Was kommt auf Jobsuchende in Zukunft zu?

Accredited Employer Work Visa & Pathway to Residence

Anfang Mai gingen die Grenzen Neuseelands nach über zwei Jahren wieder auf und auch, wenn jetzt noch nicht alle internationalen Neuseelandtouristen ins Land dürfen, sieht es für interessierte Deutsche, die in Aotearoa arbeiten oder reisen wollen, wieder gut aus. Diese dürfen sogar ohne Quarantäne und Selbstisolation einreisen. Wer bereits ein Visum besitzt, in Australien lebt oder Permanent Resident ist, kann jetzt sogar ohne Covid-Impfung nach Neuseeland kommen.

Auch neuseeländische Firmen atmen auf, denn nun haben sie wieder die Möglichkeit, international nach geeigneten Fachkräften für ihr Business zu suchen. Allerdings gibt es einige Hürden, angefangen bei der völlig unterbesetzten Einwanderungsbehörde. Immigrationsberater Peter Hahn schildert die Lage vor Ort und berät deutsch- und englischsprachige Kunden beispielsweise bei ihren Visa Anträgen – denn derzeit ändern sich einige Richtlinien. Das Essential Skills Work Visa wird nun durch das Accredited Employer Work Visa ersetzt.

 

Vor der Grenzschließung waren fünf Prozent aller Arbeitskräfte in Neuseeland temporäre ausländische Arbeiter, zeigen die Statistiken. „Diese Zahl ist im internationalen Vergleich relativ hoch“, erklärt Prof. Spoonley von der Massey University. „In Australien sind es gerade einmal drei Prozent und in anderen Ländern noch deutlich weniger.“ Ganz wichtig sei, dass die internationalen Fachkräfte nicht ausgebeutet würden, angemessene Bezahlung erhalten und bei ihnen keine falschen Hoffnungen geschürt würden, wenn es um ein mögliches lebenslanges Bleiberecht in Neuseeland gehe, nach ihrem Arbeitsvisum. Um das zu gewährleisten hat die Labour Regierung das Accredited Employer Work Visa ins Leben gerufen.

Überall händeringend Personal gesucht

Die Schlagzeilen sind täglich voll von verzweifelten neuseeländischen Firmen, die kein Personal finden. Egal ob Pflegekräfte in den Altenheimen, Gerüstbauer, Ingenieure, IT-Fachkräfte für die aufstrebende Gaming-Industrie im Land oder spezielle Arbeiter für die Bootsindustrie, wie beispielsweise Elektroingenieure. „Wir haben so viele Aufträge aber keine Arbeitskräfte, welche die Jobs übernehmen können. Das kostet uns Millionen“, erklärt beispielsweise die Firma Hamilton Jets aus Christchurch, die Jetboats bauen und ausliefern. Der größte Fachkräftemangel herrscht derzeit in Canterbury, wo die Anzahl der Stellenanzeigen um 39 Prozent gestiegen ist. „Dieser hohe Bedarf an gut ausgebildetem Personal ist natürlich eine gute Voraussetzung auch für deutsche hochqualifizierte Arbeitskräfte, die daran denken, beruflich nach Neuseeland zu gehen“, erklärt der Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington und baut auf seine mittlerweile über 25 Jahre lange Berufserfahrung.

Engpass Immigrationsbehörde

Jetzt, wo endlich wieder Bewegung in den Arbeitsmarkt kommen könnte, und die dringend gesuchten ausländischen Fachkräfte angestellt werden könnten, gibt es jedoch einen personellen Engpass bei der neuseeländischen Einwanderungsbehörde INZ. Sie müssen derzeit trotz neuer Angestellter immer noch mit 20 Prozent weniger Personal auskommen als vor der Pandemie. Während drei Niederlassungen im Ausland geschlossen wurden, hat nur eine neue Filiale in Christchurch eröffnet. Somit ist derzeit keine schnelle Bearbeitung von Anträgen möglich und die Einreise vieler Antragsteller verzögert sich. „Immigration New Zealand bildet zwar gerade unter Hochdruck Personal aus und stellt weitere Mitarbeiter ein, dennoch können derzeit zwei Drittel weniger Anträge bearbeitet werden als vor Covid19“, berichtet auch Peter Hahn. „Doch das ist nicht die einzige Hürde derzeit. Antragsteller müssen auch berücksichtigen, dass nun das schon lange bestehende Essential Skills Work Visa ab Juli 2022 durch das AEWV, das Accredited Employer Work Visa ersetzt wird.

AEWV – Details bekanntgegeben

„Momentan müssen wir wirklich ganz Einzelfall-bezogen beraten. Seit ein paar Tagen sind jedoch die neuen Regeln herausgekommen, wie das Accredited Employer Work Visa für Arbeitgeber und ausländische Arbeitnehmer funktionieren soll“, erklärt Peter Hahn die Fakten. Der Einwanderungsberater kann beispielsweise ausländische Gerüstbauer, die hier für eine Firma in Porirua arbeiten könnten, ins Land bringen. „Ganz wichtig ist jedoch, dass wir hier über ein Work Visa, also ein dreijähriges Arbeitsvisum reden und nicht über eine Einwanderung!“, betont der Immigrationsberater. Und wie genau das neue Accredited Employer Work Visa aussieht, verdeutlichen die gerade veröffentlichten Details.

„Zunächst gab es viel Gerede um den Akkreditierungsprozess des neuseeländischen Arbeitgebers. Das ist jedoch in meinen Augen keine große Hürde, sofern der Unternehmer hier noch nicht bei der Einwanderungsbehörde negativ aufgefallen ist oder in finanziellen Schwierigkeiten steckt. Das ist dann reine Formsache“, weiß Peter Hahn. Doch was muss nun der ausländische Arbeitnehmer, also der ausländische Antragsteller des Arbeitsvisums nachweisen? „Bislang war es bei Essential Skills Work Visa so, dass man je nach Berufsgruppe glaubhaft machen musste, dass man ‚suitably qualified‘ für den Job ist. Daran geknüpft waren unter anderem der Nachweis einer bestimmten Ausbildung und bestimmte Jahre Berufserfahrung.“

Komplexeres Prozedere

„Wer glaubt, dass es reicht, ein Joboffer eines Accredited Employers aus Neuseeland zu bekommen, um ein Work Visa zu erhalten, liegt da leider falsch. Das Prozedere, wie der Nachweis von beiden Seiten vonstattenzugehen hat, ist deutlich komplexer geworden als vorher und birgt einige Stolpersteine“, warnt Peter Hahn vor überschnellen Aktionen. „So ein Antrag muss von Arbeitnehmer- und Arbeitgeberseite gut gemanagt werden und man muss dabei sehr genau arbeiten, denn es gibt nun deutlich mehr Fehlerquellen als bislang.“

Dabei muss der Arbeitgeber erst einmal nachweisen, dass er in Neuseeland keinen geeigneten Bewerber finden konnte. Die entsprechende Stellenanzeige muss jedoch schon sehr detailliert und nach genauen Vorgaben verfasst sein, sonst kommt es später zu Schwierigkeiten. Es ist genau vorgeschrieben, was in der Anzeige stehen muss. Dazu gehören beispielsweise, der spätere Verdienst, Vertragsdetails, Arbeitsbedingungen oder welche Qualifikation ein Kandidat haben muss. „Bei letzterem kann sich der Arbeitgeber leicht selbst ein Bein stellen. Setzt er die Qualifikation sehr hoch an und erhält einen Bewerber, der dies nicht zu 100 Prozent erfüllen kann, darf er ihn nicht einstellen, obwohl sich vielleicht beide einig sind und der Arbeitgeber die Fachkraft gerne genommen hätte“, erklärt der Einwanderungsberater.

„Im Prinzip werden ähnliche Mechanismen benutzt wie bislang, aber das bedeutet insgesamt nicht, dass so eine Beantragung eines Arbeitsvisums in der neuen Kategorie nun viel schwieriger geworden ist, nur ein bisschen komplizierter eben“, resümiert Peter Hahn die neuen Anforderungen bei der Beantragung eines Arbeitsvisums.

Pathway to Residence – Vom Work Visa zur dauerhaften Aufenthaltsgenehmigung

Was die Regierung ganz kurzfristig veröffentlich hat, sind die künftigen Möglichkeiten des sogenannten ‚Pathway to Residence‘, also der Weg vom Work Visa zur uneingeschränkten Aufenthaltserlaubnis zu gelangen. Bislang war noch nicht klar, ob es das Verfahren künftig überhaupt noch geben wird. Jetzt ist es entschieden. „Es gibt da mehrere Wege in Zukunft, je nachdem, in welchem Beruf man arbeitet und was man dann beispielsweise verdient“, erklärt Peter Hahn die neusten Ankündigungen. „Zum einen wird es einen sogenannten Fast Track geben für bestimmte Berufe, die auf einer erschienenen Green List stehen. Dazu gehören beispielsweise Ärzte, Ingenieure oder einige hochqualifizierte Berufe im Baugewerbe“, so der Einwanderungsberater.  Diese hochbezahlten Facharbeitskräfte können diesen schnellen Weg zur Residency bereits ab September 2022 bestreiten. Gleiches gilt für Berufe, die nicht auf der Liste stehen, aber mit mindestens dem zweifachen Median-Gehalt bezahlt werden (circa 116.000 NZD Jahresgehalt).

„Der zweite Weg, über ein Arbeitsvisum später die Residency beantragen zu können, gilt für viele weitere Berufe, die auf der Green List stehen. Allerdings wird es in diesen Jobs so sein, dass man sich während der zwei Jahre Work Visum an einen Arbeitgeber binden muss“, weiß Peter Hahn. „Zu diesen Berufen gehören beispielsweise registrierte Krankenschwestern und Pflegekräfte, Dieselmotor-Mechaniker, zertifizierte Elektriker, Klempner oder Autoelektriker“, berichtet Peter Hahn. „Ein weiterer Nachteil dieser zweiten Liste ist allerdings, dass der Partner des Visumhalters jetzt nicht mehr automatisch auch ein offenes Arbeitsvisum bekommt, sondern nur noch ein Besuchervisum. Wenn der Partner oder die Partnerin arbeiten will, muss ein eigenständiges Work Visa Verfahren auf der Basis eines Arbeitsangebots bei einem akkreditierten Arbeitgeber betrieben werden“, gibt der Einwanderungsberater zu bedenken. „Vor allem Krankenschwestern und Pflegekräfte fühlen sich durch diese Benachteiligungen gegenüber Ärzten zurückgesetzt.“

Zukunftsaussichten für andere Berufe

Für Arbeitskräfte in anderen Berufen ist es nach derzeitigem Stand noch unklar, ob es nach den drei Jahren Arbeitsvisum einen Weg geben wird, die Residency zu beantragen. „Das betrifft zum Beispiel Tischler oder den Beruf des Zimmermann, also im Klartext alle Jobs, die nicht auf der Green List stehen“, verrät Peter Hahn. „Im September soll entschieden werden, wie es mit der sogenannten Skilled Migrant Category weitergehen wird, da könnte sich dann auch für diese Fachkräfte eine Möglichkeit auftun, nicht nur das Arbeitsrecht, sondern auch ein dauerhaftes Bleiberecht für Neuseeland zu bekommen.“

Die Regierung lobt die neuen Regulierungen als Vereinfachungen und unkompliziertere Handhabe für neuseeländische Arbeitgeber auf der Suche nach geeignetem ausländischem Personal. Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn ist da anderer Meinung: „Das stimmt so wirklich nicht. Es gibt ein paar Privilegierte auf der Green List im Fast Track, für die es vielleicht künftig ein wenig schneller gehen könnte, die Residency zu bekommen. Aber diese Kunden habe ich schon immer schnell nach Neuseeland gebracht, ihnen ein Work Visa und drei Monate später die Residency beschafft. Meiner Meinung nach wird es für das Gros der Bewerber, wie auch für viele neuseeländische Arbeitgeber mit dem neuen Prozedere keineswegs leichter.“

Peter Hahn behält die Lage für seine Kunden weiterhin genau im Auge, denn nahezu täglich werden neue Regulierungen und Feinheiten der sogenannten Immigration Rebalance bekanntgegeben.

Immigration Rebalance sorgt für Veränderungen

Neue Dynamik in der Einwanderungspolitik

Die Grenze ist wieder offen, Neuseeländer freuen sich über die Möglichkeit, wieder reisen zu können, andere wandern ab, um in Übersee Erfahrung zu sammeln oder mehr Geld zu verdienen als in der Heimat. Viele Neuseelandinteressierte warten in Zeiten der Krisen in der Welt wiederum auf die Chance, nach Aotearoa einwandern zu können. Die Regierung baut momentan auf das Inkrafttreten des neuen Work Visa Verfahrens im Juli. Außerdem arbeitet sie am sogenannten ‚Immigration Reset‘, welches im Zuge der derzeitigen Lage nun als ‚Immigration Rebalance‘ verkauft wird. Was diese gesamte Dynamik in der Einwanderungspolitik im Klartext für Interessierte zu bedeuten hat, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington.

Wird eine Einwanderung künftig schwieriger?

Alle Zeichen stehen für eine striktere Immigrationspolitik der neuseeländischen Labour Regierung, doch die Signale der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes und im Hinblick auf die derzeitige Bevölkerungsfluktuation prognostizieren eine ganz andere Zukunft. „Gehen wir das Ganze einmal der Reihe nach durch, um nicht den Überblick zu verlieren“, kommentiert Peter Hahn die momentane Lage. „Wir haben derzeit eine sehr dynamische Bewegung im System, die seit der Grenzöffnung am 5. März 2022 immer neue, auch kontroverse Schlagzeilen in den Medien ergeben hat.

Aktuelle Geschehnisse

„Es gibt Artikel, die davon berichten, dass seit die Einreise für Kiwis und Residents wieder möglich ist, rund 900 Neuseeländer bereits zurück ins Land gekommen sind“, zitiert Peter Hahn. Kurz vor der Grenzöffnung hatte die Premierministerin sogar noch verkündet, dass für geimpfte Bürger die Einreise nun sogar ohne die zunächst noch geplante Selbstisolation möglich sei. Gleichzeitig wurde in den Medien eine Studie veröffentlicht, die Neuseelands Regierung für ihre gute Führung in der Pandemie lobte. Rund 3.000 Leben seien durch die gut eingesetzten Maßnahmen gerettet worden. Das bringt Neuseeland auf dem OECD Index auf Platz 1 des Landes mit der geringsten Todesrate durch Corona. „Die neu gewonnene Freiheit durch die Phase 1 der Grenzöffnung führt momentan dazu, dass viele Neuseeländer nicht nur für einen Urlaub das Land verlassen. Viele junge Erwachsene streben ihr großes OE, ihre nun wieder möglich gemachte ‚Overseas Experience‘ an, um durch die Welt zu tingeln und Erfahrungen zu sammeln – privat wie beruflich“, berichtet der Einwanderungsberater. „Aber auch zahlreiche hochqualifizierte Leute wandern ab, da das Gehalt beispielsweise in Australien einfach höher liegt.“ Spezialisten befürchtet gerade im Bereich der 25 bis 35jährigen, die bereits einige Berufserfahrung gesammelt haben, einen deutlichen Arbeitskräfteverlust. Rund 750.000 Neuseeländer würden diese Gruppierung ausmachen, das sind rund 20 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. „Man kann auch ganz klar erkennen, dass die wirtschaftliche Lage in Neuseeland trotz der Pandemie ausgesprochen gut ist momentan. Wir haben eine Arbeitslosenquote um drei Prozent, das gilt nahezu als Vollbeschäftigung“, weiß Peter Hahn.

Immigration Reset wird Immigration Rebalance

Auf der anderen Seite sickern negative Nachrichten aus der Regierung selbst durch. Die Einwanderung soll strikter reguliert werden. Es soll stärkere Limits geben, so könnten die Zahlen der Einwanderer beispielsweise an Baugenehmigungen geknüpft werden, um den Wohnungsraummangel einzudämmen. Laut Insider Dokumenten sollen nur noch bestimmte Berufssparten, die sich im hohen Lohnsegment bewegen, überhaupt die Möglichkeit erhalten, Migranten einzustellen. Zudem soll es dann für Skilled Migrants schwieriger werden, ihre Partner und Familien mitzubringen. Auf der anderen Seite könnte es für hochbezahlte Jobs im Highly Skilled Bereich einfach werden, einzuwandern, so das schockierende Papier des Ministeriums für Business, Innovation und Employment. Noch ist das Dokument unter Verschluss und wird hinter den Kulissen bearbeitet. Auch eine Interviewanfrage an den Immigration Minister Kris Faafoi wurde abgelehnt.

„Die Labour Regierung möchte gerne alles genau reglementieren und für alle Eventualitäten vorausplanen“, erklärt der Immigrationsberater Peter Hahn. „Aus meinen über 25 Jahren Berufserfahrung hat sich jedoch gezeigt, dass so etwas nur schwer umsetzbar ist, gerade wenn sich so viele Variablen innerhalb des Landes und durch die Situation in der Welt gerade stetig verändern“, gibt er zu bedenken. Aus dem zunächst betitelten ‚Immigration Reset‘ soll nun eine ‚Immigration Rebalance‘ werden, welche den Fokus auf die Balance von Einwanderern und Bürgern setzen soll. „Aber genau hier gibt es gerade ein großes Ungleichgewicht, einen enormen Druck auf den Arbeitsmarkt. Der Bedarf in vielen Berufssparten wie im Gesundheitswesen, in der IT oder in anderen Tech-Berufen ist sehr groß. Das belastet die in dieser Branche arbeitenden Bürger und schreit regelrecht nach Fachpersonal aus dem Ausland. Vor so einem Ungleichgewicht kann die Einwanderungspolitik nicht einfach die Augen verschließen“, so Peter Hahn.

Tech-Sektor auf dem Vormarsch

Unterdessen wurde die Eine-Million-Dollar Kampagne ‚We see tomorrow first‘ gelauncht, in der neuseeländische Technologie der Welt präsentiert und Neuseeland selbst als Technologie-Standort, ein Silicon Valley der südlichen Hemisphäre verkauft werden soll. „All diese Firmen, die in diesem Bereich arbeiten, suchen jedoch händeringend hochqualifiziertes Personal. Ich hatte erst kürzlich einen Ingenieurs-Kunden, der kurz vor Weihnachten ein Joboffer von Rocket Lab aus Auckland bekommen hat. Mit Hilfe der Travel Exception war Mitte Januar bereits sein Visitor Visa mit Arbeitsrecht durch, so dass er am 31. Januar einreisen konnte. Zu dieser Zeit gab es noch die zweiwöchige Quarantäne, die er natürlich absitzen musste, aber seitdem lebt und arbeitet er hier. Was ich damit unterstreichen möchte, wer einen hochdotierten Job in so einem Bereich findet, den kann ich ohne Probleme jederzeit hier reinkriegen!“ betont Peter Hahn. Und viele der Tech-Firmen in Neuseeland nehmen sich gegenseitig die Fachkräfte weg. Zu Hochzeiten während der Pandemie waren rund 10.000 Stellen offen. „Wir sind der am schnellsten wachsende Sektor“, so Craig Hudson von Xero NZ. 600 Border Exceptions werden momentan vergeben. Wer einen Job und eine der Ausnahmegenehmigungen bekommt, dem steht sofort Tür und Tor nach Neuseeland offen. „Selbst wenn wir keinen Mitarbeiter über diese 600 Plätze bekommen, bringt uns das allen zumindest ein bisschen Entspannung in unserem Sektor“, so Mario Wynands, Chief Executive des Wellingtoner Video-Gaming-Studios PikPok zur angespannten Lage.

Einwanderungsaussichten

Derzeit sind rund 100.000 in Neuseeland lebende Migranten berechtigt, ihr Residence Verfahren über den ‚fast-track‘ einzureichen. Etwa 30.000 Einwanderungswillige, die vor Ort sind, haben diese Chance auch schon genutzt. „Es kommt gerade definitiv Bewegung ins System. Auch viele meiner Kundenanträge, die lange lagen, werden gerade weiterbearbeitet. In Neuseeland entwickelt sich gerade eine interessante Dynamik, Frage ist nur, wo genau sie hinführen wird“, stellt Peter Hahn in den Raum. „Die Situation macht eine Beratung gerade ein bisschen schwierig, doch die Bekanntgabe der Immigration Rebalance Änderungen ist für die nächsten Wochen angekündigt. Für mich ist ganz klar, hochqualifiziertes Personal wird auch künftig nach Neuseeland einwandern können. Ich bekomme gerade ganz viele Anfragen von Topleuten und Investoren. Da kann man fast mit Bestimmtheit sagen, dass es auch künftig mit dem Residence Visa, der uneingeschränkten Aufenthaltserlaubnis, funktionieren wird“, so der Einwanderungsberater. Der Druck auf dem Arbeitsmarkt ist groß, nur die Frage bleibt offen, welche weniger gut bezahlten Bewerber auf dem lower-skilled Level künftig noch nach Neuseeland einwandern können.

Jetzt die Planung angehen

Die Omikron-Welle wird Mitte bis Ende März in Neuseeland ihren Peak erreichen, danach wird mit Entspannung der Pandemie-Lage im Land gerechnet. Das neue Accredited Employer Work Visa soll laut Ankündigung im Juli 2022 in Kraft treten. „Ich schätze, wenn die Corona-Situation hier erst einmal abgeschwächt ist, wird man die Grenzen für Touristen im Mai oder Juni bereits wieder öffnen. Jetzt ist eine gute Zeit, sich über den neuseeländischen Arbeitsmarkt zu informieren und schon die ersten Kontakte zu sogenannten Recruitment Agents herzustellen oder unter Umständen schon Bewerbungen abzuschicken.

In den nächsten Wochen sollte sich auch rausstellen, wie die neuen Regeln für Resident Visa Anträge im Rahmen der Immigration Rebalance aussehen werden.

„Es lohnt sich, die Situation täglich zu beobachten. Wer Interesse an Neuseeland hat, abonniert am besten meinen Newsletter, bleibt so immer auf dem neusten Stand und verpasst garantiert keine wichtigen Neuerungen!“

Neuseeland öffnet seine Grenzen

Arbeitskräfte, Studenten, Working Holiday-Reisende und Touristen dürfen wiederkommen

Lange gab es eine große Unsicherheit, wann eine Reise oder Einwanderung nach Neuseeland wieder möglich sein wird. Jetzt hat die Regierung einen ganz konkreten Fünf-Stufenplan veröffentlicht, wann die Grenzen für welche Reisende wieder öffnen. Schon im Februar und März gibt es Entschärfungen, spätestens ab Juli können Deutsche mit jeglichem Visum wieder einreisen. Was es zu beachten gibt und welche Fakten bereits bekannt sind, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington.

„Das lange Zittern ist endlich vorbei. Dies ist der Moment, auf den so viele Neuseelandinteressierte sehnlichst gewartet haben“, freut sich auch Peter Hahn mit vielen seiner Klienten. Premierministerin Jacinda Ardern geriet zunehmend unter Druck und reagierte jetzt mit mehr Risikobereitschaft und den detaillierten Grenzöffnungsphasen in einer über einstündigen Regierungsansprache.

Abwanderung, Unzufriedenheit und Druck auf den Arbeitsmarkt

Schon seit mehreren Wochen nimmt der Druck auf die neuseeländische Regierung drastisch zu. Wo einige einer Grenzöffnung noch kritisch oder ängstlich gegenüberstehen, begrüßen andere die Ankündigung der neuen Phasen zur Wiederöffnung Neuseelands. Die Fakten sind klar. Rund 150-250 Corona-Fälle täglich hat das Land derzeit zu verzeichnen. Dafür liegt die Arbeitslosigkeit momentan auf einem Rekordtief von nur 3,2 Prozent im letzten Quartal. Dabei stieg das Durchschnittseinkommen um 2,8 Prozent, ein Anstieg, den es so seit 2009 nicht mehr in Neuseeland gab. „Diese Entwicklungen und eine Omikron-Welle setzen den ohnehin schon engen Arbeitsmarkt 2022 weiter unter Druck“, erklärt ASB Senior Wirtschaftswissenschaftler Mark Smith. „Es fehlt schlichtweg in vielen Sektoren an Personal.“

Nach neusten Umfragen und Statistiken ist auch die Bereitschaft trotz der Pandemie abzuwandern, immer größer. Besonders junge Menschen zieht es aus Neuseeland heraus, sie wollen nach den langen Monaten des Wartens internationale Erfahrung sammeln und verlassen Neuseeland. So sind dem Land faktisch bereits 4.000 Menschen verloren gegangen, deren Unzufriedenheit und Ungeduld über die bislang geschlossenen Grenzen sie nach Australien oder Übersee zog. „Es kann doch keiner wirklich sagen, was in der Zukunft bezüglich der Pandemie noch passiert. Ich bin es leid zu warten und suche jetzt internationale Erfahrung und eine bessere Bezahlung, erklärte beispielsweise Ingenieurin Gabi Steer, bevor sie nach England abwanderte. So wie ihr ergeht es vielen Neuseeländern und der ohnehin schon überlastete Arbeitsmarkt gerät dadurch weiter ins Wanken. „Die Lage wird wirklich problematisch und erhöht die Probleme, beispielsweise im Gesundheitssektor, weiter“, gibt Erica Stanford, Immigrations- und Bildungssprecherin der National Partei zu bedenken. „Wir müssen jetzt wirklich versuchen, unsere jungen talentierten Arbeitskräfte zu halten!“ Die sogenannte ‚Brain Drain‘, die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften ins Ausland, soll gestoppt werden.

Die Labour Partei und im speziellen die Premierministerin musste durch die Begebenheiten und die Unzufriedenheit der Bevölkerung jetzt schnell reagieren. Ihr Beliebtheitsgrad sank in den letzten Umfragen deutlich, so dass nun die Entscheidung, sich der Welt wieder zu öffnen, sehr begrüßt wurde.

Phase 1 des Stufenplans – Kiwis aus Australien nach Hause holen, 28. Februar 2022

Neuseeländer, die in Australien festhängen, können ab dem 28. Februar endlich ohne in die gemanagte Quarantäne-Einrichtung zu müssen, nach Hause reisen. Kiwis dürfen dann aus Australien einreisen, wenn sie voll geimpft sind und sich danach in Selbstisolation begeben. Das große Thema war bislang, einer der begehrten und sehr begrenzten Plätze in einer der Quarantäneeinrichtungen MIQ zu bekommen, was damit wegfällt.

Zudem wird die Einreise für Arbeitskräfte in bestimmten Berufssektoren mit Hilfe der sogenannten Border Exceptions weiterhin möglich sein. Dazu gehören beispielsweise Farmmanager, Tierärzte, Lehrer oder Tech Workers. „Mit Hilfe des Critical Purpose Visitor Visa bekomme ich diese Personen nach Neuseeland, wenn sie hier bereits einen Job gefunden haben und in manchen Fällen ein Minimumgehalt verdienen“, weiß der Immigrationsberater. „Wer dann erst einmal im Land ist, für den können wir das entsprechende Arbeitsvisum beantragen.“ Neuseeland sucht hier top qualifizierte Leute, die den Arbeitsmarkt deutlich entlasten können.

Mit der Ankunft bekommen diese geimpften Personen den ersten Schnelltest, der dann nach fünf Tagen wiederholt wird. Positive Schnelltests müssen mit einem PCR Test bestätigt werden.

In Zuge der Selbstisolation werden im Laufe der kommenden Monate dann einige Hotels, die derzeit als Managed Quarantine Fascilities umfunktioniert sind, wieder in Gästehäuser zurück verwandelt werden.

Phase 2 – Grenzöffnung für Working Holiday Visa, Studenten & Arbeiter, 14. März 2022

Die zweite Stufe der Grenzöffnung erlaubt schon wesentlich mehr Besuchern rund um den Globus, nach Neuseeland zu fliegen. Auch hier dürfen bestimmte Berufsgruppen, in deren Sektor der Arbeitsmarkt stark unter Druck steht, mit einem Joboffer über die Border Exception einreisen. „Dazu gehören die Critical Worker auf den entsprechenden Listen, so wie Farmmanager oder Personal aus dem IT-Bereich“, berichtet Peter Hahn. „Außerdem gibt es eine Auffangkategorie für Skilled Worker, die ein Minimumgehalt vom 1,5-fachen des Durchschnittsgehalts vorweisen können. Das ist momentan ein Bruttojahresgehalt von 84.240 NZD.“

Für Interessierte ist deshalb jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, sich nach einem Job in Neuseeland umzusehen. „Neuseeland sucht dringend qualifizierte Bewerber und sobald sie ein Joboffer in der Tasche haben, kann ich für meine Kunden die nötigen ersten Schritte zur Einreise, Arbeit oder Einwanderung einleiten.“

 

„Besonders für viele junge Deutsche ist das Working Holiday Visum in Neuseeland interessant, welches tatsächlich wieder am 14. März 2022 zur Einreise genutzt werden kann“, verrät Peter Hahn. Der Immigrationsberater weiß um die vielen reisehungrigen jungen Menschen, die bereits in den Startlöchern stehen und nur darauf warten, endlich wieder die Welt erkunden zu können. „Neuseeland war und ist eines der Traumziele für viele. Das Visum kann in Kürze auch wieder ganz simpel von allen online beantragt werden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch jünger als 31 sind. Man hat dann ein Jahr Zeit für die Anreise“, erklärt der Immigrationsberater. Ein Working Holiday Visum berechtigt den Halter, dann ein Jahr in Neuseeland herum zu reisen und zu arbeiten. Für saisonale Sektoren in Neuseeland, wie den Tourismus, die Gastro-Branche oder die Landwirtschaft, bedeutet das eine enorme Entlastung.

Auch in Phase 2 gilt nach Einreise für vollständig Geimpfte die Selbstisolation, die allerdings nun auf sieben Tage verkürzt und zusätzlich mit mehreren Schnelltests während dieser Zeit angesetzt wird. „Übrigens, wer die Selbstisolation auf die leichte Schulter nimmt und erwischt wird, muss mit Strafen bis zu 12.000 NZD rechnen“, warnt Peter Hahn.

Phase 3 – Studieren pünktlich zu Semesterbeginn, 13. April 2022

Bis zu 5.000 internationalen Studenten soll die Tür nach Neuseeland in Step drei ermöglicht werden, damit sie zum Semesterbeginn am 24. Juli 2022 vor Ort sein können. „Ob es ein Auswahlverfahren geben wird, wie beispielsweise nach Bewerbungsreihenfolge oder Wahl des Studiengangs, ist leider momentan noch nicht klar“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Für viele Neuseelandinteressierte ist der Weg über einen Studienaufbau in Neuseeland auch manchmal die Möglichkeit, ohne ein Joboffer einzuwandern“, gibt der Einwanderungsberater als Tipp. „Mit dem sogenannten Student Pathway, bekommt man nach erfolgreich abgeschlossenem Studiengang für drei Jahre ein Work Visum und mit diesem ist die Jobsuche dann deutlich leichter als ohne Arbeitserlaubnis. Zudem hat man die Chance, Neuseeland selbst, die Lebens- und Arbeitsbedingungen schon einmal ganz unverbindlich kennenzulernen vor Ort und wichtige Kontakte zu knüpfen.“

Auch Visahalter, die bereits ein temporäres Visum jeglicher Art für Neuseeland besitzen, jedoch aufgrund ihres Aufenthalts außerhalb Neuseelands bislang nicht einreisen durften, haben jetzt die Möglichkeit mit ihrem Visum ins Land zu gelangen.

Auch in Phase drei müssen sich die Einreisenden in siebentägige Selbstisolation begeben und während dieser Zeitspanne immer wieder mit Schnelltests auf Corona überprüfen.

Phase 4 – Neuseeland öffnet sich der Welt, spätestens ab Juli 2022

Spätestens ab Juli dieses Jahres sollen die Grenzen dann für alle Reisenden aufgehen, die geimpft sind und aus einem der sogenannten Visa Waiver Countries kommen, zu denen Deutschland gehört. Ohne vorherige Beantragung eines Besuchervisums dürfen dann auch Touristen einreisen, um in Neuseeland Urlaub zu machen. „Ob man bis dahin dann noch eine Woche in Selbstisolation muss, was für Touristen ja recht unkomfortabel wäre, ist noch nicht klar“, bemerkt Peter Hahn und verspricht, Updates zu geben, sobald weitere Details bekannt werden.

„Im Juli 2022 tritt dann auch das neue Accredited Employer Work Visa in Kraft. Wer dann nach Neuseeland einwandern möchte, braucht ein Joboffer, kann jedoch bereits mit einem Arbeitsvisum einreisen und muss nicht den Umweg über ein Critical Purpose Visitor Visa gehen“, so der Einwanderungsberater. „Allerdings muss der Job mit einem Verdienst über dem ‚Median Wage‘, dem Mindestgehalt von 27 NZD pro Stunde oder einem Jahresbrutto von 56.160 NZD datiert sein.“

Phase 5 – Neuseeland und der Rest der Welt, Oktober 2022

„Dieser Step ist eigentlich für Deutsche uninteressant, denn nun öffnet die Grenze auch für alle Länder, die normalerweise VOR der Anreise ein Besuchervisum beantragen müssen, wie beispielsweise Indien.“ Das betrifft sowohl Geschäftsreisende als auch Touristen.

 

Eine Übersicht aller geplanten Schritte und Details gibt es HIER.

„Alles in allem sind das dennoch wirklich gute Neuigkeiten. Und für viele Neuseelandfans hat das Warten nun endlich ein Ende. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt für die Jobsuche und ein Einleiten der ersten Schritte für ein neues Leben oder eine ausgedehnte Reise in Neuseeland“, schließt Peter Hahn.

Die Aussichten für 2022 sind positiv

Visa-Anträge werden wieder bearbeitet

Neuseeland hat mittlerweile ein Impfquote von gut 90 Prozent wie von der Regierung prognostiziert. Die Arbeitslosenquote ist extrem niedrig und überall fehlt es an Fachpersonal. Positiv nun, die ersten Visa-Anträge im Ausland lebender Antragsteller werden derzeit von der Immigrationsbehörde nach langen Verzögerungen wieder bearbeitet. „Die Zeichen stehen positiv für 2022, dass Einwanderungsinteressierte auch wieder die Möglichkeit bekommen werden, in Neuseeland zu arbeiten oder sogar langfristig einzuwandern“, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn mit Blick auf das kommende Jahr.

Inländische Anträge im Schnellverfahren bearbeitet

Derzeit werden nur Visa bearbeitet, deren Antragsteller sich bereits in Neuseeland befinden. Die Einwanderungsbehörde bearbeitet seit  1. Dezember Residency-Anträge innerhalb des neu installierten Online-Residence-Schemes. Für manche Immigranten, die bereits in Neuseeland leben, kam diese Nachricht wie ein Lottogewinn. Viele blieben bis nach Mitternacht auf, um ihre Papiere bereits mit der Datumsgrenze und Öffnung des Online-Portals einzureichen. So auch Aucklander Jason Warwick aus Südafrika: „Ich dachte, es würde dann ohnehin Monate dauern, bis Immigration New Zealand meinen Antrag bearbeiten würde.“ Anstelle der angedachten zehn Minuten Bearbeitungszeit, hing er über zwei Stunden über seinem Antrag. Die Webseite der Behörde war durch den großen Ansturm derart überlastet, dass sie zeitweise zusammenbrach, das Laden einzelner Seiten dauerte Minuten. Für viele User war es gänzlich unmöglich, ihre Formulare zu bearbeiten und abzuschicken. So fordern einige Stimmen nun sogar, die Sachlage offiziell untersuchen zu lassen. Umso mehr überraschte es viele Antragsteller, dass ihr Verfahren dann binnen 24 Stunden bearbeitet und die Visa genehmigt wurden. „Es war unglaublich und nach Jahren der Unsicherheit ein echtes Aufatmen“, schließt Jason Warwick. Laut der Behörde bearbeite man die Anträge zuerst, welche zeitkritisch seien, also beispielsweise, wenn bestehende Visa ausliefen. Insgesamt sind bereits rund 6000 inländische Residency Anträge eingegangen und werden von rund 100 Mitarbeitern bearbeitet, erklärte General Manager von Immigration NZ, Geoff Scott.

High Court Urteil erzwingt Antragsbearbeitung auch aus dem Ausland

Per Gerichtsbeschluss stellte unterdessen das High Court in Neuseeland fest, dass es gesetzlich unrechtmäßig gewesen sei, während der Corona Pandemie die Bearbeitung der Resident Visa Anträge vieler Einwanderer einfach auszusetzen und Einwanderern, die Ihr Resident Visa erhielten, während sie im Ausland waren, die Einreise nicht zu erlauben. Ein positives Ergebnis für rund 4000 Residents, denn ihnen ist es jetzt erlaubt, mit ihren Visa nach Neuseeland einzureisen, sofern sie einen Platz in einer der gemanagten Quarantäneeinrichtungen ergattern. Ansonsten müssen sie auf die Öffnung der Grenzen im Februar beziehungsweise April warten. Natürlich müssen auch alle geforderten Covid Auflagen wie Impfung, negativer PCR Test und anderes erfüllt sein.

Ebenso gibt es positive Nachrichten für alle, die noch auf die Bearbeitung ihrer Residence Anträge aus dem Ausland warten. Denn Immigration New Zealand muss nun die offenen Verfahren weiterbearbeiten, noch bevor die Grenzen nächstes Jahr öffnen. So stehen alleine noch rund 2300 Entscheidungen von Resident Visa Anträgen aus dem Ausland zur Bearbeitung aus, die bereits vor der Grenzschließung im März 2020 eingereicht wurden. Die Regierung erklärte zudem, sie werde überlegen, wie man die rund 3000 Menschen nach Neuseeland bringen könnte, die nach den Grenzschließungen ihre Anträge gestellt hatten. „Die Sachbearbeiter von Immigration haben versprochen, uns binnen der nächsten Tage über den Bearbeitungsstand der offenen Verfahren zu unterrichten“, bestätigt auch der deutsche Einwanderungsberater Peter Hahn. Der Immigrationsanwalt Stewart Dalley repräsentiert momentan weitere Antragsteller und hofft, dass das High Court in einer zweiten Anhörung demnächst auch grünes Licht für die zügige Wiederaufnahme der Bearbeitung temporärer Visa gebe. Die Verfahrenswelle hatten ursprünglich mehrere Afghanen losgetreten, die bereits seit über zwei Jahren aufgrund der Pandemie und der mit ihr eingesetzten Restriktionen von ihren Familien getrennt leben. „Es gibt derzeit auch weitere Klagen von Einzelpersonen, die ihre Partner oder Familien seit der Grenzschließung nicht ins Land bringen konnten“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Da passiert gerade eine Menge und die Einwanderungsbehörde gerät unter Zugzwang. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass sie, selbst wenn sie wollen würden, gar nicht so viele Visa Anträge bearbeiten können momentan. Die Büros in China sind seit Covid19 geschlossen worden, durch die Pandemie wurden weitere qualifizierte Mitarbeiter entlassen. Es fehlt der Behörde derzeit einfach an geschultem Personal!“

August im Kalender notieren

Wann genau welche Personengruppen wieder ins Land dürfen, ist noch nicht klar. Vor allem der finanzielle Druck auf die öffentlichen und privaten Universitäten steigt. Seit Beginn der Pandemie sind nur noch ein Drittel der ursprünglich in Neuseeland Studierenden im Land. Der Bildungssektor ist durch die Grenzschließungen regelrecht eingebrochen. Im April 2020 waren es noch 10.500 ausländische Studenten pro Jahr, Zahlen jetzt zeigten nur noch 4197 zahlende Studierende aus dem Ausland. Insider bemängeln, dass es noch keine offiziellen Aussichten gäbe, wann ausländische Studenten wieder nach Neuseeland einreisen könnten.

Anders sieht es bei der Bearbeitung von internationalen Visa aus. Als offizieller Start der Bearbeitung von Anträgen aus dem Ausland wurde August 2022 genannt. „Es werden hier wirklich in vielen Sektoren dringend Mitarbeiter gesucht, vor allem in Jobs, für die eine höhere Qualifikation gefordert ist. Da gibt es in Neuseeland einfach nicht genügend Fachpersonal“, erklärt Peter Hahn. „So dürfte es auch nicht schwierig werden, wenn ein Antragsteller entsprechende Ausbildung und Erfahrung mitbringt“, wagt der Einwanderungsberater zu spekulieren. Auch wenn sich August 2022 noch nach einer langen Durststrecke anhört, wer zu bestimmte Berufsgruppen gehört, muss gar nicht so lange warten.

Für Eilige – Per Ausnahmeregelung nach Neuseeland

Die Personalknappheit ist vor allem im Landwirtschaftssektor, im Gesundheitswesen und in Tech-Berufen derart drastisch, dass die Regierung nun für hunderte von Facharbeiter per Ausnahmeregelung den Weg nach Neuseeland ebnen will. Mit Hilfe von sogenannten Border Exeptions soll das dringend benötige Personal ins Land gelangen können, wo die Grenzen sonst für Ausländer immer noch geschlossen sind. „Ich habe auch gerade mehrere Kunden, die im IT-Bereich oder in der Gaming Industrie arbeiten und in Neuseeland einen Job gefunden haben. Solche Leute bekommt man auch jetzt gleich ins Land – und zwar auch mit Frau und Kindern“, erklärt Peter Hahn. „Die Border Exeption ist eine Art Besuchergenehmigung, enthält jedoch schon ein Arbeitsrecht und ermöglicht die Einreise nach Neuseeland. Natürlich müssen die Antragsteller geimpft sein, und alle anderen Pandemie-Einreiseauflagen erfüllen und in einer der gemanagten Quarantäneeinrichtungen (MIQ) einen Platz ergattern“, berichtet der Einwanderungsberater. „Sobald sie dann im Land sind, kann ich ein Work Visa für sie organisieren, so kann die Person arbeiten gehen, sobald die 14tägige Quarantäne vorbei ist. Die Kinder können dann in Neuseeland auch schon in die Schule gehen.“ Ob und wann dann die Antragstellung eines Resident Visa möglich ist, kann noch nicht vom Immigrationsberater abgeschätzt werden, denn hier soll es neue Regularien in der Skilled Migrant Kategory geben. „Welche Auflagen es genau sein werden, ist noch nicht bekannt, aber ich gehe mal schwer davon aus, dass die Kategorie nicht abgeschafft wird und die angekündigten Verschärfungen auch eher Lower Level Jobs betreffen werden. Das heißt Ingenieure oder andere hochqualifizierte Arbeitskräfte aus gefragten Branchen werden davon vermutlich nicht betroffen sein. Was allerdings sehr wahrscheinlich ist – es wird eine Mindestlohnforderung geben. Wer weniger verdient in seinem Job, hat dann schlechte Karten.“

Aussichten auf 2022

Die eigentliche Grenzöffnung soll im nächsten Jahr in drei Phasen vonstatten gehen. Im Januar 2022 sollen nach heutigem Stand Neuseeländer selbst wieder ohne zweiwöchige Quarantäne einreisen können, wenn sie zuvor mindestens zwei Wochen in Australien waren. Es steht dann nur noch eine siebentägige Selbstisolation an. Ab Februar gilt gleiches Prozedere für alle Neuseeländer und Permanent Residents, die aus anderen Teilen der Welt einreisen möchten. Die Grenzöffnung für alle anderen ist theoretisch nach dem 30. April wieder möglich. „Ob dann allerdings auch schon wieder Touristen einreisen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen und wie sich die Pläne der neuseeländischen Regierung hinsichtlich der neuen Omicron Variante noch verschärfen könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht abzusehen“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Grenzöffnung wohl gestaffelt nach priorisierten Visa-Kategorien und Berufsgruppen vonstatten gehen wird. Wer also in einem der gesuchten Berufe tätig ist, hat in 2022 mehr als gute Aussichten auf Erfolg, seine Neuseelandpläne in die Realität umzusetzen. Das sind doch gar nicht so schlechten Aussichten für das kommende Jahr!“, schließt der Einwanderungsberater.

Eilmeldung – Neuerungen zur Einreise

Einreise nach Neuseeland möglich ab 30. April 2022

Genaue Einzelheiten sind noch unklar, aber am 24. November hat der neuseeländische Gesundheitsminister Chris Hipkins verkündet, dass ab 30. April 2022 die ersten Ausländer wieder nach Neuseeland einreisen dürfen. Die Grenzen werden sich in drei Phasen öffnen:

Stufe 1: Öffnung ab 16. Januar 2022 um 23:59 Uhr für vollständig geimpfte Reisende, die von Australien aus einreisen mit einem neuseeländischen Pass oder mit einem Resident Visa in einem ausländischen Pass (es sei denn es ist die erste Einreise nach Neuseeland mit dem Resident Visa).  Voraussetzung ist allerdings ein vorheriger Aufenthalt von mindestens 14 Tagen in Australien (oder Neuseeland).

Stufe 2: Öffnung ab 13. Februar 2022 um 23:59 Uhr für vollständig geimpfte Reisende, die nicht aus höchsten Risikoländern, wie zum Beispiel Papua New Guinea, einreisen mit einem neuseeländischen Pass oder mit einem Resident Visa in einem ausländischen Pass (es sei denn es ist die erste Einreise nach Neuseeland mit dem Resident Visa).

Stufe 3: Öffnung ab 30. April 2022 auch für alle übrigen vollständig geimpfte Reisende, vermutlich in Etappen je nach Visa Kategorie.

Wie schon eingangs erwähnt, ist insbesondere bei Stufe 3 noch unklar, wie genau das umgesetzt wird.

Einreisevoraussetzungen und mehr

Vor, beziehungsweise nach der Einreise, muss Folgendes erfüllt werden:

  • Vollständige Impfung
  • Negativer Corona-Test vor der Einreise
  • Auskunft über vergangene Reiseaktivitäten
  • 7 Tage Selbstisolation
  • Negativer Corona-Test nach Ablauf der Selbstisolation

Neuseeland verabschiedet sich von der Eliminierungsstrategie

Nachdem Delta Mitte August 2021 auch in Neuseeland eingezogen ist, hat sich die Regierung nun offiziell damit abgefunden, dass wir auch in Neuseeland in Zukunft mit dem Virus leben müssen. Noch im letzten Jahr war Neuseeland ja nur eine von wenigen Nationen, die Covid-frei waren. Während die Freiheiten der Menschen fast überall auf der Welt drastisch eingeschränkt wurden, durften wir uns hier in Neuseeland weitgehend frei bewegen. Nach nur 40 Covid-Toten bei 5 Millionen Einwohnern, wird ab Dezember nur noch eine Coronavirus-Kontrollstrategie verfolgt werden. Ab Januar 2022 mit den ersten Grenzöffnungen, wird Neuseeland auch von seiner Risikovermeidungsstrategie absehen und sich auf einen medium-risk pathway begeben, wie Minister Hipkins sich ausdrückt.

Von der Öffnung der Grenzen Aucklands zur Öffnung Neuseelands

Neuseelands Coronahotspot ist Auckland. Die Metropole im Norden Neuseelands hat dementsprechend am meisten unter den strengen Coranmaßnahmen der Regierung gelitten. Vom 17. August bis zum 15. Dezember 2021 waren, bzw. sind Auckländer in ihrer Stadt eingeschlossen. Rein und raus kam man nur mit Sondergenehmigungen und innerhalb der Stadtgrenzen herrschte Lockdown. Die Öffnung Aucklands ist der erste Schritt zur Öffnung der internationalen Grenzen – quasi ein Generalprobe.

Impfrate und Impfpass:

Momentan sind 91% der impfberechtigten Bevölkerung einmal geimpft und 83% zweimal. Ein Impfpass ist eingeführt worden und wird ab Dezember Voraussetzung für viele Aktivitäten sein.

Wirtschafts-Boom trotz Pandemie

Seit langem war die Arbeitslosigkeit in Neuseeland nicht so niedrig wie derzeit – trotz der vielen Negativauswirkungen der Pandemie. Neuseelands Wirtschaft boomt und das, obwohl der internationale Tourismus fast zu 100 Prozent eingebrochen und zweitgrößter Wirtschaftsfaktor des Landes ist. In Aotearoa scheint man alles richtig gemacht zu haben, denn so einen starken Rückgang im Quartal gab es nicht, seit Statistics New Zealand im Jahr 1986 mit den Aufzeichnungen begann. Selbst die Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler wurden noch übertroffen. Stand 3. November 2021 beträgt die Arbeitslosigkeit nur 3,4 %. Das zählt schon fast als Vollbeschäftigung. Man spricht hier bereits von einem „war for talent“, mit einem sorgenvollen Blick auf die leider noch immer geschlossenen internationalen Grenzen.

Einführung von Pathways für die Einreise 2022

Im August verkündigte das ZDF, dass Neuseeland nun die Grenzen für Reisende wieder öffnen werde. „Also ganz so euphorisch wäre ich da nicht“, erklärt Peter Hahn. „Vor allem was den regulären Tourismus anbelangt, gibt es da noch einige Hürden und ziemlich viele Abstufungen, wer künftig ins Land darf und wer nicht.“

Geplant ist derzeit eine dreistufige Kategorisierung nach Low Risk Countries, Medium Risk Countries und High Risk Countries. Anhand welcher Kriterien genau dann diese Einteilung des Herkunftslandes eines Einreisenden getroffen werden, ist noch nicht bekannt. Wenn alles nach Plan verläuft, ohne dass weitere Anpassungen erforderlich sind, könnte die Grenzöffnung laut derzeitiger Aussage der Politik im ersten Quartal 2022 beginnen. „Wer dann aus einem sogenannten Low Risk Country einreist, doppelt geimpft und getestet ist, muss nicht in Quarantäne“, berichtet Peter Hahn. „Reisende, die aus einem Medium Risk Country ins Land kommen aber geimpft und getestet sind, müssen in eine modifizierte Isolation. Ob dies dann eine verkürzte Quarantäne oder eine Art Selbstisolation ist, steht momentan noch nicht fest“, so der Einwanderungsberater. „Für alle, die aus einem High Risk Country einreisen oder Traveller, die nicht geimpft sind gilt: Sie müssen für zwei Wochen in eine gemanagte Quarantäneeinrichtung.“

Wiedereröffnung Neuseelands für die Welt

Getrennte Familien und Freunde zusammenbringen, den Tourismus ankurbeln, benötigte Arbeitskräfte ins Land holen – die Verbindung von Neuseeland und dem Rest der Welt wird 2022 also nach und nach wieder in Gang kommen. „Ich gehe davon aus, dass parallel zur internationalen Grenzöffnung auch wieder Visaanträge aus dem Ausland bearbeitet werden. Auch hier wird vermutlich nach verschiedenen Visakategorien prioresiert werden“, spekuliert Peter Hahn.

Neuseeland beliebter denn je

Trotz der monatelangen Abschottung ist Neuseeland heute beliebter denn je. Seit Jahrzehnten sehnt sich die Menschheit nach einem sicheren Zufluchtsort im Krisenfall und immer wieder taucht bei diesen Debatten ganz vorne Neuseeland auf. Die Atomwolke, Vogelgrippe, Schweinepest, Finanzkrisen, Flüchtlingswellen und nicht zuletzt der Klimawandel mit Sturmfluten, Hitzewellen und Waldbränden, sowie die Corona-Pandemie – Forscher haben jetzt erneut herausgefunden, welche Länder im Falle einer globalen Katastrophe die sichersten Orte der Welt sind. In einer neuen Studie der britischen Angelia Ruskin University führt Neuseeland die Liste der fünf sichersten Länder der Welt an. Ihnen werden die besten Chancen ausgerechnet, dass deren Bevölkerung die zukünftigen Bedrohungen und einen globalen Zusammenbruch der Gesellschaft überstehen könnten. Mit auf der Liste stehen auch Grönland, Großbritannien, Tasmanien und Irland. Aled Jones vom Global Sustainability Institute der Universität erklärte, dass komplexe Gesellschaften und ein Inselstatus die besten Voraussetzungen seien, im Notfall auch entsprechende Kapazitäten zu haben, autonom zu funktionieren. Untersucht und eingestuft wurden dabei die Fähigkeit, im Krisenfall selbst Nahrung für die Bevölkerung anzubauen, die Grenzen vor Massenmigration zu schützen, ein autonomes Stromnetz und Produktionskapazitäten aufrechterhalten zu können.

Neben dem Trumpberater und amerikanischen Investor Peter Thiel aus dem Silicon Valley hat sich kürzlich auch Google Boss Larry Page die neuseeländische Residency über die Investor Kategory gesichert. Auch Peter Hahn kann den Trend bestätigen: „Das Interesse an Neuseeland als ‚safe haven‘ ist riesengroß. Ich vermute mal, dass sich die Einwanderung parallel zur Grenzöffnung ebenfalls wieder normaler entwickeln wird im Laufe des nächsten Jahres“, resümiert der Einwanderungsberater. „Die Wirtschaftslage zeigt deutlich, dass Neuseeland Kapazität hat, attraktiv ist und es einen großen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften gibt!“

Zumindest gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels der Abgeschiedenheit. Am Ende wird es, wie der wissenschaftliche Berater Professor Skegg formuliert „wie nach 9/11 sein, die Grenze wird nie wieder so funktionieren wie vor COVID. Dinge können sich ändern aber die Menschheit kann darauf reagieren und wir können uns auf Neues einstellen. Irgendwann wird sich dann das Neue wieder ganz normal anfühlen.“

Impfungen, Tests an den Grenzen und das Überwachen von Symptomen wird künftig bei internationalen Reisen zur unverzichtbaren Grundlage werden. „Eine gänzlich quarantänefreie Reiseoption für Touristen nach Neuseeland wird realistisch jedoch noch länger dauern.  Aber dass eine Zuflucht nach Neuseeland überhaupt wieder möglich wird, ist doch die beste Aussicht momentan“, schließt Peter Hahn.

 

Stimmungswechsel birgt neue Chancen für Einwanderer

Neuseelands Regierung gerät unter Druck

Wie lange kann man an der derzeitigen Eliminierungsstrategie während der Corona Pandemie festhalten? Wann müssen die Grenzen öffnen, um zumindest dringend benötigte Arbeitskräfte in einigen Wirtschaftssektoren ins Land zu lassen? Und was muss geschehen, dass der Unmut in Neuseelands Bevölkerung nicht ins Negative kippt? Premierministerin Jacinda Ardern und die Regierung des kleinen Landes stehen derzeit vor vielen Fragen, die schnellstmöglich geklärt werden sollten. Auch für Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington ist diese Entwicklungsphase spannend, denn mit neuen Regierungsplänen, Erklärungen und Strategien kann auch er nach Zeiten der Ungewissheit dann seine einwanderungsinteressierten Kunden wieder realistischer beraten.

Die Auswirkungen des Lockdowns in der Bevölkerung

Der strikte Lockdown in Neuseeland nach dem letzten größeren Corona-Ausbruch trübt die Stimmung in der Bevölkerung. Das, was Europäer seit vielen Monaten durchhalten müssen und was bei vielen für zermürbende Stimmung und eine gespaltene Gesellschaft sorgt, hat nun auch das kleine Land am Ende der Welt getroffen: Geschlossene Schulen und Geschäfte, abgesagte Veranstaltungen, Bürger, denen nach Tagen Zwangsaufenthalt zu Hause, die Decke auf den Kopf fällt. Der Winter mit kurzen Tagen und schlechtem Wetter, trägt zum Unmut vieler zusätzlich bei. Wo viele Neuseeländer und Staatschefs noch vor zwei Monaten ihre Premierministerin für ein hervorragendes Management der Krise hoch gelobt haben, kippt mittlerweile bei vielen die Stimmung. Rufe aus der Bevölkerung nach Grenzöffnung oder einer anderen Strategie im Umgang mit der Pandemie werden lauter. Denn die Eliminierungs-Linie der Premierministerin scheint nicht mehr alle zu überzeugen. „Es stellt sich einfach die Frage, ob diese Strategie noch realistisch durchzuführen ist“, gibt der Neuseeland-Experte Peter Hahn zu bedenken. Der jüngste und größte Corona-Ausbruch wurde durch erneute Verstöße gegen das vierzehntägige Aussitzen in einer überwachten Quarantäne-Einrichtung in Auckland ausgelöst.

Druck auf die Politik auch aus der Wirtschaft

Die Gaming Industrie in Wellington ist nur ein Beispiel für den enormen Bedarf an Fachkräften, die immer schwieriger zu rekrutieren sind. A44, PikPok und andere Mitspieler entwickeln sich gerade prognostiziert bis 2025 zur Milliarden-Dollar-Industrie. Doch wenn Haus- und Mietpreise zu hoch sind und kein neues Personal gefunden werden kann, lastet enormer Arbeitsdruck und große Unzufriedenheit auf den vorhandenen Mitarbeitern. Die fatale Folge, noch mehr Spezialisten wandern wieder ab, zurück in ihre Heimatländer. Auch in anderen Sektoren auf dem Arbeitsmarkt gibt es große Engpässe: im Gesundheitswesen, im Technologiesektor, beim Garten- und Landschaftsbau und in der IT. Die Medien publizieren immer neue Beispiele von hoch dotierten Jobs, auf die sich binnen Wochen kein einziger Kiwi bewirbt. So wird beispielsweise in Taupo ein Job für einen Hydro-Ingenieur für die Wasserkrafterzeugung gesucht: Jahresgehalt 140.000 NZD – keine Bewerber.

Unter Druck stehende Firmen und Wirtschaftsbosse fordern nun von der Politik eine bessere Möglichkeit, ausländische Fachkräfte ins Land holen zu können. Dafür müssten die Grenzen öffnen oder eine vereinfachte Möglichkeit der Einreise und der Visa Vergabe, zumindest für diese Personen geschaffen werden. „Momentan gibt es nur das sogenannte Critical Purpose Visitor Visa, mit dem wenige Antragsteller in einer absoluten Ausnahmesituation ins Land gelangen und dann vor Ort ein temporäres Arbeitsvisum beantragen können“, so der Einwanderungsberater Peter Hahn.

Ausländische Medienkritik nimmt zu

Auch die ausländischen Medien, die über das letzte Jahr immer wieder Neuseelands positives Agieren in der Pandemie als Vorbildrolle lobten, springen nun auf den Zug der Kritik auf. Als bekannt wurde, dass es einen Coronafall im Land gab und die Premierministerin einen Lockdown anordnete, gab es große Schlagzeilen. Doch die neuseeländische Regierung behielt mit ihrer Reaktion recht, denn der nur EINE Fall, entpuppte sich schnell als nicht zu vernachlässigender Ausbruch im Land, welches bis dahin als Corona-frei galt.

In Deutschland wurde aufgrund eines Übersetzungsfehlers und schlechter Recherchen sogar vom ‚Zwangslager‘ gesprochen, als es um die Quarantäneeinrichtungen ging. Die deutsche Korrespondentin in Christchurch Anke Richter, musste in ihren unzähligen Berichten in Neuseeland und Deutschland hier einiges richtigstellen.

Reaktion der Regierung

Der Druck auf die neuseeländische Regierung von allen Seiten nimmt unweigerlich zu. Selbst aus den eigenen Reihen und in Korrespondenz mit der Wissenschaft gibt es keine klare Einheit mehr. Ehemaliger Premierminister und Vorgänger von Jacinda Ardern, John Key von der National Partei, hat seinen ganz eigenen Ansatz und verurteilt Arderns Politik, wie er in einem Meinungsbericht den Medien mitteilt. Ein konkreter Plan muss her und genau das ist der momentane Fokus der Landesspitze. „Die Frage, die sich stellt, ist, welchen Weg gehen wir, um zur Normalität zurückzukehren?“, formuliert Peter Hahn die Frage, die in aller Munde ist.

Rein faktisch sind derzeit rund 75 Prozent der Bevölkerung in Neuseeland geimpft, mehr als in Deutschland. „Eine angestrebte Rate von 90 Prozent, wird jedoch nur schwer zu erreichen sein“, so Peter Hahn. „Hinzu kommt, dass die Wirtschaftszahlen wirklich gut aussehen, trotz der Grenzschließung. Und das, obwohl sich die Millionenmetropole Auckland momentan immer noch im Lockdown befindet. Allerdings läuft auch in allen anderen Ländern der Erde, die sich im vergangenen Jahr immer wieder im Lockdown befanden, nun die Wirtschaft wieder mehr oder minder normal.“

Der langfristige Plan der Regierung ist die Grenzöffnung mittels einer Art Ampelsystem. Dabei sollen zehn Faktoren bei der wöchentlichen Einstufung der Länder in Low Risk, Medium Risk und High Risk Country helfen. Entsprechend der Herkunft sind dann Einreisen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Untersucht werden so beispielsweise die aktuellen Inzidenzwerte und die Geschwindigkeit des An- oder Abstiegs der Zahlen, die erreichte Impfquote eines Landes, das Fabrikat des Impfstoffs, wie ein Reisender vor dem Abflug getestet wird, die Todesraten im Heimatland und einige andere. „Ich rechne allerdings nicht damit, dass es vor Weihnachten zum Einsatz dieses Verfahrens kommen wird. Realistischer ist da schon März oder April 2022“, gibt Peter Hahn seine Einschätzung.

Residency-Anträge für einige Visa-Halter wieder möglich

Und die ersten positiven Anzeichen für eine Kehrtwende von der Abschottung weg, hin zu Grenzöffnung und Einwanderungsmöglichkeiten gibt es bereits. Gänzlich unerwartet geht die Regierung nun ganz konkret die ersten Schritte. Kürzlich wurde bekannt, dass die neue Residency Category, das 2021 Resident Visa, in der ersten Phase ab dem 1. Dezember 2021 für bestimmte Work Visa Halter wieder öffnet. Es sei ein sogenannter ‚One-off Residence Visa Pathway‘. „Hier ist ganz wichtig zu beachten, dass diese Möglichkeit NUR für Bewerber gilt, die sich bereits seit 29. September dieses Jahres in Neuseeland aufhalten“, erklärt Peter Hahn die ersten konkreten News in dieser Richtung. „Bewerben können sich zunächst Personen, die bereits am 29. September ein Arbeitsvisum hatten oder beantragt hatten. Auch einige Halter von Critical Purpose Visa könnten in diese Kategorie fallen“, so der langjährige Einwanderungsberater. Die Voraussetzungen sind schnell aufgelistet: „Entweder man lebt bereits seit drei oder mehr Jahren in Neuseeland, ODER man verdient mindestens das sogenannte ‚Median Wage‘ von 27 NZD pro Stunde, ODER man arbeitet in einer Branche, die auf der Scarce Liste aufgeführt ist.“ Welche Visa Typen genau sich bewerben dürfen, steht auf dieser Seite der Einwanderungsbehörde. Besonders positiv ist die Prognose, dass diese Residence Visa Anträge dann auf dem ‚fast track‘ binnen zwölf Monaten bearbeitet werden, ‚in der Regel sogar schneller‘, steht auf der Webseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde. Von dieser neuen Regelung könnten dann bis zu 165.000 Bewerber profitieren.

 

„Für mich sind das ganz deutliche Zeichen, dass man jetzt durch den erhöhten Druck von allen Seiten und dem monatelangen Stillstand, die Einwanderung nach Neuseeland wieder langsam ankurbelt. Das sind für viele Interessenten natürlich super Neuigkeiten!“, resümiert Peter Hahn die momentane Lage.

Auch wenn es für Bewerber aus Deutschland noch nicht ganz so weit ist, sieht Peter Hahn künftig gute Chancen für Investoren und Fachkräfte. Wenn die Grenzen 2022 wieder aufgehen, werden die dringend benötigten Arbeitskräfte eine Möglichkeit erhalten, in Neuseeland die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu füllen und damit langfristig auch wieder einwandern zu können. Und interessierte Investoren können sich sogar jetzt schon bewerben. Das zwar noch zarte Pflänzchen der neuen Einwanderungsmöglichkeiten nach Neuseeland sprießt – langsam aber stetig.

Neuseeland verkündet Stufenplan zur Grenzöffnung

Wer kann wann wieder einreisen?

Nach vielen wissenschaftlichen Expertenmeinungen und Beratungen der neuseeländischen Regierung, hat Premierministerin Jacinda Ardern nun innerhalb kürzester Zeit Strategien und einen Stufenplan veröffentlicht, wie man künftig die Einreise nach Neuseeland wieder langsam ermöglichen könnte. Auch wenn einige Details noch nicht konkret sind und viele Punkte flexibel gehalten werden sollen, zeichnet sich doch eine Vorgehensweise zu einer Grenzöffnung Anfang 2022 und so ein Hoffnungsschimmer für viele Interessierte ab. Gleichzeitig befindet sich das Land nach langer Zeit ohne Ausbruch gerade im Lock Down – wenige mysteriöse COVID-Fälle sind aufgetreten.

Strategie 1 – Impfkampagne in Neuseeland beschleunigen

Ein Land ist in Aufruhr, Geschäfte geschlossen, Schulen gesperrt. Was für die meisten Länder der Welt seit der Pandemie nahezu zur Normalität geworden ist, hat für Neuseeland Katastrophencharakter. Hamsterkäufe in den Supermärkten und eine fieberhafte Suche nach der Ursache des Miniausbruchs haben begonnen. Die Feststellung der Delta-Variante bei einer Person macht der neuseeländischen Politik große Sorgen. Mittlerweile wurde auch Flugpersonal positiv getestet. Für die Ausbruchsregionen Auckland und Coromandel bestehen derzeit erst einmal sieben Tage lang Lock Down, der Rest des Landes muss für drei Tage zu Hause bleiben.

„Bislang konnten sich oft nur priorisierte Neuseeländer gegen COVID19 impfen lassen, jetzt will die Regierung das Roll Out des Impfstoffs deutlich beschleunigen“, berichtet der Neuseeland-Experte und langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn. „Konkret heißt das, wer über 18 Jahre alt ist, soll ab September einen Impftermin zugesichert bekommen.“ Auch der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung wird, ähnlich wie in Europa, von 21 Tage auf sechs Wochen verlängert. So will man möglichst viele Menschen im Falle einer kursierenden Delta-Variante zumindest einfach schützen. Der Fokus der Regierung liegt darauf, weder regionale noch ethnische ‚Black Holes‘ entstehen zu lassen, also Gebiete oder Bevölkerungsgruppen, die nicht an den Impfstoff kommen. Idealerweise erhofft man sich, dass im Laufe des Dezembers bis zu 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sein werden. „Es macht keinen Sinn, jetzt während der Impfkampagne zu schnell die Grenzen zu öffnen. Das haben wir in vielen Ländern gesehen“, erklärt die Premierministerin in ihrer Ansprache. „Erst wenn unsere Bevölkerung ausreichend geschützt ist, kann sukzessive eine Grenzöffnung angegangen werden. Ansonsten würden wir all die Vorteile und Freiheiten, die wir uns in den letzten Monaten hart erarbeitet haben, einfach aufgeben. Ich denke da an eine stabile Wirtschaft, reduzierte Lock Downs und die Sicherheit der Menschen hier!“

Wirtschafts-Boom trotz Pandemie

In über einem Jahr war die Arbeitslosigkeit in Neuseeland noch nie so niedrig wie derzeit – trotz der vielen Negativauswirkungen der Pandemie. Neuseelands Wirtschaft boomt und das, obwohl der internationale Tourismus fast zu 100 Prozent eingebrochen und zweitgrößter Wirtschaftsfaktor des Landes ist. In Aotearoa scheint man alles richtig gemacht zu haben, denn so einen starken Rückgang im Quartal gab es nicht, seit Statistics New Zealand im Jahr 1986 mit den Aufzeichnungen begann. Selbst die Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler wurden noch übertroffen. 28.000 neue Jobs im vergangenen Quartal und eine Arbeitslosenquote von nur vier Prozent und das, trotz der momentanen Wintersaison Downunder. Das zählt schon fast als Vollbeschäftigung. „Einher gehen die positiven Zahlen mit weniger Empfängern von Sozialleistungen, gestiegenen Stellenangeboten und sogar Engpässen auf dem Arbeitsmarkt in bestimmten Sektoren“, erklärt Seniormanager von Statistics New Zealand Sean Broughton. Auch viele Arbeitsvermittlungen und Head Hunter berichten von einem ‚Kampf um die Arbeitskräfte‘ auf dem Stellenmarkt. Die starke neuseeländische Wirtschaft zeigt sich zudem in einer gestiegenen Anzahl von Gesamtarbeitsstunden und einer Lohnsteigerung von 2,2 Prozent pro Jahr.

Strategie 2 und Status Quo

Die Regierung will nach jetzigem Stand im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, ihre Eliminierungs-Strategie im Hinblick auf Corona weiterführen. „Das heißt im Klartext, auch wenn die Grenzen aufgehen, will man das Virus im Land eliminiert sehen, kleinere Ausbrüche schnell wieder in den Griff bekommen und im Zweifelsfall die Grenzen auch flexibel wieder schließen“, erklärt der Einwanderungsberater Peter Hahn die momentane politische Situation. „Jacinda Ardern macht in ihrer Mitteilung auch ganz deutlich, dass alle Punkte, Maßnahmen und Schritte, welche man derzeit plant, immer unter Vorbehalt zu sehen sind!“ Sollte sich etwa eine neue Virusvariante breit machen, sich innerhalb Neuseelands etwas ändern, wie beispielsweise die Impfkampagne stocken oder es neue wissenschaftliche Erkenntnisse geben, behält sich die Politik unter allen Umständen die Freiheit vor, flexibel auf alle Abweichungen vom heutigen Stand zu reagieren.

Einführung von Pathways für die Einreise 2022

Kurz nach der offiziellen Pressemitteilung der Premierministerin verkündete sogar das ZDF, dass Neuseeland nun die Grenzen für Reisende wieder öffnen werde. „Also ganz so euphorisch wäre ich da nicht“, erklärt Peter Hahn. „Vor allem was den regulären Tourismus anbelangt, gibt es da noch einige Hürden und ziemlich viele Abstufungen, wer künftig ins Land darf und wer nicht.“

Geplant ist derzeit eine dreistufige Kategorisierung nach Low Risk Countries, Medium Risk Countries und High Risk Countries. Anhand welcher Kriterien genau dann diese Einteilung des Herkunftslandes eines Einreisenden getroffen werden, ist noch nicht bekannt. Wenn alles nach Plan verläuft, ohne dass weitere Anpassungen erforderlich sind, könnte die Grenzöffnung laut derzeitiger Aussage der Politik im ersten Quartal 2022 beginnen. „Wer dann aus einem sogenannten Low Risk Country einreist, doppelt geimpft und getestet ist, muss nicht in Quarantäne“, berichtet Peter Hahn. „Reisende, die aus einem Medium Risk Country ins Land kommen aber geimpft und getestet sind, müssen in eine modifizierte Isolation. Ob dies dann eine verkürzte Quarantäne oder eine Art Selbstisolation ist, steht momentan noch nicht fest“, so der Einwanderungsberater. „Für alle, die aus einem High Risk Country einreisen oder Traveller, die nicht geimpft sind gilt: Sie müssen für zwei Wochen in eine gemanagte Quarantäneeinrichtung.“

Wiedereröffnung Neuseelands für die Welt

Getrennte Familien und Freunde zusammenbringen, den Tourismus ankurbeln, benötigte Arbeitskräfte ins Land holen – die Verbindung von Neuseeland und dem Rest der Welt wird 2022 aller Voraussicht nach wieder in Gang kommen: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass man sich zunächst bei der Einreise erst einmal auf Personen beschränkt, die beispielsweise ein Arbeitsvisum haben oder auf zurückkehrende Neuseeländer. Es könnte auch sein, dass in der ersten Phase der Grenzöffnung nur Reisende aus Low Risk Countries ins Land dürfen“, spekuliert Peter Hahn. „Da könnte es vermutlich noch viele andere Schritte geben oder es wird nach weiteren Unterschieden priorisiert.“ Mehr Details sollen im September bekanntgegeben werden. In der Zwischenzeit will man neue Test-Technologien und Schnelltest-Möglichkeiten, sowie effiziente Scan-Methoden für die Flughäfen suchen und etablieren. Zudem soll es noch bis Ende 2021 ein Pilotprojekt geben, in dem reisende Neuseeländer anstelle der offiziellen Quarantäne nach der Einreise in Selbstisolation gehen sollen.

Neuseeland beliebter denn je

Trotz der monatelangen Abschottung ist Neuseeland heute beliebter denn je. Seit Jahrzehnten sehnt sich die Menschheit nach einem sicheren Zufluchtsort im Krisenfall und immer wieder taucht bei diesen Debatten ganz vorne Neuseeland auf. Die Atomwolke, Vogelgrippe, Schweinepest, Finanzkrisen, Flüchtlingswellen und nicht zuletzt der Klimawandel mit Sturmfluten, Hitzewellen und Waldbränden, sowie die Corona-Pandemie – Forscher haben jetzt erneut herausgefunden, welche Länder im Falle einer globalen Katastrophe die sichersten Orte der Welt sind. In einer neuen Studie der britischen Angelia Ruskin University führt Neuseeland die Liste der fünf sichersten Länder der Welt an. Ihnen werden die besten Chancen ausgerechnet, dass deren Bevölkerung die zukünftigen Bedrohungen und einen globalen Zusammenbruch der Gesellschaft überstehen könnten. Mit auf der Liste stehen auch Grönland, Großbritannien, Tasmanien und Irland. Aled Jones vom Global Sustainability Institute der Universität erklärte, dass komplexe Gesellschaften und ein Inselstatus die besten Voraussetzungen seien, im Notfall auch entsprechende Kapazitäten zu haben, autonom zu funktionieren. Untersucht und eingestuft wurden dabei die Fähigkeit, im Krisenfall selbst Nahrung für die Bevölkerung anzubauen, die Grenzen vor Massenmigration zu schützen, ein autonomes Stromnetz und Produktionskapazitäten aufrechterhalten zu können.

Neben dem Trumpberater und amerikanischen Investor Peter Thiel aus dem Silicon Valley hat sich kürzlich auch Google Boss Larry Page die neuseeländische Residency über die Investor Kategory gesichert. Auch Peter Hahn kann den Trend bestätigen: „Das Interesse an Neuseeland als ‚safe haven‘ ist riesengroß. Ich vermute mal, dass sich die Einwanderung parallel zur Grenzöffnung ebenfalls wieder normaler entwickeln wird im Laufe des nächsten Jahres“, resümiert der Einwanderungsberater. „Die Wirtschaftslage zeigt deutlich, dass Neuseeland Kapazität hat, attraktiv ist und es einen großen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften gibt!“

 

Zumindest gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels der Abgeschiedenheit. Am Ende ihrer Rede zitierte Premierministerin Jacinda Ardern den wissenschaftlichen Berater Professor Skegg: „Es wird wie nach 9/11 sein, die Grenze wird nie wieder so funktionieren wie vor COVID. Dinge können sich ändern aber die Menschheit kann darauf reagieren und wir können uns auf Neues einstellen. Irgendwann wird sich dann das Neue wieder ganz normal anfühlen.“

Impfungen, Testungen an den Grenzen und das Überwachen von Symptomen wird künftig bei internationalen Reisen zur unverzichtbaren Grundlage werden. „Eine gänzlich quarantänefreie Reiseoption für Touristen nach Neuseeland wird realistisch jedoch noch ein paar Monate dauern.  Aber dass eine Zuflucht nach Neuseeland überhaupt wieder möglich wird, ist doch die beste Aussicht momentan“, schließt Peter Hahn.

Neuausrichtung der Einwanderungsrichtlinien

Erste mögliche Lücken für Investoren

Die Ankündigung der Rede des neuseeländischen Ministers Stuart Nash klang vielversprechend und sollte bahnbrechende Neuigkeiten enthalten. In Vertretung des Immigrationsministers Chris Faafoi schien es, als würde die neuseeländische Einwanderungspolitik gerade neu geschrieben. Die Regierung spricht von einem ‚Reset‘ der Einwanderungsrichtlinien nach der Wiederöffnung der Grenzen. Alles solle anders werden, so die Tendenz. Keine ausländischen Arbeitskräfte mehr im Billiglohnsegment, weniger temporäre Visa. De facto gab es bislang kaum Neuigkeiten. Viele Medien und Wirtschaftsvertreter zogen enttäuscht und mit Unverständnis von dannen. Nur für Investoren wird es jetzt schon interessant. Auch die Möglichkeiten für die Beantragung von Work Visa könnten zukünftig einfacher werden, so der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington.

Die Zahlen ändern sich

Normalerweise reisen pro Jahr mehr als sieben Millionen Menschen nach Neuseeland. Touristen, temporäre Arbeitskräfte und Einwanderer träumen von einer Zeit in Aotearoa. Nach den Grenzschließungen im März 2020 ging die Zahl der Einreisenden drastisch zurück. Insgesamt nur 165.000 Menschen gelangten bis März 2021 nach Neuseeland. Die Effekte auf die Wirtschaft durch den fehlenden Tourismus, ausbleibende internationale Schüler und Studenten und besonders auf den Gastronomiebereich sind drastisch. Seit Juni 2020 gelangten nur rund 8.000 sogenannte Critical Worker ins Land, die für ein wenig wirtschaftliche Erholung in den Bereichen Ingenieurs- und Finanzwesen, Forschung, Entwicklung, Digitalisierung und IT, in der Filmindustrie und im Agrarbereich sorgen konnten.

So kamen beispielsweise 80 Prozent der Anträge, die in der Skilled Migrant Kategorie im vergangenen Jahr gestellt wurden von Bewerbern, die bereits in Neuseeland ansässig sind. „Ausländische Anträge werden derzeit in diesem Bereich auch gar nicht bearbeitet“, erklärt der Neuseelandexperte Peter Hahn. Er verfolgt die Entwicklungen derzeit für seine Kunden und deutsche Interessenten sehr genau.

Immigration Reset

Der Minister sprach in seiner Rede von einem ‚Immigration Reset‘ nach der Pandemie. Dabei ginge es nicht nur um bloße Reduzierung der Einwanderungszahlen, sondern auch um die richtigen Entscheidungen, die richtigen Menschen, die helfen könnten, zum Wirtschaftsaufschwung nach COVID19 beizutragen. Eine der Schlüsselkategorien hierfür sei eine neue Strategie, die hochdotierte, internationale Investoren anziehen soll. Die Regierung verspricht sich dadurch mehr Produktivität, Wissen, neue Ideen, Talent, Beziehungen und das Etablieren neuer Technologien. „Um diese Strategien zu unterstützen und in die Realität umzusetzen, wird eine neue Sondergenehmigung, eine Einreisemöglichkeit für Investoren trotz der Grenzschließung, ins Leben gerufen“, erklärt Peter Hahn. „Und das wird jetzt schon für potenzielle deutsche Investoren interessant.“

Innovative Partnership Programme

Zu den sogenannten ‚Border Exeptions‘, den Ausnahmeregelungen zur Einreise hat die Regierung nun das neue Innovative Partnership Programme hinzugefügt. New Zealand Trade and Enterprise hat dafür ein Investor Programm ausgearbeitet, welches es globalen Firmen und Investoren ermöglichen soll, trotz COVID19-Restriktionen nach Neuseeland einzureisen. Wer kann schon den geeigneten Geschäftspartner per Online-Meeting finden, ohne die Bedingungen und die Schlüsselfiguren vor Ort zu kennen? Mit Hilfe dieser neuen offiziellen Regelung sei es dann den globalen Investoren möglich, trotz der Grenzschließung nach Neuseeland einzureisen. „Über 200 solcher Plätze wurden nun geschaffen und sollen über die nächsten 12 Monate gefüllt werden“, berichtet der Einwanderungsberater Peter Hahn begeistert. „Das wird jetzt für viele interessierte deutsche Investoren eine riesige Chance“, erklärt er. Schon zwei seiner derzeitigen Kunden möchte er mit dieser Strategie schneller zur Einwanderung verhelfen. „Es geht darum, die entsprechenden Investitionsgelder mitzubringen, das ist klar. Aber natürlich sucht man in Neuseeland die Bewerber auch nach Kriterien aus wie Berufserfahrung, Expertise und Beziehungen, welche mitgebracht werden können.“

Normalerweise werden derzeit Anträge aus dem Ausland bei Immigration New Zealand nicht bearbeitet. Selbst wenn ein Jobangebot aus Neuseeland vorliegt, der Antragsteller jedoch sein Formular aus dem Ausland einreicht, sich noch in Deutschland befindet, wird der Antrag nicht bearbeitet. „Die einzige Ausnahme momentan sind tatsächlich Investor Anträge, die ich auch stellen kann, wenn sich die Kunden noch in Deutschland befinden. Allerdings werden die Anträge zum einen nur sehr schleppend bearbeitet und zum anderen, dürfen die Kunden grundsätzlich momentan nicht einreisen. Das bedeutet, dass auch keine Resident Visa ausgestellt werden. Wenn ich jetzt aber meine Investor-Kunden über das neue Innovative Partnership Programme erst einmal hier ins Land bekomme, ist ihnen die Bearbeitung ihres Antrags sicher“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Selbst wenn eine Investition oder eine Partnerschaft mit einem neuseeländischen Unternehmen am Ende scheitern, befinden sich die Antragsteller ja dann schon im Land. Und sobald sie hier ‚on shore‘ sind, kriegen wir die Anträge schneller zur Bearbeitung und die Resident Visa werden auch ausgestellt!“ Eine Infobroschüre für Investoren auf Englisch gibt es HIER.

Vorteile auch für Work Visa-Antragsteller in Aussicht

„Auch die Work Visa Policy könnte sich künftig für Antragsteller vorteilhaft entwickeln“, überlegt der Einwanderungsberater laut. Normalerweise bekommt man ohne Work Visa nur schwer einen Job und den Job jedoch nur mit Work Visa. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“ Ab November müssen sich neuseeländische Arbeitgeber nun aber über ein spezielles Verfahren registrieren, um überhaupt Ausländer anstellen zu dürfen. „Wer folglich durch diesen nicht ganz unaufwendigen Prozess der Akkreditierung geht, ist sich schon darüber im Klaren, dass er ausländische Fachkräfte anstellen möchte, sonst hätte das gesamte Prozedere keinen Sinn gemacht. Für die Arbeitssuchenden im Ausland ist somit diese Hürde bereits genommen und es könnte tatsächlich einfacher werden, einen Arbeitgeber zu finden, der auch bereit ist, Bewerber aus dem Ausland anzustellen.“ Mit einem festen Jobangebot kann dann wiederum ein bis zu dreijähriges Work Visa beantragt werden. „Wie schon erwähnt, der Akkreditierungsprozess für die Arbeitgeber wird jedoch erst im November losgehen.“

Wie es für Arbeitssuchende nach dem temporären Arbeitsvisum auch möglich sein wird, die Residency zu bekommen und ob dann die Skilled Migrant Kategorie künftig noch existieren wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzusehen.

Die Regierung arbeitet derzeit weitere Details der neuen Einwanderungsrichtlinien aus – für Interessierte bleibt es spannend. Peter Hahn behält die Lage für seine Kunden deshalb genau im Auge.

 

 

 

Immigrations-Debatten hinter den Kulissen

Spekulationen über Neuseelands Zukunft

Die Grenzen in Neuseeland bleiben geschlossen, ebenso wie viele Türen für potenzielle Einwanderer. Doch hinter den Kulissen werden unzählige Optionen diskutiert, wie die zukünftige Immigrationspolitik des Landes aussehen könnte. Zugrunde gelegt werden neue Statistiken, Papiere und Wirtschaftsberichte des Landes. Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington studiert viele der Unterlagen, um für seine Kunden die neusten Entwicklungen im Blick zu haben.

Statistiken in Corona-Zeiten

Neue Wirtschaftsberichte zeigen, dass trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Neuseeland ein leichtes Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu verzeichnen ist. Laut des Instituts für Economic Research befürchten jetzt nur noch 16 Prozent aller Firmen, anstelle der 38 Prozent aus den vorangegangenen Quartalen, dass sich die Bedingungen verschlechtern werden. Gestärkt wird die Wirtschaft vor allem durch den boomenden Bausektor. Wirtschaftswissenschaftlerin Christina Leung jedoch betone, dass es für viele Unternehmen in dieser Branche immer schwierige werde, ausreichend geschulte Fachkräfte auf dem inländischen Markt rekrutieren zu können.

Mittlerweile ist die neuseeländische Gesellschaft nach einer kürzlich veröffentlichen Übersicht der Statistikbehörde auf eine Population von gut fünf Millionen Menschen herangewachsen. Prognostiziert war diese Bevölkerungszahl in 2010 erst für das Jahr 2031. Die letzte Million des Zuwachses sei die schnellste gewesen. „In den nächsten zehn Jahren werden alleine rund 40 Prozent der Menschen in der größten Stadt Auckland leben“, befürchtet der Demograf Professor Paul Spoonley von der Massey Universität. „Das wird für die Infrastruktur der Stadt künftig noch größere Probleme mit sich bringen.“ Die landeseigene Geburtenrate sinkt, während die Zuwanderung nach Neuseeland immer schneller voranschreitet.

Die Politik diskutiert nun, vor allem die Zahl der sogenannten Lower-skilled Arbeitskräfte künftig bei der Einwanderungspolitik drastisch zu reduzieren. Es mache keine Sinn Menschen ins Land zu bringen, welche den gleichen oder sogar einen niedrigeren Bildungsstand habe als die Kiwis selbst.

Politik und Prognosen

Derzeit werden in der Politik die bisherigen und mögliche künftige Einwanderungsstrategien unter die Lupe genommen. Vor allem im Tourismusgewerbe, in der Gastronomie und im Landwirtschaftssektor würden bislang viele Billigarbeitskräfte ins Land gelassen, welche der Wirtschaftsentwicklung Neuseelands keinerlei Vorteile brächten, so der Grundkonsens der veröffentlichen Economy Reports. Jeder zehnte Arbeiter in Neuseeland ist ein Ausländer mit einem Work oder Student Visa.

Politische Überlegungen

Stimmen werden laut, die Einwanderungspolitik Neuseelands deutlich zu verschärfen. Dabei sind momentan wohl vor allem Studentenvisa, Saisonal-Arbeiter und Working Holiday Visa im Visier, lässt die neuseeländische Presse verlauten. Laut der neusten Wirtschaftsberichte schneidet die neuseeländische Einwanderungspolitik schlecht ab. Wer wolle schon als Top-Player in der Industrie oder als Weltkonzern in ein Land fern ab jeglicher Weltwirtschaft ziehen? Einwanderer in Neuseeland seien ein erfreulicher und bereichernder Teil für die Gesellschaft, hätten jedoch wirtschaftlich keinerlei messbaren positiven Einfluss, so das vernichtende Urteil der Wirtschaftswissenschaftler.

Arbeitsmarkt in Pandemie-Zeiten

„Man versucht nun herauszufinden, welche Einwanderer Neuseeland wirtschaftlich am meisten nutzen“, erklärt der Neuseeland-Experte Peter Hahn. Seit den 1980ger-Jahren ist die neuseeländische Einwanderungspolitik vom Grundsatz her ähnlich. „Ich sehe all die Versuche, die positiven Effekte der Einwanderer zu messen, völlig zweifelhaft an. Man kann den Einfluss nicht rein wirtschaftlich betrachten, sondern muss Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen“, so die Meinung von Peter Hahn. Der Einwanderungsberater ist seit über 25 Jahren im Geschäft und hat mehrfach bei seinen Kunden erlebt, dass nicht die erste Generation der Einwanderer, sondern meist erst die zweite Generation unter die Lupe genommen werden müsste. „Die Ansprüche an das Leben hier und die Zukunft der Kinder der Einwanderer zeigen oft erst, was die ursprüngliche Einwanderung bewirkt hat. Aber wie soll man so etwas tatsächlich messbar machen. Das ist gar nicht möglich“, weiß Peter Hahn.

Die Grenzschließungen und Covid19-Pandemie zeigen einmal mehr, dass der neuseeländische Arbeitsmarkt anpassungsfähig ist. „Für die Politik ist dieser Zustand eine gute Ausrede zu beobachten was passiert, wenn die Arbeitgeber gezwungen sind, mit inländischem Personal zu arbeiten, da ja keine neuen Leute mehr ins Land kommen können. Vor allem in Bereichen wie Gastronomie, Altenpflege oder auf Obstplantagen scheint man abwarten zu wollen, wie lange neuseeländische Unternehmer ohne Hilfe von ausländischen Arbeitskräften aushalten können“, gibt der Einwanderungsberater zu bedenken.

Haltung kontra Realität

Erst kürzlich ging der Fall eines zugewanderten Allgemeinmediziners aus Otaki durch die Presse, der seit langem auf die Bearbeitung und Genehmigung seines Residence Antrags warte. „Er darf sich beispielsweise aufgrund der Regelungen kein Haus hier kaufen, hat keinerlei Planungssicherheit“, bestätigt auch Peter Hahn. „Das Ende vom Lied ist nun, dass er Neuseeland verlässt und nach Kanada geht. So ein Einwanderungsfall zeigt deutlich, wo derzeit die Probleme liegen. Gerade im Gesundheitsbereich fehlen solche Fachkräfte an allen Ecken und Enden!“, beschreibt Peter Hahn den momentanen Zwiespalt. „Politische Aussagen und die Medien zeigen eine absolute Stagnation und pessimistische Aussichten für Einwanderer. Meine tägliche Arbeit zeigt jedoch ein anderes Bild. Alle Anträge, beispielsweise für Work Visa oder Critical Purpose Visitor Visa meiner Klienten werden momentan blitzschnell bearbeitet. Wir erhalten oft schon wenige Wochen später Genehmigungen, auf die wir früher manchmal drei Monate lang gewartet haben“, berichtet der Einwanderungsberater aus seinem Alltag. „Allerdings sind das alles Anträge von Personen, die sich bereits in Neuseeland befinden“, fügt er hinzu.

Prognosen

Was genau sich zukünftig im Einwanderungsrecht ändern wird, bleibt zunächst ein Ratespiel. Obwohl die Politik eine deutliche Verschärfung der Einwanderungskriterien diskutiert, sieht es laut Peter Hahn für deutsche Interessierte gar nicht schlecht aus: „Natürlich ist jede Einwanderung sehr individuell. Aber wenn man sich einmal die Bereiche ansieht, die verschärft werden sollen, wird das für Interessierte aus den deutschsprachigen Ländern kaum Auswirkungen haben. Highly-Skilled Einwanderer werden nach wie vor willkommen sein und dazu gehören nahezu alle meiner Kunden!“ Momentan werden sogar Investor-Anträge aus dem Ausland bearbeitet, die seit März 2020 unbearbeitet geblieben sind. „Das zeigt mir schon, dass die Arbeit bei Immigration New Zealand wieder losgeht – wenn auch ganz langsam und sukzessive. Für Interessierte lohnt es sich, die Zeit bis zur Grenzöffnung sinnvoll zu nutzen. So kann man jetzt schon eine Einwanderungsstrategie entwickeln und die nötigen Papiere vorbereiten. Dann ist man gut gerüstet, wenn es wieder richtig losgeht.“

 

Skilled Migrant Kategorie auf dem Prüfstand

Regierung kündigt Änderungen an

Nach langem Stillstand bei der Einwanderung nach Neuseeland und den noch anhaltenden Grenzschließungen scheint sich jetzt in der Regierungsbehörde langsam etwas zu bewegen. Der Immigrationsminister Chris Faafoi kündigte an, die Skilled Migrant Kategorie als erstes unter die Lupe zu nehmen. Gleichzeitig machte er klar, dass es die hohen Einwanderungszahlen wie vor Covid19-Zeiten nicht mehr geben wird. Einwanderungsinteressierte weltweit warten nun ungeduldig, denn welche neuen Regularien es tatsächlich geben wird, darüber kann momentan nur spekuliert werden. Die Skilled Migrant Kategorie ist nun wieder einmal auf dem Prüfstand, denn dies ist die Einwanderungsschiene, über welche die meisten Migranten den Weg nach Neuseeland wählen.

Die Migrationszahlen sind mit den Grenzschließungen drastisch eingebrochen. Wo normalerweise um diese Zeit rund 20.000 neue Einwanderer ins Land gekommen wären, sind es momentan nur noch 2.500. Auch im Refugee Programm sank die Zahl der Asylsuchenden, die einwandern durften, von 1.500 Personen auf nur 200. Während Kanada erst kürzlich 27.000 temporäre Arbeiter einlud, sich für die Residency zu bewerben, hat Australien eine eigene Untersuchung ihres Skilled Migrant Programms begonnen. Auch der neuseeländische Einwanderungsminister Chris Faafoi kündigte an, die neuseeländische Skilled Migrant Kategorie neu unter die Lupe nehmen zu wollen. Das habe oberste Priorität, so der Minister. Seit über einem Jahr wurden keine Expression of Interest-Anträge mehr selektiert.

Status Quo

Und mit dieser Entscheidung scheint der Immigrationsminister endlich einen Weg zu gehen, der schon lange aussteht. 1.100 Familien sind seit Monaten durch die Grenzschließung und die Stagnation der Antragsbearbeitung zerrissen. So arbeitet beispielsweise eine indische  Krankenschwester in Neuseeland, während ihre fünfjährige Tochter auch nach einem Jahr der Trennung von der Mutter noch in der alten Heimat warten muss. „Das grenzt schon nahe an Diskriminierung und wenn im April immer noch nichts passiert ist, schmeiße ich hier den Job hin und gehe zurück zu meiner Familie nach Indien“, erklärt Neethu Johnly. Doch das ist nicht das einzige Problem. Durch den Stillstand hat sich auch ein großes Loch in den Kassen der Einwanderungsbehörde gebildet. Rund 135 Millionen NZD fehlen bereits. „Ein Stellenabbau würde den sogenannten Backlog, den Rückstau an unbearbeiteten Anträgen nur noch vergrößern“, erklärt der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington. Ebenso führte der kürzlich ausgerufene Lock down in Auckland nach einem kleinen Corona-Ausbruch durch Einreisende, die sich zum Einkaufen unerlaubt aus der Quarantäne-Einrichtung entfernt hatten, zu erneuten Verzögerungen bei der Einwanderungsbehörde. Die Mitarbeiter mussten ins Home Office und konnten keine Unterlagen zur Bearbeitung mitnehmen.

Skilled Migrants benötigt

Dass Neuseeland qualifizierte Einwanderer benötigt, ist unumstritten. Nur in welcher Zahl und mit welchen Voraussetzungen? Erst kürzlich ging wieder ein Aufschrei durch die Presse, dass beispielsweise in der Altenpflege dringend Personal gesucht werde. „Ich habe sogar jetzt, während der Grenzschließungen Kunden, die über ein aufwendiges Prozedere einwandern können“, berichtet Peter Hahn. „Vor allem im Gesundheitssektor fehlt es an allen Ecken und Enden.“ Obwohl weit über 16.000 Neuseeländer 2020 durch die Pandemie aus dem Ausland in ihre Heimat zurückkehrten, sind Fachkräfte wie IT-ler oder Ingenieure auf dem Arbeitsmarkt nach wie vor gesucht. Auch gut ausgebildete, erfahrene Handwerker sind gefragt. „Und wie in jedem Land gibt es natürlich unzählige Gast- und Saisonarbeiter, deren Jobs kein Neuseeländer machen will – so beispielsweise bei der Obsternte. Also auch in bestimmten Niedriglohnsektoren werden dringend Arbeitskräfte gesucht“, erläutert der Einwanderungsberater die momentane Lage.

Analyse der drei Skill Level

„Ich sehe die Einwanderung in drei Ebenen aufgeteilt. Zum einen gibt es die weniger qualifizierten, aber dennoch wichtigen Einwanderer. Sie arbeiten in Sektoren, in denen es kaum Neuseeländer gibt, welche diese Arbeiten pflichtbewusst mit Fürsorge, Ernsthaftigkeit und so einer eigenen Anspruchslosigkeit durchführen würden“, so Peter Hahn. Dazu gehört beispielsweise die Arbeit auf Obstplantagen, sowie in der Alten- und Krankenpflege. „Dieser Einwanderungsbereich hat einen großen Anteil an den Gesamtzahlen. Sollte man den Sektor schließen, kommt es sicherlich zu Problemen auf dem Arbeitsmarkt. Auf Plantagen könnte man noch mehr automatisieren, anstatt Saisonarbeiter oder Work-and-Traveller anzustellen. Aber in der Pflege? Die Labour-Partei will ja Ausbeute vermeiden und Fairness gegenüber Migranten hochhalten. Lässt man die Gastarbeiter beispielsweise aus den Philippinen nur temporär ins Land ohne Aussicht auf ein Bleiberecht, hat das mit Fairness nicht mehr allzu viel zu tun“, vertritt Peter Hahn seine Meinung.

„Dann gibt es Immigranten, die im Mittelfeld mitspielen. Sie fallen gerade noch unter Skilled Employment, kommen oft aus Indien mit Management-Studiengängen und machen dann in Neuseeland ein kleines Business auf. Ich erwarte eigentlich, dass es hier die meisten Einschränkungen geben wird, denn diese Leute werden nicht unbedingt gebraucht. Zumindest würde hier eine Begrenzung der Zuwanderung am meisten Sinn machen“, meint der Einwanderungsberater aus seinen über 25 Jahren Berufserfahrung.

Die meisten seiner Kunden kommen aus dem Level der Top Skills. „Das sind Einwanderer, die aufgrund ihrer Ausbildung und Berufserfahrung einfach qualifizierte Fachkräfte darstellen, die überall gesucht werden. Egal ob IT oder Handwerk, ich gehe davon aus, dass geplante Änderungen hier kaum Auswirkungen auf diese Klientel haben wird. Solche Leute sind einfach gesucht und werden auch in vielen Sektoren dringend gebraucht.“

Mögliche Änderungen

„Es wird schwierig werden, diese Level genau zu unterscheiden und dann Policies zu stricken, die jeden Kandidaten eindeutig einer Kategorie eindeutig zuordnen lässt“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Da wird es immer Grenzfälle und Grauzonen geben. „Aus der Vergangenheit heraus will die Labour Partei aber genau das erreichen, genauste Regeln, um NUR die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu füllen. Die Erfahrung hat jedoch gezeigt, dass Fachkräfte einwandern und am Ende doch eine Blaubeerfarm aufmachen und gar nicht mehr in ihrem Beruf arbeiten. So theoretisch kann man die Einwanderung einfach nicht planen!“ In den letzten 25 Jahren wurden schon viele Richtlinien geändert, viel diskutiert und rund alle vier Jahre erklärt, man wolle jetzt Fachkräfte im Land selbst ausbilden. Passiert sind große Änderung bislang noch nicht. „Es ist schwer vorherzusagen, was genau geändert wird, aber ich bin zuversichtlich, dass neue Regularien meine Kunden nicht so stark betreffen werden. Ein simpler, aber effektiver Eingriff wäre beispielsweise, den momentanen Mindeststundenlohn von derzeit 25.50 NZD weiter zu erhöhen. Ein guter Arbeitgeber, der sein Personal halten will, bezahlt dann eben auch mehr. Das würde die Löhne im Allgemeinen anheben und da will man ja schon lange hin – weg von der Ausbeute und hin zu fairen Bedingungen“, resümiert Peter Hahn. „Für die Erntehelfer oder Pflegepersonal wäre das jedoch ein echtes Problem. Hier müsste man entweder auf temporären Arbeitsvisa bleiben oder gerade im Pflegebereich einfach eigene Sonder-Visa kreieren.“

Zukunftsausblick

In jedem Fall müssen dringend Entscheidungen gefällt werden. Ein Anfang wäre, zumindest die Anträge der Menschen, die bereits vor Ort in Neuseeland sind, zu bearbeiten. Wie das Beispiel der indischen Krankenschwester zeigt, werden sonst Fachkräfte auch wieder abwandern. Und wenn die Grenzen erst einmal wieder offen sind, könnten auch die qualifizierten Neuseeland-Heimkehrer schnell wieder reisewütig werden und das Weite suchen. Neuseeland hat schon immer Einwanderer benötigt und wird sie auch in Zukunft weiter brauchen!