Essential Skills Work Visa

Das Essential Skills Work Visa soll in erster Linie den neuseeländischen Arbeitgebern ermöglichen, Ausländer anzustellen, wenn auf dem neuseeländischen Arbeitsmarkt keine Arbeitskräfte zu finden sind. Dementsprechend muss der Arbeitgeber folgendes nachweisen:

  • Dass er sich ernsthaft bemüht hat, einen Neuseeländer oder jemanden mit einem Resident Visa für die Position zu finden
  • Dass er niemanden für die Position antrainieren konnte
  • Dass tatsächlich kein Neuseeländer (oder Resident Visa Halter) für die Position in Betracht kam.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist, dass es nicht darum geht, nachzuweisen, dass der Antragsteller der beste Kandidat für den Job ist! Er muss quasi der einzige Kandidat sein, denn wenn ein entsprechend qualifizierter Neuseeländer sich auf den Job beworben hat, muss der Arbeitgeber diesen berücksichtigen, selbst wenn er den ausländischen Bewerber bevorzugt!

Einfacher ist der Nachweis, wenn der Beruf auf einer der Skill Shortage Listen geführt wird und wenn die Bedingungen der Shortage Liste erfüllt werden, also zum Beispiel Nachweis gewisser Ausbildungen und/oder Berufserfahrung. Das wird oft übersehen und unterschätzt!

Seit August 2017 gibt es einen weiteren Stolperstein: Antragsteller müssen gewisse berufsspezifische Qualifikationen und/oder Berufserfahrung nachweisen. Sie müssen „suitably qualified“ sein. Das ist mehr als nur relevante Qualifikationen und Berufserfahrung, sondern ganz bestimmte in der ANZSCO (Australian and New Zealand Standard Classification of Occupations) definierte Ausbildungen! In manchen Berufen können die Ausbildungsanforderungen durch relevante Berufserfahrung von drei bis fünf Jahren (je nach Beruf) ersetzt werden.

Darüber hinaus sollte der Job einen gewissen Mindestlohn ausweisen, der (Stand April 2020) 21,68 NZD pro Stunde (brutto) beträgt. Wer weniger verdient hat es deutlich schwerer, ein Work Visa zu bekommen und auch die Dauer des Work Visums wäre dann zunächst auf maximal ein Jahr beschränkt. Mit solchen sogenannten lower skilled work visa darf der Antragsteller auch seine Familie nicht ohne weiteres mit nach Neuseeland bringen. Ehepartner und Kinder müssten dann auf eigene Faust versuchen, passende Visa zu bekommen. Aus diesen Gründen kommen lower skilled work visa für unsere Kunden in der Regel nicht in Betracht. Wer sogenannte mid- oder higher skilled work visa erhält, deren Ehepartner qualifizieren sich dann auch für work visa und die Schulkinder werden als sogenannte domestic students eingestuft, was ihnen erlaubt, hier ohne Schulgebühren auf öffentliche Schulen zu gehen.

Ein Essential Skills Work Visa bekommt man natürlich erst, wenn man einen Arbeitgeber gefunden hat, der einen anstellen will. Man braucht einen verbindlichen Arbeitsvertrag für eine Vollzeitanstellung. Und da liegt genau das Problem für viele: ohne Job kein Work Visa und ohne Work Visa keinen Job. Wer sich auf Stellenanzeigen in Neuseeland bewirbt, wird oft feststellen, dass nur Bewerber mit gültiger Arbeitserlaubnis (also Resident oder Work Visa) berücksichtigt werden. Aus Sicht des Arbeitgebers ist das verständlich, denn er will die Position schnell füllen und hat keine Lust, sich mit Formularen und Bürokratie rumzuschlagen. Hinzukommt natürlich auch noch die Ungewissheit, ob der Work Visa Antrag genehmigt wird. Bei einer Ablehnung müsste er wieder von vorne anfangen und hätte viel Zeit verloren.

Essential Skills Work Visas gibt es nur für Anstellungsverträge, soll heißen für freiberufliche Tätigkeit oder Bezahlung auf Provisionsbasis gibt es keine Work Visa!