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Was kommt auf Jobsuchende in Zukunft zu?

Accredited Employer Work Visa & Pathway to Residence

Anfang Mai gingen die Grenzen Neuseelands nach über zwei Jahren wieder auf und auch, wenn jetzt noch nicht alle internationalen Neuseelandtouristen ins Land dürfen, sieht es für interessierte Deutsche, die in Aotearoa arbeiten oder reisen wollen, wieder gut aus. Diese dürfen sogar ohne Quarantäne und Selbstisolation einreisen. Wer bereits ein Visum besitzt, in Australien lebt oder Permanent Resident ist, kann jetzt sogar ohne Covid-Impfung nach Neuseeland kommen.

Auch neuseeländische Firmen atmen auf, denn nun haben sie wieder die Möglichkeit, international nach geeigneten Fachkräften für ihr Business zu suchen. Allerdings gibt es einige Hürden, angefangen bei der völlig unterbesetzten Einwanderungsbehörde. Immigrationsberater Peter Hahn schildert die Lage vor Ort und berät deutsch- und englischsprachige Kunden beispielsweise bei ihren Visa Anträgen – denn derzeit ändern sich einige Richtlinien. Das Essential Skills Work Visa wird nun durch das Accredited Employer Work Visa ersetzt.

 

Vor der Grenzschließung waren fünf Prozent aller Arbeitskräfte in Neuseeland temporäre ausländische Arbeiter, zeigen die Statistiken. „Diese Zahl ist im internationalen Vergleich relativ hoch“, erklärt Prof. Spoonley von der Massey University. „In Australien sind es gerade einmal drei Prozent und in anderen Ländern noch deutlich weniger.“ Ganz wichtig sei, dass die internationalen Fachkräfte nicht ausgebeutet würden, angemessene Bezahlung erhalten und bei ihnen keine falschen Hoffnungen geschürt würden, wenn es um ein mögliches lebenslanges Bleiberecht in Neuseeland gehe, nach ihrem Arbeitsvisum. Um das zu gewährleisten hat die Labour Regierung das Accredited Employer Work Visa ins Leben gerufen.

Überall händeringend Personal gesucht

Die Schlagzeilen sind täglich voll von verzweifelten neuseeländischen Firmen, die kein Personal finden. Egal ob Pflegekräfte in den Altenheimen, Gerüstbauer, Ingenieure, IT-Fachkräfte für die aufstrebende Gaming-Industrie im Land oder spezielle Arbeiter für die Bootsindustrie, wie beispielsweise Elektroingenieure. „Wir haben so viele Aufträge aber keine Arbeitskräfte, welche die Jobs übernehmen können. Das kostet uns Millionen“, erklärt beispielsweise die Firma Hamilton Jets aus Christchurch, die Jetboats bauen und ausliefern. Der größte Fachkräftemangel herrscht derzeit in Canterbury, wo die Anzahl der Stellenanzeigen um 39 Prozent gestiegen ist. „Dieser hohe Bedarf an gut ausgebildetem Personal ist natürlich eine gute Voraussetzung auch für deutsche hochqualifizierte Arbeitskräfte, die daran denken, beruflich nach Neuseeland zu gehen“, erklärt der Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington und baut auf seine mittlerweile über 25 Jahre lange Berufserfahrung.

Engpass Immigrationsbehörde

Jetzt, wo endlich wieder Bewegung in den Arbeitsmarkt kommen könnte, und die dringend gesuchten ausländischen Fachkräfte angestellt werden könnten, gibt es jedoch einen personellen Engpass bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde INZ. Sie müssen derzeit trotz neuer Angestellter immer noch mit 20 Prozent weniger Personal auskommen als vor der Pandemie. Während drei Niederlassungen im Ausland geschlossen wurden, hat nur eine neue Filiale in Christchurch eröffnet. Somit ist derzeit keine schnelle Bearbeitung von Anträgen möglich und die Einreise vieler Antragsteller verzögert sich. „Immigration New Zealand bildet zwar gerade unter Hochdruck Personal aus und stellt weitere Mitarbeiter ein, dennoch können derzeit zwei Drittel weniger Anträge bearbeitet werden als vor Covid19“, berichtet auch Peter Hahn. „Doch das ist nicht die einzige Hürde derzeit. Antragsteller müssen auch berücksichtigen, dass nun das schon lange bestehende Essential Skills Work Visa ab Juli 2022 durch das AEWV, das Accredited Employer Work Visa ersetzt wird.

AEWV – Details bekanntgegeben

„Momentan müssen wir wirklich ganz Einzelfall-bezogen beraten. Seit ein paar Tagen sind jedoch die neuen Regeln herausgekommen, wie das Accredited Employer Work Visa für Arbeitgeber und ausländische Arbeitnehmer funktionieren soll“, erklärt Peter Hahn die Fakten. Der Einwanderungsberater kann beispielsweise ausländische Gerüstbauer, die hier für eine Firma in Porirua arbeiten könnten, ins Land bringen. „Ganz wichtig ist jedoch, dass wir hier über ein Work Visa, also ein dreijähriges Arbeitsvisum reden und nicht über eine Einwanderung!“, betont der Immigrationsberater. Und wie genau das neue Accredited Employer Work Visa aussieht, verdeutlichen die gerade veröffentlichten Details.

„Zunächst gab es viel Gerede um den Akkreditierungsprozess des neuseeländischen Arbeitgebers. Das ist jedoch in meinen Augen keine große Hürde, sofern der Unternehmer hier noch nicht bei der Einwanderungsbehörde negativ aufgefallen ist oder in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Das ist dann reine Formsache“, weiß Peter Hahn. Doch was muss nun der ausländische Arbeitnehmer, also der ausländische Antragsteller des Arbeitsvisums nachweisen? „Bislang war es bei Essential Skills Work Visa so, dass man je nach Berufsgruppe glaubhaft machen musste, dass man ‚suitably qualified‘ für den Job ist. Daran geknüpft waren unter anderem der Nachweis einer bestimmten Ausbildung und bestimmte Jahre Berufserfahrung.“

Komplexeres Prozedere

„Wer glaubt, dass es reicht, ein Joboffer eines Accredited Employers aus Neuseeland zu bekommen, um ein Work Visa zu erhalten, liegt da leider falsch. Das Prozedere, wie der Nachweis von beiden Seiten vonstattenzugehen hat, ist deutlich komplexer geworden als vorher und birgt einige Stolpersteine“, warnt Peter Hahn vor überschnellen Aktionen. „So ein Antrag muss von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite gut gemanagt werden und man muss dabei sehr genau arbeiten, denn es gibt nun deutlich mehr Fehlerquellen als bislang.“

Dabei muss der Arbeitgeber erst einmal nachweisen, dass er in Neuseeland keinen geeigneten Bewerber finden konnte. Die entsprechende Stellenanzeige muss jedoch schon sehr detailliert und nach genauen Vorgaben verfasst sein, sonst kommt es später zu Schwierigkeiten. Es ist genau vorgeschrieben, was in der Anzeige stehen muss. Dazu gehören beispielsweise, der spätere Verdienst, Vertragsdetails, Arbeitsbedingungen oder welche Qualifikation ein Kandidat haben muss. „Bei letzterem kann sich der Arbeitgeber leicht selbst ein Bein stellen. Setzt er die Qualifikation sehr hoch an und erhält einen Bewerber, der dies nicht zu 100 Prozent erfüllen kann, darf er ihn nicht einstellen, obwohl sich vielleicht beide einig sind und der Arbeitgeber die Fachkraft gerne genommen hätte“, erklärt der Einwanderungsberater.

„Im Prinzip werden ähnliche Mechanismen benutzt wie bislang, aber das bedeutet insgesamt nicht, dass so eine Beantragung eines Arbeitsvisums in der neuen Kategorie nun viel schwieriger geworden ist, nur ein bisschen komplizierter eben“, resümiert Peter Hahn die neuen Anforderungen bei der Beantragung eines Arbeitsvisums.

Pathway to Residence – Vom Work Visa zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung

Was die Regierung ganz kurzfristig veröffentlich hat, sind die künftigen Möglichkeiten des sogenannten ‚Pathway to Residence‘, also der Weg vom Work Visa zur uneingeschränkten Aufenthaltserlaubnis zu gelangen. Bislang war noch nicht klar, ob es das Verfahren künftig überhaupt noch geben wird. Jetzt ist es entschieden. „Es gibt da mehrere Wege in Zukunft, je nachdem, in welchem Beruf man arbeitet und was man dann beispielsweise verdient“, erklärt Peter Hahn die neusten Ankündigungen. „Zum einen wird es einen sogenannten Fast Track geben für bestimmte Berufe, die auf einer erschienenen Green List stehen. Dazu gehören beispielsweise Ärzte, Ingenieure oder einige hochqualifizierte Berufe im Baugewerbe“, so der Einwanderungsberater.  Diese hochbezahlten Facharbeitskräfte können diesen schnellen Weg zur Residency bereits ab September 2022 bestreiten. Gleiches gilt für Berufe, die nicht auf der Liste stehen, aber mit mindestens dem zweifachen Median-Gehalt bezahlt werden (circa 116.000 NZD Jahresgehalt).

„Der zweite Weg, über ein Arbeitsvisum später die Residency beantragen zu können, gilt für viele weitere Berufe, die auf der Green List stehen. Allerdings wird es in diesen Jobs so sein, dass man sich während der zwei Jahre Work Visum an einen Arbeitgeber binden muss“, weiß Peter Hahn. „Zu diesen Berufen gehören beispielsweise registrierte Krankenschwestern und Pflegekräfte, Dieselmotor-Mechaniker, zertifizierte Elektriker, Klempner oder Autoelektriker“, berichtet Peter Hahn. „Ein weiterer Nachteil dieser zweiten Liste ist allerdings, dass der Partner des Visumhalters jetzt nicht mehr automatisch auch ein offenes Arbeitsvisum bekommt, sondern nur noch ein Besuchervisum. Wenn der Partner oder die Partnerin arbeiten will, muss ein eigenständiges Work Visa Verfahren auf der Basis eines Arbeitsangebots bei einem akkreditierten Arbeitgeber betrieben werden“, gibt der Einwanderungsberater zu bedenken. „Vor allem Krankenschwestern und Pflegekräfte fühlen sich durch diese Benachteiligungen gegenüber Ärzten zurückgesetzt.“

Zukunftsaussichten für andere Berufe

Für Arbeitskräfte in anderen Berufen ist es nach derzeitigem Stand noch unklar, ob es nach den drei Jahren Arbeitsvisum einen Weg geben wird, die Residency zu beantragen. „Das betrifft zum Beispiel Tischler oder den Beruf des Zimmermann, also im Klartext alle Jobs, die nicht auf der Green List stehen“, verrät Peter Hahn. „Im September soll entschieden werden, wie es mit der sogenannten Skilled Migrant Category weitergehen wird, da könnte sich dann auch für diese Fachkräfte eine Möglichkeit auftun, nicht nur das Arbeitsrecht, sondern auch ein dauerhaftes Bleiberecht für Neuseeland zu bekommen.“

Die Regierung lobt die neuen Regulierungen als Vereinfachungen und unkompliziertere Handhabe für neuseeländische Arbeitgeber auf der Suche nach geeignetem ausländischem Personal. Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn ist da anderer Meinung: „Das stimmt so wirklich nicht. Es gibt ein paar Privilegierte auf der Green List im Fast Track, für die es vielleicht künftig ein wenig schneller gehen könnte, die Residency zu bekommen. Aber diese Kunden habe ich schon immer schnell nach Neuseeland gebracht, ihnen ein Work Visa und drei Monate später die Residency beschafft. Meiner Meinung nach wird es für das Gros der Bewerber, wie auch für viele neuseeländische Arbeitgeber mit dem neuen Prozedere keineswegs leichter.“

Peter Hahn behält die Lage für seine Kunden weiterhin genau im Auge, denn nahezu täglich werden neue Regulierungen und Feinheiten der sogenannten Immigration Rebalance bekanntgegeben.

Vorteile für Einwanderer bei der Jobsuche

Neuer Prozess für Arbeitgeber-Akkreditierung

Jeden Tag gibt es Medienberichte zur Arbeitsplatzsituation in Neuseeland: >>Ein Bewerber auf zwei Jobs<<, >> Verzweifelte Suche nach Personal<< oder >>Zu wenig Arbeitskräfte<<. Noch sind keine Details über die ‚Immigration Rebalance‘, die neuen Einwanderungsregeln bekannt, aber die Regierung hat nun veröffentlicht, wie Arbeitgeber künftig an ausländische Arbeitnehmer gelangen können. Der dafür nötig Akkreditierungsprozess war lange angekündigt, das genaue Verfahren jedoch bislang unbekannt. „Nun kennen wir die Feinheiten und können daraus auch Vorteile für Jobsuchende aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ableiten“, erklärt der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington erleichtert.

Händeringend Personal gesucht

„Unsere Newsletter-Abonnenten steigen. Durch die Corona-Pandemie und den Ukrainekrieg steigt das Interesse an Neuseeland als Auswanderland derzeit stark an“, packt der Neuseeland-Experte die Fakten auf den Tisch. „Auch ich habe erst kürzlich zwei neue Leute eingestellt.“ Die Jobangebote auf der bekanntesten Internetplattform Seek sind auf einem absoluten Höchststand und im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent gestiegen. Die Gegenden mit dem momentan größten Stellenmarkt seien Auckland, Otago, Gisborne und Waikato, erklärte der Seek Regionalmanager Rob Clark. Dabei sei die IT-Branche definitiv der Sektor, in dem die meisten Firmen neue Angestellte suchen würden. Auch der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn beobachtet seit Wochen für seine Kunden die Entwicklungen der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Neuseeland. „Es herrscht hier mittlerweile ein harter Kampf um neue Bewerber“, erklärt der Neuseelandexperte. „Doch nicht nur innerhalb des Landes. Neuseeland konkurriert hier auf dem Weltmarkt um die Topleute.“ Besonders gefragt derzeit sind immer noch IT-ler, Ärzte und Ingenieure.

Durch die Grenzöffnung im Mai wird Neuseeland laut Experten, wie dem Demographen Professor Spoonley vermutlich weitere Fachkräfte verlieren. Viele Kiwis suchen das Abenteuer und wollen nach der langen Abgeschiedenheit trotz um acht Prozent gestiegener Löhne in Neuseeland ins Ausland abwandern. „Allerdings können dann auch ausländische Fachkräfte wieder leichter einreisen und hier auf dem ungedeckten Arbeitsmarkt eine Stelle finden“, gibt Peter Hahn zu bedenken.

AEWV – Das Accredited Employer Work Visa

Die Einwanderungsbehörde hat jetzt nach langem Warten endlich den Prozess beschrieben, mit dem sich neuseeländische Arbeitgeber, die Ausländer einstellen möchten, akkreditieren können. „Das sogenannte Accredited Employer Work Visa ersetzt dann ab dem 4. Juli 2022 offiziell das Essential Skills Work Visa“, erklärt der Einwanderungsberater. Bereits ab 23. Mai 2022 können sich neuseeländische Firmen für dieses Verfahren anmelden.

Es besteht aus drei Stufen und beginnt mit einem einfachen Akkreditierungsprozess. „Bei dieser Stufe muss das Unternehmen eigentlich, neben den offiziellen Angaben, nur nachweisen, dass es eine ernsthafte Firma ist und kein Briefkasten-Geschäft“, weiß Peter Hahn. Der zweite Teil besteht aus dem sogenannten Job Check, welcher schon etwas ausführlicher ist und Stufe drei aus dem eigentlichen Work Visa Antrag durch den ausländischen Bewerber, wie beispielsweise Deutsche, die in Neuseeland bei dieser Firma arbeiten möchten und von der Firma eingestellt werden wollen.

Den ‚Job Check‘ bestehen

„Eigentlich ist dieses Verfahren in der Sache gar nicht neu, nur der Prozess ist jetzt ein anderer und es ist ein bisschen strenger geworden“, gibt Peter Hahn Entwarnung. Innerhalb des Job Checks gibt es zwei Varianten:

  1. Highly Paid Jobs – dazu gehören alle Positionen, bei denen der Arbeitnehmer 200 % des Mediangehalts erhält. Das ist nach momentanem Stand ein Jahresgehalt von etwa 116.000 NZD. „Ganz entscheidend ist hier, dass der Arbeitgeber die Stelle noch nicht einmal inserieren muss“, lobt Peter Hahn. „Zudem hat unser Kunde in diesem Fall die Möglichkeit des sogenannten ‚Pathway to Residence‘. Das bedeutet, dass er nach dem Work Visa später eine Möglichkeit hat, die Residency zu beantragen, die uneingeschränkte Aufenthaltserlaubnis und eben nicht nur eine befristete Arbeitserlaubnis im Land. Und da man laut der Behörde dann über die Skilled Migrant Category diesen Antrag stellen kann, sagt mir das, dass es diese bestehende Kategorie weiterhin geben wird, wenn auch wahrscheinlich mit neuen Regeln“, schließt der Einwanderungsberater aus der Veröffentlichung der Einwanderungsbehörde.
  2. Alle anderen Jobs, die unter dieser Gehaltsgrenze liegen, erfordern jedoch zumindest die Erfüllung des sogenannten Mediangehaltes von knapp 58.000 NZD jährlich, um den Job Check zu bestehen. Zunächst muss nun der neuseeländische Arbeitgeber nachweisen, dass er in Neuseeland kein geeignetes Personal für diese Stelle gefunden hat. „Das ist momentan eigentlich bei dieser engen Marktsituation überhaupt kein Thema. Allerdings muss die neuseeländische Firma beispielsweise beim Inserieren, ganz bestimmte Punkte unbedingt berücksichtigen, sonst fällt das Verfahren durch“, weiß Peter Hahn. Zu diesen wichtigen Regeln gehört unter anderem die Angabe des Gehalts in der Anzeige. „Es gibt viele Feinheiten und manche Arbeitgeber sind etwas schusselig, was dann später zu Fehlern oder Schwierigkeiten für unsere Kunden führen kann“, warnt Peter Hahn. „Da ist es gut, wenn wir als Berater die Arbeitgeber hier vor Ort und unsere Kunden schon früh an die Hand nehmen und unterstützen können, damit alles glatt läuft!“

Neue Chancen für Jobsuchende

Bislang war das Thema Arbeitssuche in Neuseeland für Ausländer oft ein Teufelskreis. Ohne Job kein Visum und ohne Visum kein Job. Die Lage könnte sich jetzt laut Peter Hahn ändern und günstiger für Interessierte werden. „Wenn sich neuseeländische Firmen ab Mai akkreditieren, zeigen sie damit ganz offen, dass sie grundsätzlich bereit sind, Ausländer anzustellen oder sogar aktiv ausländische Fachkräfte suchen. Vermutlich wird es dann ab Juli 2022 eine Liste geben, auf der alle bislang akkreditierten neuseeländischen Arbeitgeber zu finden sind“, vermutet Peter Hahn. „Wer also aktiv nach einem Job in Neuseeland sucht, kann sich dann auf diese akkreditieren Arbeitgeber fokussieren, die ja bereits kenntlich gemacht haben, dass sie den Prozess des Einstellens von Ausländern auf sich nehmen und ausdrücklich wollen. Das macht die Jobsuche für meine Kunden zusätzlich zur momentan starken neuseeländischen Wirtschaft und den vielen Stellenangeboten hier deutlich einfacher!“

Die Aussichten für 2022 sind positiv

Visa-Anträge werden wieder bearbeitet

Neuseeland hat mittlerweile ein Impfquote von gut 90 Prozent wie von der Regierung prognostiziert. Die Arbeitslosenquote ist extrem niedrig und überall fehlt es an Fachpersonal. Positiv nun, die ersten Visa-Anträge im Ausland lebender Antragsteller werden derzeit von der Immigrationsbehörde nach langen Verzögerungen wieder bearbeitet. „Die Zeichen stehen positiv für 2022, dass Einwanderungsinteressierte auch wieder die Möglichkeit bekommen werden, in Neuseeland zu arbeiten oder sogar langfristig einzuwandern“, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn mit Blick auf das kommende Jahr.

Inländische Anträge im Schnellverfahren bearbeitet

Derzeit werden nur Visa bearbeitet, deren Antragsteller sich bereits in Neuseeland befinden. Die Einwanderungsbehörde bearbeitet seit  1. Dezember Residency-Anträge innerhalb des neu installierten Online-Residence-Schemes. Für manche Immigranten, die bereits in Neuseeland leben, kam diese Nachricht wie ein Lottogewinn. Viele blieben bis nach Mitternacht auf, um ihre Papiere bereits mit der Datumsgrenze und Öffnung des Online-Portals einzureichen. So auch Aucklander Jason Warwick aus Südafrika: „Ich dachte, es würde dann ohnehin Monate dauern, bis Immigration New Zealand meinen Antrag bearbeiten würde.“ Anstelle der angedachten zehn Minuten Bearbeitungszeit, hing er über zwei Stunden über seinem Antrag. Die Webseite der Behörde war durch den großen Ansturm derart überlastet, dass sie zeitweise zusammenbrach, das Laden einzelner Seiten dauerte Minuten. Für viele User war es gänzlich unmöglich, ihre Formulare zu bearbeiten und abzuschicken. So fordern einige Stimmen nun sogar, die Sachlage offiziell untersuchen zu lassen. Umso mehr überraschte es viele Antragsteller, dass ihr Verfahren dann binnen 24 Stunden bearbeitet und die Visa genehmigt wurden. „Es war unglaublich und nach Jahren der Unsicherheit ein echtes Aufatmen“, schließt Jason Warwick. Laut der Behörde bearbeite man die Anträge zuerst, welche zeitkritisch seien, also beispielsweise, wenn bestehende Visa ausliefen. Insgesamt sind bereits rund 6000 inländische Residency Anträge eingegangen und werden von rund 100 Mitarbeitern bearbeitet, erklärte General Manager von Immigration NZ, Geoff Scott.

High Court Urteil erzwingt Antragsbearbeitung auch aus dem Ausland

Per Gerichtsbeschluss stellte unterdessen das High Court in Neuseeland fest, dass es gesetzlich unrechtmäßig gewesen sei, während der Corona Pandemie die Bearbeitung der Resident Visa Anträge vieler Einwanderer einfach auszusetzen und Einwanderern, die Ihr Resident Visa erhielten, während sie im Ausland waren, die Einreise nicht zu erlauben. Ein positives Ergebnis für rund 4000 Residents, denn ihnen ist es jetzt erlaubt, mit ihren Visa nach Neuseeland einzureisen, sofern sie einen Platz in einer der gemanagten Quarantäneeinrichtungen ergattern. Ansonsten müssen sie auf die Öffnung der Grenzen im Februar beziehungsweise April warten. Natürlich müssen auch alle geforderten Covid Auflagen wie Impfung, negativer PCR Test und anderes erfüllt sein.

Ebenso gibt es positive Nachrichten für alle, die noch auf die Bearbeitung ihrer Residence Anträge aus dem Ausland warten. Denn Immigration New Zealand muss nun die offenen Verfahren weiterbearbeiten, noch bevor die Grenzen nächstes Jahr öffnen. So stehen alleine noch rund 2300 Entscheidungen von Resident Visa Anträgen aus dem Ausland zur Bearbeitung aus, die bereits vor der Grenzschließung im März 2020 eingereicht wurden. Die Regierung erklärte zudem, sie werde überlegen, wie man die rund 3000 Menschen nach Neuseeland bringen könnte, die nach den Grenzschließungen ihre Anträge gestellt hatten. „Die Sachbearbeiter von Immigration haben versprochen, uns binnen der nächsten Tage über den Bearbeitungsstand der offenen Verfahren zu unterrichten“, bestätigt auch der deutsche Einwanderungsberater Peter Hahn. Der Immigrationsanwalt Stewart Dalley repräsentiert momentan weitere Antragsteller und hofft, dass das High Court in einer zweiten Anhörung demnächst auch grünes Licht für die zügige Wiederaufnahme der Bearbeitung temporärer Visa gebe. Die Verfahrenswelle hatten ursprünglich mehrere Afghanen losgetreten, die bereits seit über zwei Jahren aufgrund der Pandemie und der mit ihr eingesetzten Restriktionen von ihren Familien getrennt leben. „Es gibt derzeit auch weitere Klagen von Einzelpersonen, die ihre Partner oder Familien seit der Grenzschließung nicht ins Land bringen konnten“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Da passiert gerade eine Menge und die Einwanderungsbehörde gerät unter Zugzwang. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass sie, selbst wenn sie wollen würden, gar nicht so viele Visa Anträge bearbeiten können momentan. Die Büros in China sind seit Covid19 geschlossen worden, durch die Pandemie wurden weitere qualifizierte Mitarbeiter entlassen. Es fehlt der Behörde derzeit einfach an geschultem Personal!“

August im Kalender notieren

Wann genau welche Personengruppen wieder ins Land dürfen, ist noch nicht klar. Vor allem der finanzielle Druck auf die öffentlichen und privaten Universitäten steigt. Seit Beginn der Pandemie sind nur noch ein Drittel der ursprünglich in Neuseeland Studierenden im Land. Der Bildungssektor ist durch die Grenzschließungen regelrecht eingebrochen. Im April 2020 waren es noch 10.500 ausländische Studenten pro Jahr, Zahlen jetzt zeigten nur noch 4197 zahlende Studierende aus dem Ausland. Insider bemängeln, dass es noch keine offiziellen Aussichten gäbe, wann ausländische Studenten wieder nach Neuseeland einreisen könnten.

Anders sieht es bei der Bearbeitung von internationalen Visa aus. Als offizieller Start der Bearbeitung von Anträgen aus dem Ausland wurde August 2022 genannt. „Es werden hier wirklich in vielen Sektoren dringend Mitarbeiter gesucht, vor allem in Jobs, für die eine höhere Qualifikation gefordert ist. Da gibt es in Neuseeland einfach nicht genügend Fachpersonal“, erklärt Peter Hahn. „So dürfte es auch nicht schwierig werden, wenn ein Antragsteller entsprechende Ausbildung und Erfahrung mitbringt“, wagt der Einwanderungsberater zu spekulieren. Auch wenn sich August 2022 noch nach einer langen Durststrecke anhört, wer zu bestimmte Berufsgruppen gehört, muss gar nicht so lange warten.

Für Eilige – Per Ausnahmeregelung nach Neuseeland

Die Personalknappheit ist vor allem im Landwirtschaftssektor, im Gesundheitswesen und in Tech-Berufen derart drastisch, dass die Regierung nun für hunderte von Facharbeiter per Ausnahmeregelung den Weg nach Neuseeland ebnen will. Mit Hilfe von sogenannten Border Exeptions soll das dringend benötige Personal ins Land gelangen können, wo die Grenzen sonst für Ausländer immer noch geschlossen sind. „Ich habe auch gerade mehrere Kunden, die im IT-Bereich oder in der Gaming Industrie arbeiten und in Neuseeland einen Job gefunden haben. Solche Leute bekommt man auch jetzt gleich ins Land – und zwar auch mit Frau und Kindern“, erklärt Peter Hahn. „Die Border Exeption ist eine Art Besuchergenehmigung, enthält jedoch schon ein Arbeitsrecht und ermöglicht die Einreise nach Neuseeland. Natürlich müssen die Antragsteller geimpft sein, und alle anderen Pandemie-Einreiseauflagen erfüllen und in einer der gemanagten Quarantäneeinrichtungen (MIQ) einen Platz ergattern“, berichtet der Einwanderungsberater. „Sobald sie dann im Land sind, kann ich ein Work Visa für sie organisieren, so kann die Person arbeiten gehen, sobald die 14tägige Quarantäne vorbei ist. Die Kinder können dann in Neuseeland auch schon in die Schule gehen.“ Ob und wann dann die Antragstellung eines Resident Visa möglich ist, kann noch nicht vom Immigrationsberater abgeschätzt werden, denn hier soll es neue Regularien in der Skilled Migrant Kategory geben. „Welche Auflagen es genau sein werden, ist noch nicht bekannt, aber ich gehe mal schwer davon aus, dass die Kategorie nicht abgeschafft wird und die angekündigten Verschärfungen auch eher Lower Level Jobs betreffen werden. Das heißt Ingenieure oder andere hochqualifizierte Arbeitskräfte aus gefragten Branchen werden davon vermutlich nicht betroffen sein. Was allerdings sehr wahrscheinlich ist – es wird eine Mindestlohnforderung geben. Wer weniger verdient in seinem Job, hat dann schlechte Karten.“

Aussichten auf 2022

Die eigentliche Grenzöffnung soll im nächsten Jahr in drei Phasen vonstatten gehen. Im Januar 2022 sollen nach heutigem Stand Neuseeländer selbst wieder ohne zweiwöchige Quarantäne einreisen können, wenn sie zuvor mindestens zwei Wochen in Australien waren. Es steht dann nur noch eine siebentägige Selbstisolation an. Ab Februar gilt gleiches Prozedere für alle Neuseeländer und Permanent Residents, die aus anderen Teilen der Welt einreisen möchten. Die Grenzöffnung für alle anderen ist theoretisch nach dem 30. April wieder möglich. „Ob dann allerdings auch schon wieder Touristen einreisen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen und wie sich die Pläne der neuseeländischen Regierung hinsichtlich der neuen Omicron Variante noch verschärfen könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht abzusehen“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Grenzöffnung wohl gestaffelt nach priorisierten Visa-Kategorien und Berufsgruppen vonstatten gehen wird. Wer also in einem der gesuchten Berufe tätig ist, hat in 2022 mehr als gute Aussichten auf Erfolg, seine Neuseelandpläne in die Realität umzusetzen. Das sind doch gar nicht so schlechten Aussichten für das kommende Jahr!“, schließt der Einwanderungsberater.

Stimmungswechsel birgt neue Chancen für Einwanderer

Neuseelands Regierung gerät unter Druck

Wie lange kann man an der derzeitigen Eliminierungsstrategie während der Corona Pandemie festhalten? Wann müssen die Grenzen öffnen, um zumindest dringend benötigte Arbeitskräfte in einigen Wirtschaftssektoren ins Land zu lassen? Und was muss geschehen, dass der Unmut in Neuseelands Bevölkerung nicht ins Negative kippt? Premierministerin Jacinda Ardern und die Regierung des kleinen Landes stehen derzeit vor vielen Fragen, die schnellstmöglich geklärt werden sollten. Auch für Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington ist diese Entwicklungsphase spannend, denn mit neuen Regierungsplänen, Erklärungen und Strategien kann auch er nach Zeiten der Ungewissheit dann seine einwanderungsinteressierten Kunden wieder realistischer beraten.

Die Auswirkungen des Lockdowns in der Bevölkerung

Der strikte Lockdown in Neuseeland nach dem letzten größeren Corona-Ausbruch trübt die Stimmung in der Bevölkerung. Das, was Europäer seit vielen Monaten durchhalten müssen und was bei vielen für zermürbende Stimmung und eine gespaltene Gesellschaft sorgt, hat nun auch das kleine Land am Ende der Welt getroffen: Geschlossene Schulen und Geschäfte, abgesagte Veranstaltungen, Bürger, denen nach Tagen Zwangsaufenthalt zu Hause, die Decke auf den Kopf fällt. Der Winter mit kurzen Tagen und schlechtem Wetter, trägt zum Unmut vieler zusätzlich bei. Wo viele Neuseeländer und Staatschefs noch vor zwei Monaten ihre Premierministerin für ein hervorragendes Management der Krise hoch gelobt haben, kippt mittlerweile bei vielen die Stimmung. Rufe aus der Bevölkerung nach Grenzöffnung oder einer anderen Strategie im Umgang mit der Pandemie werden lauter. Denn die Eliminierungs-Linie der Premierministerin scheint nicht mehr alle zu überzeugen. „Es stellt sich einfach die Frage, ob diese Strategie noch realistisch durchzuführen ist“, gibt der Neuseeland-Experte Peter Hahn zu bedenken. Der jüngste und größte Corona-Ausbruch wurde durch erneute Verstöße gegen das vierzehntägige Aussitzen in einer überwachten Quarantäne-Einrichtung in Auckland ausgelöst.

Druck auf die Politik auch aus der Wirtschaft

Die Gaming Industrie in Wellington ist nur ein Beispiel für den enormen Bedarf an Fachkräften, die immer schwieriger zu rekrutieren sind. A44, PikPok und andere Mitspieler entwickeln sich gerade prognostiziert bis 2025 zur Milliarden-Dollar-Industrie. Doch wenn Haus- und Mietpreise zu hoch sind und kein neues Personal gefunden werden kann, lastet enormer Arbeitsdruck und große Unzufriedenheit auf den vorhandenen Mitarbeitern. Die fatale Folge, noch mehr Spezialisten wandern wieder ab, zurück in ihre Heimatländer. Auch in anderen Sektoren auf dem Arbeitsmarkt gibt es große Engpässe: im Gesundheitswesen, im Technologiesektor, beim Garten- und Landschaftsbau und in der IT. Die Medien publizieren immer neue Beispiele von hoch dotierten Jobs, auf die sich binnen Wochen kein einziger Kiwi bewirbt. So wird beispielsweise in Taupo ein Job für einen Hydro-Ingenieur für die Wasserkrafterzeugung gesucht: Jahresgehalt 140.000 NZD – keine Bewerber.

Unter Druck stehende Firmen und Wirtschaftsbosse fordern nun von der Politik eine bessere Möglichkeit, ausländische Fachkräfte ins Land holen zu können. Dafür müssten die Grenzen öffnen oder eine vereinfachte Möglichkeit der Einreise und der Visa Vergabe, zumindest für diese Personen geschaffen werden. „Momentan gibt es nur das sogenannte Critical Purpose Visitor Visa, mit dem wenige Antragsteller in einer absoluten Ausnahmesituation ins Land gelangen und dann vor Ort ein temporäres Arbeitsvisum beantragen können“, so der Einwanderungsberater Peter Hahn.

Ausländische Medienkritik nimmt zu

Auch die ausländischen Medien, die über das letzte Jahr immer wieder Neuseelands positives Agieren in der Pandemie als Vorbildrolle lobten, springen nun auf den Zug der Kritik auf. Als bekannt wurde, dass es einen Coronafall im Land gab und die Premierministerin einen Lockdown anordnete, gab es große Schlagzeilen. Doch die neuseeländische Regierung behielt mit ihrer Reaktion recht, denn der nur EINE Fall, entpuppte sich schnell als nicht zu vernachlässigender Ausbruch im Land, welches bis dahin als Corona-frei galt.

In Deutschland wurde aufgrund eines Übersetzungsfehlers und schlechter Recherchen sogar vom ‚Zwangslager‘ gesprochen, als es um die Quarantäneeinrichtungen ging. Die deutsche Korrespondentin in Christchurch Anke Richter, musste in ihren unzähligen Berichten in Neuseeland und Deutschland hier einiges richtigstellen.

Reaktion der Regierung

Der Druck auf die neuseeländische Regierung von allen Seiten nimmt unweigerlich zu. Selbst aus den eigenen Reihen und in Korrespondenz mit der Wissenschaft gibt es keine klare Einheit mehr. Ehemaliger Premierminister und Vorgänger von Jacinda Ardern, John Key von der National Partei, hat seinen ganz eigenen Ansatz und verurteilt Arderns Politik, wie er in einem Meinungsbericht den Medien mitteilt. Ein konkreter Plan muss her und genau das ist der momentane Fokus der Landesspitze. „Die Frage, die sich stellt, ist, welchen Weg gehen wir, um zur Normalität zurückzukehren?“, formuliert Peter Hahn die Frage, die in aller Munde ist.

Rein faktisch sind derzeit rund 75 Prozent der Bevölkerung in Neuseeland geimpft, mehr als in Deutschland. „Eine angestrebte Rate von 90 Prozent, wird jedoch nur schwer zu erreichen sein“, so Peter Hahn. „Hinzu kommt, dass die Wirtschaftszahlen wirklich gut aussehen, trotz der Grenzschließung. Und das, obwohl sich die Millionenmetropole Auckland momentan immer noch im Lockdown befindet. Allerdings läuft auch in allen anderen Ländern der Erde, die sich im vergangenen Jahr immer wieder im Lockdown befanden, nun die Wirtschaft wieder mehr oder minder normal.“

Der langfristige Plan der Regierung ist die Grenzöffnung mittels einer Art Ampelsystem. Dabei sollen zehn Faktoren bei der wöchentlichen Einstufung der Länder in Low Risk, Medium Risk und High Risk Country helfen. Entsprechend der Herkunft sind dann Einreisen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Untersucht werden so beispielsweise die aktuellen Inzidenzwerte und die Geschwindigkeit des An- oder Abstiegs der Zahlen, die erreichte Impfquote eines Landes, das Fabrikat des Impfstoffs, wie ein Reisender vor dem Abflug getestet wird, die Todesraten im Heimatland und einige andere. „Ich rechne allerdings nicht damit, dass es vor Weihnachten zum Einsatz dieses Verfahrens kommen wird. Realistischer ist da schon März oder April 2022“, gibt Peter Hahn seine Einschätzung.

Residency-Anträge für einige Visa-Halter wieder möglich

Und die ersten positiven Anzeichen für eine Kehrtwende von der Abschottung weg, hin zu Grenzöffnung und Einwanderungsmöglichkeiten gibt es bereits. Gänzlich unerwartet geht die Regierung nun ganz konkret die ersten Schritte. Kürzlich wurde bekannt, dass die neue Residency Category, das 2021 Resident Visa, in der ersten Phase ab dem 1. Dezember 2021 für bestimmte Work Visa Halter wieder öffnet. Es sei ein sogenannter ‚One-off Residence Visa Pathway‘. „Hier ist ganz wichtig zu beachten, dass diese Möglichkeit NUR für Bewerber gilt, die sich bereits seit 29. September dieses Jahres in Neuseeland aufhalten“, erklärt Peter Hahn die ersten konkreten News in dieser Richtung. „Bewerben können sich zunächst Personen, die bereits am 29. September ein Arbeitsvisum hatten oder beantragt hatten. Auch einige Halter von Critical Purpose Visa könnten in diese Kategorie fallen“, so der langjährige Einwanderungsberater. Die Voraussetzungen sind schnell aufgelistet: „Entweder man lebt bereits seit drei oder mehr Jahren in Neuseeland, ODER man verdient mindestens das sogenannte ‚Median Wage‘ von 27 NZD pro Stunde, ODER man arbeitet in einer Branche, die auf der Scarce Liste aufgeführt ist.“ Welche Visa Typen genau sich bewerben dürfen, steht auf dieser Seite der Einwanderungsbehörde. Besonders positiv ist die Prognose, dass diese Residence Visa Anträge dann auf dem ‚fast track‘ binnen zwölf Monaten bearbeitet werden, ‚in der Regel sogar schneller‘, steht auf der Webseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde. Von dieser neuen Regelung könnten dann bis zu 165.000 Bewerber profitieren.

 

„Für mich sind das ganz deutliche Zeichen, dass man jetzt durch den erhöhten Druck von allen Seiten und dem monatelangen Stillstand, die Einwanderung nach Neuseeland wieder langsam ankurbelt. Das sind für viele Interessenten natürlich super Neuigkeiten!“, resümiert Peter Hahn die momentane Lage.

Auch wenn es für Bewerber aus Deutschland noch nicht ganz so weit ist, sieht Peter Hahn künftig gute Chancen für Investoren und Fachkräfte. Wenn die Grenzen 2022 wieder aufgehen, werden die dringend benötigten Arbeitskräfte eine Möglichkeit erhalten, in Neuseeland die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu füllen und damit langfristig auch wieder einwandern zu können. Und interessierte Investoren können sich sogar jetzt schon bewerben. Das zwar noch zarte Pflänzchen der neuen Einwanderungsmöglichkeiten nach Neuseeland sprießt – langsam aber stetig.

Neuausrichtung der Einwanderungsrichtlinien

Erste mögliche Lücken für Investoren

Die Ankündigung der Rede des neuseeländischen Ministers Stuart Nash klang vielversprechend und sollte bahnbrechende Neuigkeiten enthalten. In Vertretung des Immigrationsministers Chris Faafoi schien es, als würde die neuseeländische Einwanderungspolitik gerade neu geschrieben. Die Regierung spricht von einem ‚Reset‘ der Einwanderungsrichtlinien nach der Wiederöffnung der Grenzen. Alles solle anders werden, so die Tendenz. Keine ausländischen Arbeitskräfte mehr im Billiglohnsegment, weniger temporäre Visa. De facto gab es bislang kaum Neuigkeiten. Viele Medien und Wirtschaftsvertreter zogen enttäuscht und mit Unverständnis von dannen. Nur für Investoren wird es jetzt schon interessant. Auch die Möglichkeiten für die Beantragung von Work Visa könnten zukünftig einfacher werden, so der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington.

Die Zahlen ändern sich

Normalerweise reisen pro Jahr mehr als sieben Millionen Menschen nach Neuseeland. Touristen, temporäre Arbeitskräfte und Einwanderer träumen von einer Zeit in Aotearoa. Nach den Grenzschließungen im März 2020 ging die Zahl der Einreisenden drastisch zurück. Insgesamt nur 165.000 Menschen gelangten bis März 2021 nach Neuseeland. Die Effekte auf die Wirtschaft durch den fehlenden Tourismus, ausbleibende internationale Schüler und Studenten und besonders auf den Gastronomiebereich sind drastisch. Seit Juni 2020 gelangten nur rund 8.000 sogenannte Critical Worker ins Land, die für ein wenig wirtschaftliche Erholung in den Bereichen Ingenieurs- und Finanzwesen, Forschung, Entwicklung, Digitalisierung und IT, in der Filmindustrie und im Agrarbereich sorgen konnten.

So kamen beispielsweise 80 Prozent der Anträge, die in der Skilled Migrant Kategorie im vergangenen Jahr gestellt wurden von Bewerbern, die bereits in Neuseeland ansässig sind. „Ausländische Anträge werden derzeit in diesem Bereich auch gar nicht bearbeitet“, erklärt der Neuseelandexperte Peter Hahn. Er verfolgt die Entwicklungen derzeit für seine Kunden und deutsche Interessenten sehr genau.

Immigration Reset

Der Minister sprach in seiner Rede von einem ‚Immigration Reset‘ nach der Pandemie. Dabei ginge es nicht nur um bloße Reduzierung der Einwanderungszahlen, sondern auch um die richtigen Entscheidungen, die richtigen Menschen, die helfen könnten, zum Wirtschaftsaufschwung nach COVID19 beizutragen. Eine der Schlüsselkategorien hierfür sei eine neue Strategie, die hochdotierte, internationale Investoren anziehen soll. Die Regierung verspricht sich dadurch mehr Produktivität, Wissen, neue Ideen, Talent, Beziehungen und das Etablieren neuer Technologien. „Um diese Strategien zu unterstützen und in die Realität umzusetzen, wird eine neue Sondergenehmigung, eine Einreisemöglichkeit für Investoren trotz der Grenzschließung, ins Leben gerufen“, erklärt Peter Hahn. „Und das wird jetzt schon für potenzielle deutsche Investoren interessant.“

Innovative Partnership Programme

Zu den sogenannten ‚Border Exeptions‘, den Ausnahmeregelungen zur Einreise hat die Regierung nun das neue Innovative Partnership Programme hinzugefügt. New Zealand Trade and Enterprise hat dafür ein Investor Programm ausgearbeitet, welches es globalen Firmen und Investoren ermöglichen soll, trotz COVID19-Restriktionen nach Neuseeland einzureisen. Wer kann schon den geeigneten Geschäftspartner per Online-Meeting finden, ohne die Bedingungen und die Schlüsselfiguren vor Ort zu kennen? Mit Hilfe dieser neuen offiziellen Regelung sei es dann den globalen Investoren möglich, trotz der Grenzschließung nach Neuseeland einzureisen. „Über 200 solcher Plätze wurden nun geschaffen und sollen über die nächsten 12 Monate gefüllt werden“, berichtet der Einwanderungsberater Peter Hahn begeistert. „Das wird jetzt für viele interessierte deutsche Investoren eine riesige Chance“, erklärt er. Schon zwei seiner derzeitigen Kunden möchte er mit dieser Strategie schneller zur Einwanderung verhelfen. „Es geht darum, die entsprechenden Investitionsgelder mitzubringen, das ist klar. Aber natürlich sucht man in Neuseeland die Bewerber auch nach Kriterien aus wie Berufserfahrung, Expertise und Beziehungen, welche mitgebracht werden können.“

Normalerweise werden derzeit Anträge aus dem Ausland bei Immigration New Zealand nicht bearbeitet. Selbst wenn ein Jobangebot aus Neuseeland vorliegt, der Antragsteller jedoch sein Formular aus dem Ausland einreicht, sich noch in Deutschland befindet, wird der Antrag nicht bearbeitet. „Die einzige Ausnahme momentan sind tatsächlich Investor Anträge, die ich auch stellen kann, wenn sich die Kunden noch in Deutschland befinden. Allerdings werden die Anträge zum einen nur sehr schleppend bearbeitet und zum anderen, dürfen die Kunden grundsätzlich momentan nicht einreisen. Das bedeutet, dass auch keine Resident Visa ausgestellt werden. Wenn ich jetzt aber meine Investor-Kunden über das neue Innovative Partnership Programme erst einmal hier ins Land bekomme, ist ihnen die Bearbeitung ihres Antrags sicher“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Selbst wenn eine Investition oder eine Partnerschaft mit einem neuseeländischen Unternehmen am Ende scheitern, befinden sich die Antragsteller ja dann schon im Land. Und sobald sie hier ‚on shore‘ sind, kriegen wir die Anträge schneller zur Bearbeitung und die Resident Visa werden auch ausgestellt!“ Eine Infobroschüre für Investoren auf Englisch gibt es HIER.

Vorteile auch für Work Visa-Antragsteller in Aussicht

„Auch die Work Visa Policy könnte sich künftig für Antragsteller vorteilhaft entwickeln“, überlegt der Einwanderungsberater laut. Normalerweise bekommt man ohne Work Visa nur schwer einen Job und den Job jedoch nur mit Work Visa. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“ Ab November müssen sich neuseeländische Arbeitgeber nun aber über ein spezielles Verfahren registrieren, um überhaupt Ausländer anstellen zu dürfen. „Wer folglich durch diesen nicht ganz unaufwendigen Prozess der Akkreditierung geht, ist sich schon darüber im Klaren, dass er ausländische Fachkräfte anstellen möchte, sonst hätte das gesamte Prozedere keinen Sinn gemacht. Für die Arbeitssuchenden im Ausland ist somit diese Hürde bereits genommen und es könnte tatsächlich einfacher werden, einen Arbeitgeber zu finden, der auch bereit ist, Bewerber aus dem Ausland anzustellen.“ Mit einem festen Jobangebot kann dann wiederum ein bis zu dreijähriges Work Visa beantragt werden. „Wie schon erwähnt, der Akkreditierungsprozess für die Arbeitgeber wird jedoch erst im November losgehen.“

Wie es für Arbeitssuchende nach dem temporären Arbeitsvisum auch möglich sein wird, die Residency zu bekommen und ob dann die Skilled Migrant Kategorie künftig noch existieren wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzusehen.

Die Regierung arbeitet derzeit weitere Details der neuen Einwanderungsrichtlinien aus – für Interessierte bleibt es spannend. Peter Hahn behält die Lage für seine Kunden deshalb genau im Auge.

 

 

 

Immigrations-Debatten hinter den Kulissen

Spekulationen über Neuseelands Zukunft

Die Grenzen in Neuseeland bleiben geschlossen, ebenso wie viele Türen für potenzielle Einwanderer. Doch hinter den Kulissen werden unzählige Optionen diskutiert, wie die zukünftige Immigrationspolitik des Landes aussehen könnte. Zugrunde gelegt werden neue Statistiken, Papiere und Wirtschaftsberichte des Landes. Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington studiert viele der Unterlagen, um für seine Kunden die neusten Entwicklungen im Blick zu haben.

Statistiken in Corona-Zeiten

Neue Wirtschaftsberichte zeigen, dass trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Neuseeland ein leichtes Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu verzeichnen ist. Laut des Instituts für Economic Research befürchten jetzt nur noch 16 Prozent aller Firmen, anstelle der 38 Prozent aus den vorangegangenen Quartalen, dass sich die Bedingungen verschlechtern werden. Gestärkt wird die Wirtschaft vor allem durch den boomenden Bausektor. Wirtschaftswissenschaftlerin Christina Leung jedoch betone, dass es für viele Unternehmen in dieser Branche immer schwierige werde, ausreichend geschulte Fachkräfte auf dem inländischen Markt rekrutieren zu können.

Mittlerweile ist die neuseeländische Gesellschaft nach einer kürzlich veröffentlichen Übersicht der Statistikbehörde auf eine Population von gut fünf Millionen Menschen herangewachsen. Prognostiziert war diese Bevölkerungszahl in 2010 erst für das Jahr 2031. Die letzte Million des Zuwachses sei die schnellste gewesen. „In den nächsten zehn Jahren werden alleine rund 40 Prozent der Menschen in der größten Stadt Auckland leben“, befürchtet der Demograf Professor Paul Spoonley von der Massey Universität. „Das wird für die Infrastruktur der Stadt künftig noch größere Probleme mit sich bringen.“ Die landeseigene Geburtenrate sinkt, während die Zuwanderung nach Neuseeland immer schneller voranschreitet.

Die Politik diskutiert nun, vor allem die Zahl der sogenannten Lower-skilled Arbeitskräfte künftig bei der Einwanderungspolitik drastisch zu reduzieren. Es mache keine Sinn Menschen ins Land zu bringen, welche den gleichen oder sogar einen niedrigeren Bildungsstand habe als die Kiwis selbst.

Politik und Prognosen

Derzeit werden in der Politik die bisherigen und mögliche künftige Einwanderungsstrategien unter die Lupe genommen. Vor allem im Tourismusgewerbe, in der Gastronomie und im Landwirtschaftssektor würden bislang viele Billigarbeitskräfte ins Land gelassen, welche der Wirtschaftsentwicklung Neuseelands keinerlei Vorteile brächten, so der Grundkonsens der veröffentlichen Economy Reports. Jeder zehnte Arbeiter in Neuseeland ist ein Ausländer mit einem Work oder Student Visa.

Politische Überlegungen

Stimmen werden laut, die Einwanderungspolitik Neuseelands deutlich zu verschärfen. Dabei sind momentan wohl vor allem Studentenvisa, Saisonal-Arbeiter und Working Holiday Visa im Visier, lässt die neuseeländische Presse verlauten. Laut der neusten Wirtschaftsberichte schneidet die neuseeländische Einwanderungspolitik schlecht ab. Wer wolle schon als Top-Player in der Industrie oder als Weltkonzern in ein Land fern ab jeglicher Weltwirtschaft ziehen? Einwanderer in Neuseeland seien ein erfreulicher und bereichernder Teil für die Gesellschaft, hätten jedoch wirtschaftlich keinerlei messbaren positiven Einfluss, so das vernichtende Urteil der Wirtschaftswissenschaftler.

Arbeitsmarkt in Pandemie-Zeiten

„Man versucht nun herauszufinden, welche Einwanderer Neuseeland wirtschaftlich am meisten nutzen“, erklärt der Neuseeland-Experte Peter Hahn. Seit den 1980ger-Jahren ist die neuseeländische Einwanderungspolitik vom Grundsatz her ähnlich. „Ich sehe all die Versuche, die positiven Effekte der Einwanderer zu messen, völlig zweifelhaft an. Man kann den Einfluss nicht rein wirtschaftlich betrachten, sondern muss Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen“, so die Meinung von Peter Hahn. Der Einwanderungsberater ist seit über 25 Jahren im Geschäft und hat mehrfach bei seinen Kunden erlebt, dass nicht die erste Generation der Einwanderer, sondern meist erst die zweite Generation unter die Lupe genommen werden müsste. „Die Ansprüche an das Leben hier und die Zukunft der Kinder der Einwanderer zeigen oft erst, was die ursprüngliche Einwanderung bewirkt hat. Aber wie soll man so etwas tatsächlich messbar machen. Das ist gar nicht möglich“, weiß Peter Hahn.

Die Grenzschließungen und Covid19-Pandemie zeigen einmal mehr, dass der neuseeländische Arbeitsmarkt anpassungsfähig ist. „Für die Politik ist dieser Zustand eine gute Ausrede zu beobachten was passiert, wenn die Arbeitgeber gezwungen sind, mit inländischem Personal zu arbeiten, da ja keine neuen Leute mehr ins Land kommen können. Vor allem in Bereichen wie Gastronomie, Altenpflege oder auf Obstplantagen scheint man abwarten zu wollen, wie lange neuseeländische Unternehmer ohne Hilfe von ausländischen Arbeitskräften aushalten können“, gibt der Einwanderungsberater zu bedenken.

Haltung kontra Realität

Erst kürzlich ging der Fall eines zugewanderten Allgemeinmediziners aus Otaki durch die Presse, der seit langem auf die Bearbeitung und Genehmigung seines Residence Antrags warte. „Er darf sich beispielsweise aufgrund der Regelungen kein Haus hier kaufen, hat keinerlei Planungssicherheit“, bestätigt auch Peter Hahn. „Das Ende vom Lied ist nun, dass er Neuseeland verlässt und nach Kanada geht. So ein Einwanderungsfall zeigt deutlich, wo derzeit die Probleme liegen. Gerade im Gesundheitsbereich fehlen solche Fachkräfte an allen Ecken und Enden!“, beschreibt Peter Hahn den momentanen Zwiespalt. „Politische Aussagen und die Medien zeigen eine absolute Stagnation und pessimistische Aussichten für Einwanderer. Meine tägliche Arbeit zeigt jedoch ein anderes Bild. Alle Anträge, beispielsweise für Work Visa oder Critical Purpose Visitor Visa meiner Klienten werden momentan blitzschnell bearbeitet. Wir erhalten oft schon wenige Wochen später Genehmigungen, auf die wir früher manchmal drei Monate lang gewartet haben“, berichtet der Einwanderungsberater aus seinem Alltag. „Allerdings sind das alles Anträge von Personen, die sich bereits in Neuseeland befinden“, fügt er hinzu.

Prognosen

Was genau sich zukünftig im Einwanderungsrecht ändern wird, bleibt zunächst ein Ratespiel. Obwohl die Politik eine deutliche Verschärfung der Einwanderungskriterien diskutiert, sieht es laut Peter Hahn für deutsche Interessierte gar nicht schlecht aus: „Natürlich ist jede Einwanderung sehr individuell. Aber wenn man sich einmal die Bereiche ansieht, die verschärft werden sollen, wird das für Interessierte aus den deutschsprachigen Ländern kaum Auswirkungen haben. Highly-Skilled Einwanderer werden nach wie vor willkommen sein und dazu gehören nahezu alle meiner Kunden!“ Momentan werden sogar Investor-Anträge aus dem Ausland bearbeitet, die seit März 2020 unbearbeitet geblieben sind. „Das zeigt mir schon, dass die Arbeit bei Immigration New Zealand wieder losgeht – wenn auch ganz langsam und sukzessive. Für Interessierte lohnt es sich, die Zeit bis zur Grenzöffnung sinnvoll zu nutzen. So kann man jetzt schon eine Einwanderungsstrategie entwickeln und die nötigen Papiere vorbereiten. Dann ist man gut gerüstet, wenn es wieder richtig losgeht.“

 

Neuseelands Zukunftsaussichten

Covid19 – Der Einfluss der Pandemie auf  Einwanderung und Neuwahlen

Stand 17. August 2020

Neuseeland als Einwanderungs-Domizil wird immer attraktiver. Es ist das einzige Land, welches Covid19 tatsächlich im Griff zu haben scheint. In Aotearoa fand sogar das Leben über 100 Tage lang ganz normal statt, die Schulen waren geöffnet, es gab keine Abstandsregelungen, keine Maskenpflicht. Egal ob ein entspannter Restaurantbesuch, ein Abend beim beliebten Rugbyspiel oder ein Konzertevent – alles war möglich. Vor wenigen Tagen wurden dann vier neue Corona-Fälle in Auckland entdeckt. Jetzt ändert sich das Leben auch für die Neuseeländer wieder. Doch der Einfluss der Covid19-Pandemie auf Neuseelands Alltag ist viel geringer als in Deutschland. Nur beim Thema Einwanderung und die anstehenden Parlamentswahlen sieht es schwieriger aus.

„Normalerweise konkurrieren die USA, Kanada und Australien um die begehrten Einwanderer, Neuseeland liegt nur an vierter Stelle“, erklärt der Neuseeland-Experte und langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington. „Durch das gute Corona-Management unserer Premierministerin Jacinda Ardern haben wir ganz wenige Corona-Fälle im Land und damit steigt der Beliebtheitsgrad von Neuseeland in Zeiten der weltweiten Katastrophenmeldungen über die Pandemie deutlich.“

 

Neue Covid19-Fälle im Corona-freien Land

Jetzt nach Monaten des Corona-freien Alltags in Aotearoa sind erneut vier Fälle von Betroffenen in Auckland aufgetaucht. Doch das könnte erst der Anfang sein, denn Experten vermuten, dass das Virus bereits einige Wochen in der Millionenmetropole vorhanden ist. Die Zahl der infizierten stieg binnen 48 Stunden bereits auf 17 an. Die Quelle des Erregers ist noch nicht ganz klar, doch die Vermutung liegt nahe, dass es Einreisende waren, die unerlaubter Weise aus Quarantänehotels ausgebrochen waren, Sicherheitspersonal an Flughäfen oder Quarantäneunterkünften oder andere Personen, die mit den Reisenden oder Kiwi-Rückkehrern in Berührung kamen. Immer wieder sorgen Ausnahmeregelungen für Unmut und machen Negativ-Publicity in der Presse. Ein Flugzeug voll Animationsspezialisten, die für die Avatar-Filme von James Cameron eingeflogen wurden, Immigranten mit Sondergenehmigungen, Bauexperten – obwohl offiziell im Augenblick nur neuseeländische Staatsbürger und Residents einreisen dürfen, kamen über die letzten Wochen unzählige Menschen ins Land. Das Inseldasein und somit die Grenzkontrollen sind in Neuseeland sicherlich einfacher durchzuführen als beispielsweise in Deutschland, doch ganz verschließen kann auch das kleine Land seine Tore zur Welt nicht. Auckland bekam jetzt erneut den Lock down in Alert Level 3, der Rest Neuseelands verharrt nun für zwei Wochen in Alert Level 2. Wo man noch vor Tagen die Grenzen für Cook Island-Bewohner öffnen wollte, um die Erntehilfe der kommenden Saison sicher zu stellen, ist jetzt an Einwanderung, auch temporärer Migranten, erst einmal nicht mehr zu denken.

 

Status Quo der Einwanderung im August 2020

Schon lange stand die neuseeländische Einwanderungsbehörde unter Beschuss. Der Immigrationsminister Ian Lees-Galloway wurde mittlerweile durch Chris Faafoi ersetzt. „Die wichtigste Information für Einwanderungsinteressierte ist: Derzeit werden nur Anträge von Personen bearbeitet, die bereits vor Ort in Neuseeland sind“, berichtet Peter Hahn von der aktuellen Einwanderungssituation in Neuseeland. „Das sind beispielsweise Leute, deren Arbeitsvisum ausläuft oder die mit einem Arbeitsvisum im Land sind und die Residency (uneingeschränkte Aufenthaltserlaubnis) beantragt haben.“ Zudem existiert seit 2018 aus diversen Gründen bei Immigration New Zealand ein Backlog, ein Rückstau von Skilled Migrant Anträgen, deren Zahl sich mittlerweile auf über 38.000 beläuft. Neuseeland kämpfte schon vor der Corona-Pandemie mit Altlasten. „Viele dieser oft über eineinhalb Jahre alten Anträge in der Warteschleife sind von ehemaligen Studenten aus China oder Indien. Mit einem Student Visa konnten seit der Einführung vor 15 bis 20 Jahren bis vor rund einem Jahr viele junge Menschen relativ einfach nach Neuseeland kommen, hier studieren, dann arbeiten und letztendlich auf diesem Weg auch einwandern. Das waren allerdings häufig unerfahrene Arbeiter, die oft auf nicht so hohem Bildungslevel standen“, weiß der Einwanderungsberater. Durch diverse Änderungen im Immigrationsrecht gelten ähnliche Regelungen jetzt nur noch für Studenten, die an den Universitäten ihre Ausbildung machen und mindestens mit einem Bachelor abschließen.

 

Geplante Änderungen im Zuge der Neuwahlen

Viele Anzeichen sprechen dafür, dass die Labour-Premierministerin Jacina Ardern bei den Neuwahlen Mitte September wiedergewählt wird. „Ein Blick in ihr Wahlprogramm gibt uns Einwanderungsberatern dann auch einen groben Kurs für die nächsten Monate und Jahre an“, verrät Peter Hahn. „Wo man früher eher auf junge Einwanderer setzte, würde Labour dann die Punkteanzahl für die unterschiedlichen Alterskategorien verändern. So hofft man in Kombination eines Mindestgehalts von 25,50 NZ$ pro Stunde auf erfahrenere und qualifiziertere Immigranten in der Skilled Migrant Kategorie. Bisher stuft man beispielsweise das Alter der Bewerber bis 39 Jahre ein und vergibt dafür 30 Punkte, 40 bis 44-Jährige erhalten 20 Punkte, danach gibt es nur noch zehn Punkte und so weiter. Der neue Plan wäre, den Antragstellern bis 45 Jahre einheitlich Punkte zu geben, also keine Jüngeren mehr zu bevorzugen.“ Auch ein Studium soll dann keine Bonuspunkte mehr bringen. Die Listen der gesuchten Berufe würden nach Wunsch von Labour zudem regionaler werden, damit die ausländischen Fachkräfte tatsächlich dort ankommen, wo sie dringend gebraucht werden.

 

Aussichten für deutsche Einwanderer

„Eigentlich sind die geplanten Änderungen im Einwanderungsrecht, die Labour bei einer Wiederwahl umsetzen möchte, ganz im Sinne meiner deutschen Kunden“, berichtet Peter Hahn. „Wir haben so gut wie keine Klienten, die nicht die erforderlichen Mindestgehälter verdienen und Alter und Berufserfahrung erfüllen sie zumeist auch. Insofern sieht es langfristig gar nicht schlecht aus!“ Der einzige Negativaspekt im Augenblick ist die anhaltende Schließung der neuseeländischen Grenzen. „Momentan kommen weder Touristen noch deutsche Bewerber ins Land, die noch in Europa oder sonst irgendwo auf der Welt sind. Wie schon erwähnt, werden momentan deshalb auch nur Anträge von Leuten der langen Warteliste abgearbeitet, mit Priorisierung der Antragsteller, die sich bereits in Neuseeland befinden. Häufig beantragen wir das Work Visa und das Residence Visa gleichzeitig, denn ein Arbeitsvisum geht immer noch viel schneller als die Bearbeitung eines Residence Antrags. Im Moment werden aber leider keinerlei Anträge aus Deutschland bearbeitet – auch wenn es immer wieder Ausnahmen und umstrittene Sondergenehmigungen gibt. Für meine deutschen Kunden heißt das im Augenblick, Geduld haben und einfach schon mal vorbereitende Maßnahmen für die Einwanderung treffen“, so der Neuseeland-Experte. „Da kann man in vielen Fällen schon einiges hinter den Kulissen unternehmen und die Zeit sinnvoll nutzen.“

 

Einreise trotz Grenzschließung

„Trotz der Grenzschließungen können Expats, also Kiwis, die im Ausland gelebt haben (davon gibt es rund eine Million), zurück in ihre Heimat kommen“, erklärt Peter Hahn. „Und das tun aufgrund der weltweiten Lage mit Covid19 auch sehr viele. Neuseeland ist und bleibt beliebt. Die Regierung regelt jedoch strikt, wer wann einreisen darf, denn die Gesamtzahl ist derzeit auf 228 in Auckland und Wellington begrenzt. Jeder Einreisende muss für zwei Wochen in streng überwachte Quarantäne-Einrichtungen und wird mehrfach auf das Corona-Virus getestet. „Bislang zahlte diesen Aufenthalt die Regierung, künftig müssen viele der Einreisenden jedoch rund 3.100 NZ$ (etwa die Hälfte) aus eigener Tasche begleichen“, erklärt der Neuseeland-Experte die aktuelle Entwicklung. Immer wieder bringen Einreisende Covid19 in die Quarantäneunterkünfte. Bislang glaubte man, durch die verschärfte Überwachung und die strikten Regulierungen das Virus auf diese Weise sehr gut isolieren zu können, so dass keine wirkliche Bedrohung für den Rest des Landes bestehe. „Allerdings zeigt der aktuelle Ausbruch nun wieder ein ganz anderes Bild“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Immigranten sind in so einer Situation natürlich das letzte, woran die Regierung denkt. Sie konkurrieren mit Neuseeländern auf dem ohnehin schon angespannten Arbeitsmarkt und bergen das Risiko, das Virus immer wieder erneut mit ins Land zu bringen. Auch wenn das natürlich langfristig kurzsichtig gedacht ist, spiegelt das leider die momentane Lage wider.“

Die neuseeländische Regierung möchte die Pandemie um jeden Preis kontrollieren, sogar ganz ausmerzen, weshalb auch nur bei einer verhältnismäßig kleinen Anzahl voll Fällen sofort scharf reagiert wird. „Und für Einwanderungsinteressierte, bedeutet das erst einmal Ausharren und nur im Hintergrund die Immigrationspläne vorzubereiten“, resümiert der erfahrene Einwanderungsberater. Offiziell bleiben die Grenzen weiterhin für die breite Masse geschlossen.