Skilled Migrant Category (SMC)

Ab 9. Oktober 2023 tritt diese Resident-Visa-Schiene in Kraft und ersetzt die alte SMC, die ein Quotenmanagementsystem war. Seit 15. August 2023 kann man nicht mehr über die alte SMC einwandern. Der neuen SMC liegt keine Quote mehr zugrunde, so dass die Mindestpunktezahl nicht mehr davon abhängig ist, wieviel Einwanderer das Land schon reingelassen hat.

Das neue Punktesystem ist eine von drei Möglichkeiten, wie man über einen Job in Neuseeland das Resident Visa ergattern kann.

Verfahrensablauf:

Die Skilled Migrant Category ist in zwei Verfahrensschritte unterteilt. Erster Schritt ist die Expression of Interest (EOI). Online erklärt man zunächst seine Absicht, einwandern zu wollen und dass man die Voraussetzungen erfüllt, die für die Erteilung eines Resident Visas verlangt werden. Unterlagen, die dies nachweisen, müssen und können (noch) nicht eingereicht werden. Das wird dem eigentlichen Residence Antrag vorbehalten.

Das Wort Absichtserklärung (Expression of Interest) unterstreicht die Unverbindlichkeit, die mit diesem Zwischenschritt einhergeht. Ebenso die Tatsache, dass INZ für die EOI keine Antragsgebühr berechnet. Trotzdem sollte man sich sicher sein, dass man die Voraussetzungen für die Genehmigung des Residence Antrages auch tatsächlich erfüllen kann, bevor man eine EOI abgibt.

Der zweite Schritt wird mit der Invitation to Apply (ITA) eingeleitet. Ein automatisiertes elektronisches System entscheidet nach Einreichen der EOI, ob man eingeladen wird, den Residence Antrag stellen zu dürfen. Aber es gilt immer noch das Prinzip der Unverbindlichkeit. Man hat lediglich das Recht erworben, einen Antrag stellen zu dürfen. Trotz Einladung kann man auch wieder ausgeladen werden – oder treffender formuliert – man erhält eine Ablehnung des Resident Visa Antrages. Nach Erhalt der ITA, hat man vier Monate Zeit, um den Residence Antrag zu stellen. Die Frist lässt sich nicht verlängern – also ein weiterer Grund zur guten Vorbereitung.

Voraussetzungen für ein Resident Visa anhand der SMC:

Simplifiziert dargestellt, brauchen Antragsteller 6 Punkte und ein Arbeitsangebot (sog. skilled employment) eines von INZ (Immigration New Zealand) akkreditierten Arbeitgebers, um sich zu qualifizieren. Außerdem muss zumindest der Hauptantragsteller einen Englischtest bestehen und darf nicht älter als 55 sein. Alle Antragsteller (also ggf. auch der Rest der Familie) sollten gesund und ohne Vorstrafen sein.

Wie die Punkte vergeben werden, kann auf der von uns kreierten Übersicht und anhand der folgenden Erklärungen nachvollzogen werden:

* Eine Aufstellung der Berufe, mit denen man Punkte für eine Berufszulassung generieren kann, finden Sie hier.

Tabelle 1 der Übersicht

Berufszulassungen

Licensing, bzw. Occupational Registration ist eine Besonderheit in Neuseeland, die man in Deutschland/Österreich/Schweiz so nicht kennt. In manchen Berufen darf man in Neuseeland nur praktizieren/arbeiten, wenn man vorher von einer speziell für den jeweiligen Beruf geschaffenen Kammer zugelassen wird. In anderen Berufen, besteht zwar keine Zulassungspflicht, aber man kann sich registrieren lassen, um damit Punkte für den Residence Antrag zu generieren.
Zulassungspflichtig sind z.B. Krankenpfleger beim Nursing Council, Elektriker beim EWRB (Electrical Workers Registration Board), Immigration Adviser bei der IAA (Immigration Adviser Authority), Ärzte beim Medical Council, Zahnärzte beim Dental Council, Physiotherapeuten beim Physiotherapy Board, Sozialarbeiter beim SWRB (Social Workers Registration Board), Lehrer beim Teaching Council.
Nicht zulassungspflichtig sind z.B. Immobilienmakler bei der Real Estate Authority und Maurer oder Zimmerer beim MBIE Licensed Building Practitioners Scheme.
Eine vollständige Lister aller Berufe finden Sie in unserer Übersicht. Dort sind auch die Punkte aufgelistet, die je nach Beruf generiert werden können und auch die Links zu den jeweiligen Zulassungsbehörden.

Ausbildungen

Punkte gibt es leider nur für Ausbildungen, die mindestens vergleichbar sind mit einem neuseeländischen Bachelor Degree, bzw. Postgraduate Certificate oder Diploma. Also aus deutscher Sicht entspricht das mindestens einem Uni- oder Fachhochschulabschluss (Diplom oder Bachelor). Nicht jeder deutsche Uniabschluss wird automatisch anerkannt. Oft muss man ein Anerkennungsverfahrens bei der NZQA (New Zealand Qualifications Authority) dazwischenschalten. Maximalpunkte werden für eine Promotion (PhD) vergeben.

Gehalt

Wer eine gut bezahlte Stelle hier in Neuseeland hat oder angeboten bekommt, kann punkten. Ab 1,5 x Mediangehalt gibt es drei und ab dreifachem Mediangehalt sechs Punkte. Das Mediangehalt wird typischerweise jedes Jahr Ende Februar revidiert. Stand 27. Februar 2023 beträgt das neuseeländische Mediangehalt 29,66 NZD. Punkte können folglich ab einem Stundenlohn von mindestens 44,40 NZD generiert werden. Maximalpunkte gibt es für dreifache Mediangehälter. Ein Bruttostundenlohn von 88,98 NZD, bzw. ein Jahresgehalt von 185.078,40 NZD (basierend auf einer 40-Stundenwoche), wird mit 6 Punkten belohnt.

Tabelle 2 der Übersicht

Skilled work experience in Neuseeland

Pro Jahr neuseeländischer Berufserfahrung gibt es einen Punkt. Allerdings muss es sich um sog. skilled work handeln.

Der Blick auf die Punktetabelle könnte den Eindruck erwecken, es sei ganz simpel: wer 6 Punkte erzielt, kommt rein. Das ist auch nicht falsch, allerdings müssen zwei weitere Voraussetzungen erfüllt werden: Hauptantragsteller brauchen einen Job und müssen den Englischtest bestehen. Ohne Job, bzw. genauer gesagt, ohne ‚skilled employment‘ gibt es kein Resident Visa, selbst wenn man 6 Punkte erzielt. Gleiches gilt für den Englischtest – um den kommt man nicht herum, es sei denn man ist Muttersprachler oder hat im englischsprachigen Ausland erfolgreich ein Hochschulstudium abgeschlossen!

Klingt immer noch einfach – jedenfalls wenn man einen Job gefunden hat, oder? Nicht wirklich – alle Finessen der SMC hier zu erklären, würde den Rahmen unserer Webseite sprengen. Wir beschränken uns daher auf folgende potentielle Stolpersteine oder Fallen:

Skilled employment:

Das war der mit Abstand häufigste Ablehnungsgrund für Resident Visa Anträge anhand der alten SMC und wir rechnen damit, dass das auch ein Problemfeld der neuen SMC ist, da sich die Anforderungen kaum geändert haben. Es obliegt dem Antragsteller, die Behörde zu überzeugen, dass die Stelle hier in Neuseeland als skilled employment zu klassifizieren ist. Das kommt oft als Überraschung, besonders bei Antragstellern, die schon mit einem Work Visa hier arbeiten. Folgende Punkte sind in diesem Zusammenhang wichtig und sollten überprüft werden:

  • ANZSCO-Zuordnung: ANZSCO spielt eine wichtige Rolle bei der Bewertung von SMC-Anträgen. Australian and New Zealand Standard Classification of Occupations ist eigentlich gar nicht geschaffen worden, um Visaanträge zu bewerten, sondern hat von der Zielsetzung her statistische Funktionen. ANZSCO erfasst und beschreibt Berufe und Berufsbilder in Australien und Neuseeland, wie gesagt in erster Linie für statistische Zwecke. ANZSCO‘s Tätigkeitsbeschreibungen der verschiedenen Berufe werden aber von Immigration New Zealand bei der Bewertung von skilled employment und skilled work experience herangezogen. Anhand der ANZSCO-Vorgaben wird entschieden, ob der Antragsteller z.B. ein Manager/Geschäftsführer ist oder eben nur ein Assistent der Geschäftsführung. Für den Assistenten der Geschäftsführung ist es daher schwieriger, sich zu qualifizieren. Er bräuchte nämlich eine extra hohe Bezahlung in Höhe von 1 ½-fachem Mediangehalt. Das ist nur ein Beispiel, das in vielen anderen Berufen ähnlich vorkommt.
  • Relevante Ausbildung: Obwohl es nicht zwingend ist, dass man eine abgeschlossene Ausbildung nachweist, wird das Erfordernis in manchen Fällen durch die Hintertür im Zusammenhang mit skilled employment wieder eingeführt. Der Job kann noch so hochqualifiziert sein, wenn man nicht die speziell für diesen Beruf in ANZSCO vorgegebene Ausbildung hat, führt das in manchen Fällen dazu, dass die Anstellung hier in Neuseeland (u.U. trotz Work Visa) für den Residence Antrag nicht anerkannt wird. Ein Beispiel wäre ein IT-Systemkaufmann, der hier in Neuseeland als ICT Project Manager angestellt ist. Solange er nicht mindestens 5 Jahre relevante Berufserfahrung nachweisen kann, wird ihm seine Anstellung hier in Neuseeland nichts nützen – zumindest nicht im SMC-Antrag (Alternativen sollten daher geprüft werden).
  • Bezahlung: In den letzten Jahren hat die neuseeländische Regierung zunehmend mehr Wert auf adäquate Bezahlung ausländischer Arbeitnehmer gelegt. Es soll vermieden werden, dass billige ausländische Arbeitskräfte die Gehaltsstruktur in Neuseeland kaputt machen. Absolutes Minimum im Rahmen eines SMC-Antrages ist, dass der Antragsteller das Mediangehalt verdient. Mediangehalt oder auch mittleres Einkommen genannt, ist nicht zu verwechseln mit dem Durchschnittseinkommen. Es ist laut Definition des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung „das Einkommen, bei dem es genauso viele Menschen mit einem höheren, wie mit einem niedrigeren Einkommen gibt.“
    Seit 27. Februar 2023 beträgt das Mediangehalt 29,66 NZD brutto pro Stunde, was einem Jahresgehalt von 61.692,80 NZD entspricht. Jobs, die weniger generieren, können nicht als Grundlage für Residence Anträge herangezogen werden. In Berufen, die dem ANZSCO skill level 4-5 zuzuordnen sind, muss die Bezahlung mindestens 1,5 x dem Mediangehalt betragen, also 44,49 NZD pro Stunde oder 92.539,20 NZD Jahresgehalt. Es geht also wieder um die oben schon angesprochene ANZSCO-Zuordnung.

Skilled work experience

Wer nicht schon in der Tabelle 1 die nötigen 6 Punkte generieren kann, ist darauf angewiesen sogenannte skilled work experience von 1-3 Jahren nachzuweisen. Folgende Punkte sind in diesem Zusammenhang wichtig und sollten überprüft werden:

  • ANZSCO Skill Level: Bei der Frage, ob die neuseeländische Berufserfahrung „skilled“ ist, wird mal wieder die ANZSCO herangezogen. Tätigkeiten werden als skilled eingestuft, wenn sie Berufen zugeordnet werden können, die bei ANZSCO als skill level 1-3 eingestuft und mindestens mit dem Mediangehalt bezahlt werden. Skill level 4-5 werden als „not skilled“ eingestuft, es sei denn Antragsteller verdienen 1 ½ mal das Mediangehalt.
  • Einhalten der Arbeitsvertragsbedingungen: Es ist darauf zu achten, dass die Arbeitsvertragsbedingungen hinsichtlich Bezahlung und Wochenstunden eingehalten werden und dass man dies gegebenenfalls auch dokumentieren kann. Vorgeschrieben ist nämlich, dass jede Stunde mindestens mit dem Median-Stundenlohn bezahlt wird. Wer unbezahlte Überstunden macht (was viele Arbeitsverträge erlauben), läuft Gefahr, dass die neuseeländische Berufserfahrung nicht anerkannt wird. Dieser Stolperstein kommt oft als Überraschung für Antragsteller.
  • Berufszulassung im Zusammenhang mit skilled work experience: Wer Punkte für eine Berufszulassung geltend macht (unter Tabelle 1) und zusätzlich Punkte für skilled work experience (Tabelle 2) generieren möchte, muss bedenken, dass skilled work experience erst gezählt wird ab dem Erhalt der Berufszulassung. Beispiel: Ein Maurer (bricklayer), der hier schon seit drei Jahren mit einem Work Visa als Maurer arbeitet, aber erst vor einem Jahr die Brick and Block Laying Licence erhalten hat, kann nur ein Jahr neuseeländische Berufserfahrung geltend machen. Insgesamt käme der Maurer in unserem Beispiel daher nur auf 5 Punkte.
  • Hohes Gehalt im Zusammenhang mit skilled work experience: Wer Punkte für hohe Bezahlung geltend macht (unter Tabelle 1) und zusätzlich Punkte für skilled work experience (Tabelle 2) generieren möchte, muss bedenken, dass skilled work experience erst gezählt wird ab dem Tag, an dem man erstmalig das hohe Gehalt erhalten hat. Beispiel: Ein Manager (ohne Uniausbildung), der hier schon seit drei Jahren als Manager arbeitet, und zwar zunächst mit einem Bruttogehalt von 90.000 NZD aber seit einem Jahr 100.000 NZD erhält, also deutlich über dem 1 ½-fachen Mediangehalt, kann nur ein Jahr neuseeländische Berufserfahrung geltend machen. Insgesamt käme der Manager in unserem Beispiel daher nur auf 4 Punkte.

Bevor die EOI eingeleitet werden kann, muss man in der Regel auch schon einen Englischtest bestanden haben und in vielen Fällen seine Ausbildung von der New Zealand Qualifications Authority (NZQA) bewertet haben lassen.

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