurde bekannt, dass die neue Residency Category, das 2021 Resident Visa, in der ersten Phase ab dem 1. Dezember 2021 für bestimmte Work Visa Halter wieder öffnet. Es sei ein sogenannter ‚One-off Residence Visa Pathway‘. „Hier ist ganz wichtig zu beachten, dass diese Möglichkeit NUR für Bewerber gilt, die sich bereits seit 29. September dieses Jahres in Neuseeland aufhalten“, erklärt Peter Hahn die ersten konkreten News in dieser Richtung. „Bewerben können sich zunächst Personen, die bereits am 29. September ein Arbeitsvisum hatten oder beantragt hatten. Auch einige Halter von Critical Purpose Visa könnten in diese Kategorie fallen“, so der langjährige Einwanderungsberater. Die Voraussetzungen sind schnell aufgelistet: „Entweder man lebt bereits seit drei oder mehr Jahren in Neuseeland, ODER man verdient mindestens das sogenannte ‚Median Wage‘ von 27 NZD pro Stunde, ODER man arbeitet in einer Branche, die auf der Scarce Liste aufgeführt ist.“ Welche Visa Typen genau sich bewerben dürfen, steht auf dieser Seite der Einwanderungsbehörde. Besonders positiv ist die Prognose, dass diese Residence Visa Anträge dann auf dem ‚fast track‘ binnen zwölf Monaten bearbeitet werden, ‚in der Regel sogar schneller‘, steht auf der Webseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde. Von dieser neuen Regelung könnten dann bis zu 165.000 Bewerber profitieren.

 

„Für mich sind das ganz deutliche Zeichen, dass man jetzt durch den erhöhten Druck von allen Seiten und dem monatelangen Stillstand, die Einwanderung nach Neuseeland wieder langsam ankurbelt. Das sind für viele Interessenten natürlich super Neuigkeiten!“, resümiert Peter Hahn die momentane Lage.

Auch wenn es für Bewerber aus Deutschland noch nicht ganz so weit ist, sieht Peter Hahn künftig gute Chancen für Investoren und Fachkräfte. Wenn die Grenzen 2022 wieder aufgehen, werden die dringend benötigten Arbeitskräfte eine Möglichkeit erhalten, in Neuseeland die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu füllen und damit langfristig auch wieder einwandern zu können. Und interessierte Investoren können sich sogar jetzt schon bewerben. Das zwar noch zarte Pflänzchen der neuen Einwanderungsmöglichkeiten nach Neuseeland sprießt – langsam aber stetig.

Grenzöffnung aber wann – und dann?

Neuseelands Zukunftspläne

In vielen Teilen der Welt entspannt sich die Corona-Lage durch die immer höher werdende Immunisierung zahlreicher Bürger. Einwanderungsinteressierte stellen sich deshalb oftmals die Frage, ob und wann Neuseeland seine Grenzen wieder öffnen wird. Und wie sieht nach der langen Durststrecke dann die angekündigte neue Einwanderungspolitik Aotearoas aus? Experten diskutieren, die Politik hüllt sich in Schweigen. Dennoch kann Peter Hahn durch die stetige Beobachtung der unterschiedlichsten Entwicklungen langsam Prognosen wagen.

Zumachen ist einfach – Aufmachen schwierig

Nach rund 500 Tagen Abgeschiedenheit von der Außenwelt werden nun immer mehr Fragen aufgeworfen, ob und wann Neuseeland seine Grenzen wieder öffnet. Der Wissenschaftler, ehemals politischer Berater, Sir Peter Gluckman erklärte kürzlich: „Zumachen ist einfach, Aufmachen ist schwierig!“ Es bedurfte für die Premierministerin Jacinda Ardern eine beherzte und klare Entscheidung, die Grenzen Neuseelands zu schließen. Doch noch viel schwieriger und wesentlich kritischer ist es nun, alles was man erreicht hat, also die Corona-Freiheit Neuseelands zu riskieren, und die Grenzen einfach wieder aufzumachen. Und wie schnell die heile Welt kippen kann, zeigte kürzlich ein kleiner Corona-Ausbruch in Wellington. „Wir haben ja mittlerweile ein Abkommen mit Australien, so dass Reisende aus dem Nachbarland hier ohne Quarantäne ins Land kommen können“, weiß der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn. „So kam auch ein bereits einfach geimpfter Australier aus Sydney nach Wellington, der später mit Covid19 diagnostiziert worden war. Wir hatten daraufhin einen Level 2 Lock down für einige Zeit. Dennoch zeigt das ganz deutlich, dass trotz invasiver und strenger Quarantäne durch jede Art von Lockerung das Risiko für die Bevölkerung hier steigt“, erklärt Peter Hahn. Der Vorfall ging noch einmal glimpflich aus, es gab keinen Community-Ausbruch, der Mann steckte am Ende nur seine eigene mitreisende Frau an.

Regierung folgt der Wissenschaft

Ganz entscheidend für die weiteren Pläne der Regierung sind, ähnlich wie auch in Deutschland, die Empfehlungen der Wissenschaftler. Der Status Quo zeigt, dass die Bevölkerung momentan noch nahezu gänzlich ungeschützt ist, denn die Impfungen laufen nur ganz langsam an. Rund 1,2 Millionen Kiwis sind bis dato immunisiert, mehr Pfizer-Impfstofflieferungen im Juli, August und September sollen helfen, einen Großteil der Bevölkerung zu schützen. „Das Problem ist eigentlich, dass durch stetige neue Erkenntnisse der Wissenschaftler sich deren Einstellungen ändern. Dazu kommen immer wieder neue Rätsel und ungeklärte Fragen, die zu einer großen Planlosigkeit zu führen scheinen. Von der Politik gibt es keine offiziellen Aussagen, wie es weitergehen kann“, bemängelt Peter Hahn und viele andere Betroffene aus Handel, Industrie und Wissenschaft. „Können auch Geimpfte das Virus weitergeben? Inwieweit hilft welche Impfdosis gegen welche Virus-Mutation? Trotz aller Ungereimtheiten bräuchten wir in Neuseeland langsam einmal eine Art Fahrplan, wie es unter welchen Umständen weitergehen könnte“, fordert nicht nur der Einwanderungsberater. Es gibt kaum eine Basis für Spekulationen oder Hochrechnungen.

Unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Strategien

Sollten die Grenzen Neuseelands wieder für den Tourismus öffnen, bevor ein Großteil der Bevölkerung immunisiert ist, würde das zu einem Leben unter alert level 2,5 führen, prognostiziert Dr. Ashley Bloomfield, General Director of Health. Doch die Industrie drängt, vor Covid spülte der Tourismussektor jährlich 40,9 Milliarden Dollar in die Kassen des Landes. Viele Überlegungen gehen nun in die Richtung, dass nur Geimpfte ins Land kommen dürften, ließ Premierministerin Jacinda Ardern kürzlich in Auckland verlauten. Für den Immunologen und Associate Professor James Ushher von der Otago University ist ganz klar: „Sobald wir die Grenzen öffnen, selbst wenn wir nur Geimpfte hereinlassen, bringen wir Corona ins Land, das ist ganz klar.“ Die Leitung des Immunisation Advisory Centres Dr. Nikki Turner meinte, es wird auch Übertragungen innerhalb von Geimpften, weshalb Neuseeland dann grundsätzlich wesentlich strengere öffentliche Gesundheitsmaßnahmen benötigen werde, wie beispielsweise eine konsequente Maskenpflicht. Die Todesrate in Neuseeland werde trotz aller getroffenen Maßnahmen ansteigen. Auf der anderen Seite erwartet Chris Roberts, Leiter der Tourismus Industrie Aotearoas eine risikobasierte Einstufung bei ersten Grenzöffnungsversuchen: „Es wird keinen magischen Moment geben, wann die Grenze für alle Länder wieder aufmacht. Vermutlich ist es wesentlich sinnvoller, Touristen aus einzelnen Ländern zu präferieren, in denen beispielsweise die Inzidenz niedrig ist.“

Mögliches Öffnungsszenario

„Ich bin mir sicher, dass sich dieses Jahr in punkto Grenzöffnung nichts mehr tun wird“, spekuliert der Neuseeland-Experte Peter Hahn. „Dr. Bloomfield prognostiziert derzeit etwas illusorisch, dass bis Ende Dezember 2021 rund 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sein sollen. Und das will man sicherlich abwarten, als zu früh zu öffnen und dann mit den Folgen leben zu müssen.“

Auf der anderen Seite drängt die durchhängende Wirtschaft auf dringende Veränderung. Durch die im April initiierte sogenannte Trans-Tasman-Blase und die im Mai gestartete Cook-Islands-Blase entstand zumindest eine kleine Erleichterung für den Tourismus. Anstelle von nur knapp 12.000 Einreisenden im Januar kamen so knapp 100.000 Reisende im Mai aus den Nachbarländern per Flugzeug nach Neuseeland. Doch viele davon besuchten nur Freunde und Verwandte oder waren Business-Reisende. NZ Maori Tourismus-Sprecherin Kiri Atkinson-Crean erklärte, dass Maori-Tourismus-Betreibende besonders hart betroffen seien und für sie rund 85-95 Prozent Umsatz weggebrochen seien seit der Pandemie.

Zudem orientiert sich die neuseeländische Regierung am Vorgehen des Nachbarlandes Australien. Hier plant man momentan, die Grenzen Mitte 2022 wieder zu öffnen. Ob es in Neuseeland dann ab Januar erste Öffnungen geben wird oder auch erst Mitte des nächsten Jahres bleibt Spekulation. „Ich denke auch, es wird tatsächlich eine stufenweise oder angepasste Grenzöffnung geben, bei der die Einreisenden dann beispielsweise geimpft sein müssen oder je nach Inzidenz im Herkunftsland eingestuft werden. Dann wird es Fälle geben von Personen, die in jedem Fall in zweiwöchige Quarantäne müssen, bei anderen reicht vielleicht eine Selbstisolation. Da wird es die unterschiedlichsten vorgegebenen Szenarien geben, vermute ich.“

Die Zukunft der Migration

Viele sehen mit der Pandemie nun eine gute Möglichkeit, die Einwanderung nach Neuseeland neu zu überdenken und ebenso Gesellschaft und Wirtschaft künftig nachhaltiger zu gestalten. Die Menschen seien jetzt offener gegenüber Veränderungen. Ein Viertel der neuseeländischen Bevölkerung wurde im Ausland geboren, der Weltdurchschnitt liegt bei nur drei Prozent. Andere Stimmen behaupten man wolle mit dem geplanten Immigration-Reset, nur die Probleme bei der Wohnungsnot, mangelnden Infrastruktur und dem Arbeiter-Wohlergehen rechtfertigen. Fakt ist, die meisten Einwanderer kamen bislang als Arbeitskräfte über den Arbeitsmarkt ins Land und nicht über das Schulsystem, wie beispielsweise als Studenten. Dennoch weiß man statistisch sehr wenig darüber, was die Einwanderer tatsächlich für einen Effekt auf die neuseeländische Wirtschaft haben. „Hinzu kommt, wie und mit welchen Faktoren will man den Einfluss messen?“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Das ist eine komplexe Sache, da ist kein Schwarz-Weiß-Denken möglich. Die Aussagen, dass Lower Skilled Migrants den Neuseeländern die Jobs wegnehmen, ist einfach nur populistisch und extrem simplifiziert“, so der Einwanderungsberater.

Einwanderung 2022

In welchem Monat dann auch immer die Grenzen aufmachen, die Einwanderung nach Neuseeland wird aller Wahrscheinlichkeit nach bis dahin neu überdacht. „Ich gehe davon aus und alles, was so durchsickert aus diversen Kanälen, deutet auch darauf hin, dass der Trend eher zu Highly Skilled Migrants gehen wird. Da haben wir Glück, denn die meisten meiner Kunden fallen tatsächlich unter diese Kategorie. Auch Investoren werden weiterhin gern gesehen sein, da könnten sich nur kleine Details verändern, beispielsweise die Kanäle, in denen sie ihr Vermögen anlegen müssen. Das wäre sehr unschön und einschränkend aber ist momentan nur reine Spekulation“, resümiert Peter Hahn. „Ich denke, für Deutsche wird sich bei der Einwanderung nach Neuseeland gar nicht allzu viel ändern.“

Alles in allem werden sich einwanderungswillige Deutsche so keine allzu großen Sorgen machen müssen, dass die Türen für eine Immigration nach Neuseeland künftig generell zugehen. „Allerdings wird sich nach der Grenzöffnung 2022 einiges ändern und es ist mehr denn je sinnvoll dann für jeden eine eigene individuelle Strategie zu entwickeln!“

 

 

 

Einwanderungs-Interessierte können langsam aufatmen

Arbeitslosenzahlen sinken, Impfbeginn geplant

Monatelange Hiobsbotschaften und das Warten auf das Öffnen der Grenzen in Neuseeland – Jetzt gibt es gleich zwei positive Nachrichten, die zu einer positiven Entwicklung beitragen könnten. Völlig unerwartet und anders als prognostiziert sanken die Arbeitslosenzahlen um 0,4 Prozent. Zudem rechnet die Regierung mit einem frühzeitigen Impfstart gegen das Corona-Virus Ende März 2021. Einwanderungsinteressierte können so langsam wieder aufatmen.„Beide Faktoren dürften die Öffnung der Grenzen und so die Einwanderungschancen für Deutschsprachige wieder erhöhen“, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn.

Neuseeland regeneriert sich selbst – so könnte man die neuste Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt in Land der langen weißen Wolke deuten. Wo Wirtschaftswissenschaftler der Reserve Bank während des Lock Downs aufgrund der Corona Pandemie im März 2020 noch Arbeitslosenquoten von bis zu elf Prozent prognostiziert hatten, sank jetzt überraschenderweise die Zahl der Unbeschäftigten im Dezember-Quartal von 5,3 auf 4,9 Prozent. Prognostiziert war hingegen ein Anstieg auf 5,6 Prozent. „Wie sind völlig überrascht, wie stark sich der Arbeitsmarkt Ende 2020 nun tatsächlich zeigt“, erklärt ASB Senior Economist Mike Jones. Im Vergleich dazu hatte Deutschland im Dezember 2020 eine Arbeitslosenquote von 5,9 Prozent mit steigender Tendenz, denn im Januar ging die Zahl sogar auf 6,3 Prozent hoch.

Hilfe zur Selbsthilfe

Die Neuseeländer, ihr Zusammenhalt und ihre Tatkraft zeigt sich derzeit einmal mehr. Scheinbar hilft sich die Bevölkerung momentan selbst mit einer starken Kaufkraft und Unternehmungslust. 10.000 Menschen weniger sind derzeit arbeitslos und in der Wirtschaft konnten 17.000 neue Jobs besetzt werden. „Nicht alle Industriezweige haben hier gleich gut aufgeholt. Das Baugewerbe konnte mit 13.200 neuen Jobs deutlich zulegen, während viele Arbeitsplätze im Tourismusbereich weiter abnahmen“, erklärt Becky Collett, Statistic New Zealand Senior Manager.

Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn erklärt die Situation aus seinen Beobachtungen folgendermaßen: „Einige Jobs, die beispielsweise häufig von Pacific Islandern gefüllt werden, übernehmen nun Neuseeländer selbst. Viele Schüler jobben so zum Beispiel nach dem Schulabschluss auf den Obstplantagen und helfen bei der Ernte aus. Zudem können Kiwis derzeit ja nur schwer das Land verlassen, reisen jedoch gerne. Sie geben das Geld folglich für Trips im eigenen Land aus. Die Menschen gehen mehr essen, reisen durch Neuseeland, so dass die Gastronomie und die inländische Reise-Branche gut zu tun haben. Nachdem Inlandsreisen oft deutlich günstiger sind als Fernreisen, bleibt vielen Neuseeländern Geld übrig, welches Sie dann für andere Waren wie Autos oder Sportequipment ausgeben. Die Kaufkraft steigt, das kurbelt Wirtschaft und Industrie an.“ Zudem kommen viele Neuseeländer, die im Ausland gelebt haben, aufgrund der Auswirkungen und Einschränkungen durch die Corona-Pandemie jetzt zurück in ihre ursprüngliche Heimat. Mehr Menschen bedeuten auch mehr Umsatz.

Langfristige positive Auswirkungen

„Die sinkende Arbeitslosenquote zeigt, dass der Arbeitsmarkt sich gut erholt und laufend neue Arbeitskräfte gebraucht werden. Mittel- bis langfristig wird das auch den Einwanderern zugutekommen, denn gerade Fachpersonal in vielen Bereichen ist rar“, weiß Peter Hahn.

Ein weiterer positiver Faktor, der die Einwanderung nach Neuseeland künftig wieder in absehbare Nähe rücken kann, ist die anstehende Impfstofflieferung von Pfizer-BioNTech nach Neuseeland. „Mit entsprechender Covid19-Immunität der Bevölkerung hier wird es natürlich wahrscheinlicher, dass auch die Grenzen wieder geöffnet werden können“, erklärt Peter Hahn die Lage. „Derzeit baut Neuseeland auf Eliminierung. Die Pandemie lässt sich durch Grenzschließung, beschränkte überwachte Quarantäneplätze und Auckland als einzigen Einreisestandort noch gut unter Kontrolle halten. Einem Covid19-Ausbruch im Land kann man so entgegenwirken und das Risiko minimieren. Mit einer Immunität im Land könnte man dann auch die Strategie wechseln.“

Geplant sind zunächst 1,5 Millionen Dosen, die ab März nach und nach ins Land geliefert werden sollen. Dr. Ashley Bloomfield, Gesundheitsbeauftragter im Parlament rechnet mit einer pünktlichen, wenn nicht sogar frühzeitigen Lieferung nach Neuseeland und trifft jetzt schon vorbereitende Maßnahmen. Vorrangig immunisiert werden soll das Flughafen-, Airline- und Quarantäne-Personal.

„Sowohl die gesunkene Arbeitslosenquote wie auch die baldige Immunisierung der neuseeländischen Bevölkerung sind durchaus als positive Schritte zu sehen, dass die Chance auf absehbare Einwanderung nach Neuseeland wieder größer wird“, fasst der Einwanderungsberater die positiven News noch einmal zusammen.

Der Bedarf an spezifischen qualifizierten Arbeitskräften zeigt sich bereits jetzt und er wird auch künftig gefüllt werden müssen. „Deutsche Einwanderer als Zielgruppe sind erwünscht, auch wenn sie vermutlich dann nur in Etappen hereingelassen werden“, mutmaßt Peter Hahn. Wann Immigration grundsätzlich wieder möglich sein wird, und wie genau die Labour Regierung die neuen Regeln am Ende formuliert, ist allerdings noch nicht geklärt. „Ich rechne mit einer tatsächlichen Grenzöffnung nicht vor Ende 2021 oder Anfang 2022“, resümiert der Neuseeland-Experte. „Reelle Chancen für Einwanderer auch wieder nach Neuseeland einreisen zu können, sehe ich etwa im März 2022. Das ist jedoch nur meine persönliche Einschätzung nach momentanem Stand.“

Dennoch können Auswanderungspläne bereits jetzt eingeleitet werden. Ob generelle Informationssuche, Anerkennung von Ausbildungen, die Entwicklung der individuellen Einwanderungsstrategie oder die eigene Berufszulassung in Neuseeland organisieren, vorbereitende Maßnahmen könnte man bei ernsthaftem Interesse jetzt schon angehen.