Einwanderung ist positiv für die Wirtschaft

Productivity Commission legt ihren Bericht vor

Die Productivity Commission ist ein von der neuseeländischen Regierung beauftragter unabhängiger Ausschuss, der sich mit der Wirtschaftsproduktivität Neuseelands beschäftigen sollte. Einen großen Faktor innerhalb der Arbeit der Kommission bildete das Thema Immigration. Jetzt veröffentlichte die Productivity Commission ihren finalen Bericht und kommt klar zu dem Ergebnis: Einwanderung ist für Neuseelands Wirtschaft positiv. Das dürfte alle Einwanderungsinteressierten aufatmen lassen. Der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn stimmt den Resultaten in vielen Punkten zu und hofft nun, auf einen positiven Effekt auf die künftige Einwanderungspolitik der Labour-Regierung.

„Man muss verstehen, dass diese unabhängige Kommission nicht eingerichtet wurde, um das Thema Immigration zu untersuchen, sondern der Fokus lag darauf, die Produktivität Neuseelands zu beleuchten“, erklärt Peter Hahn die Hintergründe. „Welche Faktoren dienen dem Wirtschaftswachstum, welche mindern es.“ Er selbst in von dem Report sehr angetan, denn hier werden einige Punkte aufgedeckt, die der Immigrationsberater bereits seit vielen Jahren bemängelt. Dr. Ganesh Nana, der Vorsitzende der Productivity Commission erklärt zusammengefasst: „Die Einwanderung muss transparenter werden für die Bewerber und die Bevölkerung. Ganz wichtig ist es endlich zu erkennen, dass alle Änderungen, die gemacht werden, nicht nur zu kurzfristigen Zielen führen sollten, sondern die Planung deutlich langfristiger erfolgen muss.

Einwanderung & Wirtschaft

Die Kommission hat herausgefunden, dass Einwanderer eine wichtige Diversität und wirklich dringend benötigte Fähigkeiten und Wissen an die Arbeitsplätze in Neuseeland bringen. „Sie spielen so eine wichtige Rolle, neue Jobs für Neuseeländer zu kreieren und auf diese Weise tragen sie wiederum einen großen Teil zur neuseeländischen Wirtschaftsentwicklung bei. Das darf nicht unterschätzt werden“, so Dr. Nana über seine Untersuchungsergebnisse. Peter Hahn sieht das ähnlich: „Die Arbeitsplätze werden also nicht weniger durch Migranten, sondern es entsteht oft ein Arbeitsplatzwachstum“, berichtet auch er aus seinen über 25 Jahren Berufserfahrung. „Natürlich kann es einmal sein, dass ein besser ausgebildeter Einwanderer einem Neuseeländer vorgezogen wird, wenn es an die Vergabe eines Arbeitsplatzes geht. Aber wenn man das mal genauer betrachtet, ist da ja nicht die Einwanderung an sich zu kritisieren, sondern eigentlich die Tatsache, dass Neuseeland in vielen Bereichen wenig oder nicht gut ausbildet. Es sollte also, anstelle die Einwanderung zu verdammen, ein Umdenken passieren und gute Ausbildungsmöglichkeiten für Neuseeländer geschaffen werden!“, gibt Peter Hahn zu bedenken.

Einwanderung & Infrastruktur

Ein weiterer Punkt, der immer auf die hohen Einwanderungszahlen abgeschoben wird, ist die problematische Belastung der neuseeländischen Infrastruktur. Zu wenig Wohnraum, nicht genügend Straßen für die Bevölkerungsmassen in den Großstädten, ein Hintertreffen im Bau von Schulen, Wasserversorgung und vielem mehr. „Ich sehe hier die Schuld an dem Dilemma nicht etwa bei den Einwanderern, sie haben das bereits bestehende Problem nur eskaliert“, beteuert der Neuseeland-Experte. „Die mangelhafte Infrastruktur für die wachsende Bevölkerung, auch ohne Einwanderer, muss an anderer Stelle angegangen werden. Die Freimachung von Land für den Hausbau könnte beispielweise unbürokratischer vonstatten gehen.“

Einwanderung & Transparenz

„Einwanderung hat einen enormen Effekt auf Familien, Gemeinden, Unternehmen und alle, die Aotearoa ihr Zuhause nennen“, zitiert Dr. Nana aus dem Bericht der Productivity Commission. „Und dennoch scheint die Einwanderungspolitik in einer Art ‚Black Box‘ zu erfolgen, abgeschirmt von der Öffentlichkeit und hieb- und stichfesten Untersuchungen, die es sonst für viele anderen öffentlichen Politentscheidungen gibt.“ Gefordert wird ganz klar mehr Transparenz und eine höhere Qualität, wenn es um das Thema Einwanderungspolitik geht. „Für mich war schnell klar, als Labour an die Regierung kam, dass diese Führung die Einwanderungspolitik auf ganz niedriger Priorität sieht. Dann kam die Pandemie und man vernachlässigte das Thema gänzlich. Das fällt der Behörde und auch der Regierung natürlich jetzt auf den Kopf“, versucht Peter Hahn die Lage zu erklären. „Die Premierministerin fordert eigentlich immer ‚Be kind!‘. Wenn ich mir allerdings ansehe, welche unzureichenden Möglichkeiten sie in den letzten beiden Jahren der Pandemie geschaffen hat, um beispielsweise Familien wieder zusammen zu führen, dann war das alles andere als ‚kind‘. Insofern würde mehr Transparenz und eine klarere Linie der Einwanderungspolitik nur guttun“, bestärkt Peter Hahn auch diesen Punkt im Productivity Report. Gefordert wird vor allem mehr Transparenz für Migranten, ob sie langfristig über das Punktesystem der Skilled Migrant Category eine Chance auf die Residency haben, oder nicht.

Einwanderung langfristig planen

Ein großes Problem, welches die Productivity Commission ganz klar herausgearbeitet hat, ist die Planungskurzfristigkeit in der Einwanderungspolitik. „Man versucht hier immer nur direkt auf die aktuelle Lage zu reagieren und irgendwelche ‚Löcher‘ zu stopfen, aber das bringt dann natürlich auch nur kurzfristige Erfolge oder bewirkt sogar langfristig noch mehr Probleme“, kritisiert auch Peter Hahn. Anstelle sich nur Einzelfälle anzusehen und mit Shortlists zu arbeiten, die den momentanen Stand wiedergäben, müsse das Thema Einwanderung viel langfristiger angesehen werden. „Ich habe Klienten, die sind Kinderärzte und werden hier dringend gebraucht. Allerdings stehen Kinderärzte gerade nicht auf der Prioritätenliste für den Pathway to Residence, wie alle anderen Arztberufe. Warum? Das weiß kein Mensch. Zu kleinteilig und wirr sind die Listen, da wird schon einmal ein Berufssektor vergessen“, bemängelt er. Der Einwanderungsberater geht sogar noch einen Schritt weiter, wenn es um die langfristige Planung geht: „Einwanderung funktioniert über Generationen“, stellt er in den Raum. „Ich sehe immer nur Versuche, Immigranten zu knebeln, wie beispielsweise an einen Arbeitgeber zu binden. Das öffnet dann natürlich Tür und Tor für die Ausbeutung der ausländischen Arbeitskräfte und kann nicht der richtige Weg sein. Die Regierung muss hier einmal von ihrem kleinbürgerlichen Denken wegkommen“, fordert der Einwanderungsberater. Immigranten kommen mit vielen Ambitionen hierher und ein Knebelvertrag hilft weder ihnen noch den nächsten Generationen, sich zu entfalten und ihr volles Potenzial zu nutzen.“

Verbesserungsvorschläge & Empfehlungen

Neben mehr Transparenz und einer langfristigeren Planung in der Einwanderungspolitik, werden in dem Bericht der Productivity Commission 24 verschiedene Empfehlungen ausgesprochen. Eine der Hauptforderungen ist es, ein sogenanntes GPS, ein Immigration Government Policy Statement zu etablieren. „Die Regierung muss eine klare strategische Richtung anzeigen, wie es in der Einwanderungspolitik künftig weitergeht. In diesem Zug müsste dann auch reflektiert werden, wie viele temporäre und permanente Visahalter das Land in Hinblick auf die vorhandenen Kapazitäten stemmen könnte“, erklärt der Vorsitzende der Productivity Commission Dr. Nana. „Dabei könnten dann nötige Investitionen, um die Kapazitäten zu erweitern, gleich mit bedacht werden, ebenso wie Ausbildung und Training der eigenen Bürger.“

Peter Hahn sieht diese Forderung in der Realität als schwierig umsetzbar. „Die Regierung hat es die vergangenen Jahre nicht einmal geschafft, sich auf eine Einwanderungsquote festzulegen, so wie das sonst immer alle zwei Jahre passiert ist. Wie sollen sie nun ein komplettes Statement mit Richtungsweisung und unter Einbeziehung der Meinung eines Maori-Ausschusses hinbekommen? Das hört sich für mich als schwer realisierbar an.“

Die Einwanderungspolitik ist gerade eine große Baustelle, so das Resümee. Sie ist nur noch ein Stückwerk und nun ist auch noch der Einwanderungsminister zurückgetreten. Kris Faafoi habe schon in der letzten Amtsperiode vor den Neuwahlen geplant, seinen Posten zu verlassen und alle politischen Ämter aufzugeben, um mehr für seine Familie da zu sein. „Ich frage mich hier, wie viele Journalisten auch geschrieben haben, ist das der Grund, warum nichts mehr passiert in Sachen Einwanderung?“, bringt Peter Hahn die Frage ganz klar auf den Tisch. Als „dead man in the office“ haben es viele Kiwis beschrieben. „Die Regierung ist zögerlich, doch der Druck der Öffentlichkeit und der unterschiedlichsten Business Groups steigt. Nun kommt auch noch der Druck der eigens ins Leben gerufenen und beauftragten Productivity Commission hinzu.

Ich denke also schon, dass demnächst etwas passiert“, schließt der Einwanderungsberater. „So wie es momentan aussieht, müssen sich die ja meist gut qualifizierten deutschen Interessenten keine Sorgen machen, dass sie in Zukunft nicht mehr nach Neuseeland einwandern können. Es bleibt nur die Frage über welchen Weg, Zeitraum, mit welchem Aufwand und mit welchen Unsicherheiten.“

Vorteile für Einwanderer bei der Jobsuche

Neuer Prozess für Arbeitgeber-Akkreditierung

Jeden Tag gibt es Medienberichte zur Arbeitsplatzsituation in Neuseeland: >>Ein Bewerber auf zwei Jobs<<, >> Verzweifelte Suche nach Personal<< oder >>Zu wenig Arbeitskräfte<<. Noch sind keine Details über die ‚Immigration Rebalance‘, die neuen Einwanderungsregeln bekannt, aber die Regierung hat nun veröffentlicht, wie Arbeitgeber künftig an ausländische Arbeitnehmer gelangen können. Der dafür nötig Akkreditierungsprozess war lange angekündigt, das genaue Verfahren jedoch bislang unbekannt. „Nun kennen wir die Feinheiten und können daraus auch Vorteile für Jobsuchende aus Deutschland, Österreich oder der Schweiz ableiten“, erklärt der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington erleichtert.

Händeringend Personal gesucht

„Unsere Newsletter-Abonnenten steigen. Durch die Corona-Pandemie und den Ukrainekrieg steigt das Interesse an Neuseeland als Auswanderland derzeit stark an“, packt der Neuseeland-Experte die Fakten auf den Tisch. „Auch ich habe erst kürzlich zwei neue Leute eingestellt.“ Die Jobangebote auf der bekanntesten Internetplattform Seek sind auf einem absoluten Höchststand und im Vergleich zum Vorjahr um 27 Prozent gestiegen. Die Gegenden mit dem momentan größten Stellenmarkt seien Auckland, Otago, Gisborne und Waikato, erklärte der Seek Regionalmanager Rob Clark. Dabei sei die IT-Branche definitiv der Sektor, in dem die meisten Firmen neue Angestellte suchen würden. Auch der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn beobachtet seit Wochen für seine Kunden die Entwicklungen der Wirtschaft und des Arbeitsmarktes in Neuseeland. „Es herrscht hier mittlerweile ein harter Kampf um neue Bewerber“, erklärt der Neuseelandexperte. „Doch nicht nur innerhalb des Landes. Neuseeland konkurriert hier auf dem Weltmarkt um die Topleute.“ Besonders gefragt derzeit sind immer noch IT-ler, Ärzte und Ingenieure.

Durch die Grenzöffnung im Mai wird Neuseeland laut Experten, wie dem Demographen Professor Spoonley vermutlich weitere Fachkräfte verlieren. Viele Kiwis suchen das Abenteuer und wollen nach der langen Abgeschiedenheit trotz um acht Prozent gestiegener Löhne in Neuseeland ins Ausland abwandern. „Allerdings können dann auch ausländische Fachkräfte wieder leichter einreisen und hier auf dem ungedeckten Arbeitsmarkt eine Stelle finden“, gibt Peter Hahn zu bedenken.

AEWV – Das Accredited Employer Work Visa

Die Einwanderungsbehörde hat jetzt nach langem Warten endlich den Prozess beschrieben, mit dem sich neuseeländische Arbeitgeber, die Ausländer einstellen möchten, akkreditieren können. „Das sogenannte Accredited Employer Work Visa ersetzt dann ab dem 4. Juli 2022 offiziell das Essential Skills Work Visa“, erklärt der Einwanderungsberater. Bereits ab 23. Mai 2022 können sich neuseeländische Firmen für dieses Verfahren anmelden.

Es besteht aus drei Stufen und beginnt mit einem einfachen Akkreditierungsprozess. „Bei dieser Stufe muss das Unternehmen eigentlich, neben den offiziellen Angaben, nur nachweisen, dass es eine ernsthafte Firma ist und kein Briefkasten-Geschäft“, weiß Peter Hahn. Der zweite Teil besteht aus dem sogenannten Job Check, welcher schon etwas ausführlicher ist und Stufe drei aus dem eigentlichen Work Visa Antrag durch den ausländischen Bewerber, wie beispielsweise Deutsche, die in Neuseeland bei dieser Firma arbeiten möchten und von der Firma eingestellt werden wollen.

Den ‚Job Check‘ bestehen

„Eigentlich ist dieses Verfahren in der Sache gar nicht neu, nur der Prozess ist jetzt ein anderer und es ist ein bisschen strenger geworden“, gibt Peter Hahn Entwarnung. Innerhalb des Job Checks gibt es zwei Varianten:

  1. Highly Paid Jobs – dazu gehören alle Positionen, bei denen der Arbeitnehmer 200 % des Mediangehalts erhält. Das ist nach momentanem Stand ein Jahresgehalt von etwa 116.000 NZD. „Ganz entscheidend ist hier, dass der Arbeitgeber die Stelle noch nicht einmal inserieren muss“, lobt Peter Hahn. „Zudem hat unser Kunde in diesem Fall die Möglichkeit des sogenannten ‚Pathway to Residence‘. Das bedeutet, dass er nach dem Work Visa später eine Möglichkeit hat, die Residency zu beantragen, die uneingeschränkte Aufenthaltserlaubnis und eben nicht nur eine befristete Arbeitserlaubnis im Land. Und da man laut der Behörde dann über die Skilled Migrant Category diesen Antrag stellen kann, sagt mir das, dass es diese bestehende Kategorie weiterhin geben wird, wenn auch wahrscheinlich mit neuen Regeln“, schließt der Einwanderungsberater aus der Veröffentlichung der Einwanderungsbehörde.
  2. Alle anderen Jobs, die unter dieser Gehaltsgrenze liegen, erfordern jedoch zumindest die Erfüllung des sogenannten Mediangehaltes von knapp 58.000 NZD jährlich, um den Job Check zu bestehen. Zunächst muss nun der neuseeländische Arbeitgeber nachweisen, dass er in Neuseeland kein geeignetes Personal für diese Stelle gefunden hat. „Das ist momentan eigentlich bei dieser engen Marktsituation überhaupt kein Thema. Allerdings muss die neuseeländische Firma beispielsweise beim Inserieren, ganz bestimmte Punkte unbedingt berücksichtigen, sonst fällt das Verfahren durch“, weiß Peter Hahn. Zu diesen wichtigen Regeln gehört unter anderem die Angabe des Gehalts in der Anzeige. „Es gibt viele Feinheiten und manche Arbeitgeber sind etwas schusselig, was dann später zu Fehlern oder Schwierigkeiten für unsere Kunden führen kann“, warnt Peter Hahn. „Da ist es gut, wenn wir als Berater die Arbeitgeber hier vor Ort und unsere Kunden schon früh an die Hand nehmen und unterstützen können, damit alles glatt läuft!“

Neue Chancen für Jobsuchende

Bislang war das Thema Arbeitssuche in Neuseeland für Ausländer oft ein Teufelskreis. Ohne Job kein Visum und ohne Visum kein Job. Die Lage könnte sich jetzt laut Peter Hahn ändern und günstiger für Interessierte werden. „Wenn sich neuseeländische Firmen ab Mai akkreditieren, zeigen sie damit ganz offen, dass sie grundsätzlich bereit sind, Ausländer anzustellen oder sogar aktiv ausländische Fachkräfte suchen. Vermutlich wird es dann ab Juli 2022 eine Liste geben, auf der alle bislang akkreditierten neuseeländischen Arbeitgeber zu finden sind“, vermutet Peter Hahn. „Wer also aktiv nach einem Job in Neuseeland sucht, kann sich dann auf diese akkreditieren Arbeitgeber fokussieren, die ja bereits kenntlich gemacht haben, dass sie den Prozess des Einstellens von Ausländern auf sich nehmen und ausdrücklich wollen. Das macht die Jobsuche für meine Kunden zusätzlich zur momentan starken neuseeländischen Wirtschaft und den vielen Stellenangeboten hier deutlich einfacher!“

Immigration Rebalance sorgt für Veränderungen

Neue Dynamik in der Einwanderungspolitik

Die Grenze ist wieder offen, Neuseeländer freuen sich über die Möglichkeit, wieder reisen zu können, andere wandern ab, um in Übersee Erfahrung zu sammeln oder mehr Geld zu verdienen als in der Heimat. Viele Neuseelandinteressierte warten in Zeiten der Krisen in der Welt wiederum auf die Chance, nach Aotearoa einwandern zu können. Die Regierung baut momentan auf das Inkrafttreten des neuen Work Visa Verfahrens im Juli. Außerdem arbeitet sie am sogenannten ‚Immigration Reset‘, welches im Zuge der derzeitigen Lage nun als ‚Immigration Rebalance‘ verkauft wird. Was diese gesamte Dynamik in der Einwanderungspolitik im Klartext für Interessierte zu bedeuten hat, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington.

Wird eine Einwanderung künftig schwieriger?

Alle Zeichen stehen für eine striktere Immigrationspolitik der neuseeländischen Labour Regierung, doch die Signale der Wirtschaft, des Arbeitsmarktes und im Hinblick auf die derzeitige Bevölkerungsfluktuation prognostizieren eine ganz andere Zukunft. „Gehen wir das Ganze einmal der Reihe nach durch, um nicht den Überblick zu verlieren“, kommentiert Peter Hahn die momentane Lage. „Wir haben derzeit eine sehr dynamische Bewegung im System, die seit der Grenzöffnung am 5. März 2022 immer neue, auch kontroverse Schlagzeilen in den Medien ergeben hat.

Aktuelle Geschehnisse

„Es gibt Artikel, die davon berichten, dass seit die Einreise für Kiwis und Residents wieder möglich ist, rund 900 Neuseeländer bereits zurück ins Land gekommen sind“, zitiert Peter Hahn. Kurz vor der Grenzöffnung hatte die Premierministerin sogar noch verkündet, dass für geimpfte Bürger die Einreise nun sogar ohne die zunächst noch geplante Selbstisolation möglich sei. Gleichzeitig wurde in den Medien eine Studie veröffentlicht, die Neuseelands Regierung für ihre gute Führung in der Pandemie lobte. Rund 3.000 Leben seien durch die gut eingesetzten Maßnahmen gerettet worden. Das bringt Neuseeland auf dem OECD Index auf Platz 1 des Landes mit der geringsten Todesrate durch Corona. „Die neu gewonnene Freiheit durch die Phase 1 der Grenzöffnung führt momentan dazu, dass viele Neuseeländer nicht nur für einen Urlaub das Land verlassen. Viele junge Erwachsene streben ihr großes OE, ihre nun wieder möglich gemachte ‚Overseas Experience‘ an, um durch die Welt zu tingeln und Erfahrungen zu sammeln – privat wie beruflich“, berichtet der Einwanderungsberater. „Aber auch zahlreiche hochqualifizierte Leute wandern ab, da das Gehalt beispielsweise in Australien einfach höher liegt.“ Spezialisten befürchtet gerade im Bereich der 25 bis 35jährigen, die bereits einige Berufserfahrung gesammelt haben, einen deutlichen Arbeitskräfteverlust. Rund 750.000 Neuseeländer würden diese Gruppierung ausmachen, das sind rund 20 Prozent der arbeitenden Bevölkerung. „Man kann auch ganz klar erkennen, dass die wirtschaftliche Lage in Neuseeland trotz der Pandemie ausgesprochen gut ist momentan. Wir haben eine Arbeitslosenquote um drei Prozent, das gilt nahezu als Vollbeschäftigung“, weiß Peter Hahn.

Immigration Reset wird Immigration Rebalance

Auf der anderen Seite sickern negative Nachrichten aus der Regierung selbst durch. Die Einwanderung soll strikter reguliert werden. Es soll stärkere Limits geben, so könnten die Zahlen der Einwanderer beispielsweise an Baugenehmigungen geknüpft werden, um den Wohnungsraummangel einzudämmen. Laut Insider Dokumenten sollen nur noch bestimmte Berufssparten, die sich im hohen Lohnsegment bewegen, überhaupt die Möglichkeit erhalten, Migranten einzustellen. Zudem soll es dann für Skilled Migrants schwieriger werden, ihre Partner und Familien mitzubringen. Auf der anderen Seite könnte es für hochbezahlte Jobs im Highly Skilled Bereich einfach werden, einzuwandern, so das schockierende Papier des Ministeriums für Business, Innovation und Employment. Noch ist das Dokument unter Verschluss und wird hinter den Kulissen bearbeitet. Auch eine Interviewanfrage an den Immigration Minister Kris Faafoi wurde abgelehnt.

„Die Labour Regierung möchte gerne alles genau reglementieren und für alle Eventualitäten vorausplanen“, erklärt der Immigrationsberater Peter Hahn. „Aus meinen über 25 Jahren Berufserfahrung hat sich jedoch gezeigt, dass so etwas nur schwer umsetzbar ist, gerade wenn sich so viele Variablen innerhalb des Landes und durch die Situation in der Welt gerade stetig verändern“, gibt er zu bedenken. Aus dem zunächst betitelten ‚Immigration Reset‘ soll nun eine ‚Immigration Rebalance‘ werden, welche den Fokus auf die Balance von Einwanderern und Bürgern setzen soll. „Aber genau hier gibt es gerade ein großes Ungleichgewicht, einen enormen Druck auf den Arbeitsmarkt. Der Bedarf in vielen Berufssparten wie im Gesundheitswesen, in der IT oder in anderen Tech-Berufen ist sehr groß. Das belastet die in dieser Branche arbeitenden Bürger und schreit regelrecht nach Fachpersonal aus dem Ausland. Vor so einem Ungleichgewicht kann die Einwanderungspolitik nicht einfach die Augen verschließen“, so Peter Hahn.

Tech-Sektor auf dem Vormarsch

Unterdessen wurde die Eine-Million-Dollar Kampagne ‚We see tomorrow first‘ gelauncht, in der neuseeländische Technologie der Welt präsentiert und Neuseeland selbst als Technologie-Standort, ein Silicon Valley der südlichen Hemisphäre verkauft werden soll. „All diese Firmen, die in diesem Bereich arbeiten, suchen jedoch händeringend hochqualifiziertes Personal. Ich hatte erst kürzlich einen Ingenieurs-Kunden, der kurz vor Weihnachten ein Joboffer von Rocket Lab aus Auckland bekommen hat. Mit Hilfe der Travel Exception war Mitte Januar bereits sein Visitor Visa mit Arbeitsrecht durch, so dass er am 31. Januar einreisen konnte. Zu dieser Zeit gab es noch die zweiwöchige Quarantäne, die er natürlich absitzen musste, aber seitdem lebt und arbeitet er hier. Was ich damit unterstreichen möchte, wer einen hochdotierten Job in so einem Bereich findet, den kann ich ohne Probleme jederzeit hier reinkriegen!“ betont Peter Hahn. Und viele der Tech-Firmen in Neuseeland nehmen sich gegenseitig die Fachkräfte weg. Zu Hochzeiten während der Pandemie waren rund 10.000 Stellen offen. „Wir sind der am schnellsten wachsende Sektor“, so Craig Hudson von Xero NZ. 600 Border Exceptions werden momentan vergeben. Wer einen Job und eine der Ausnahmegenehmigungen bekommt, dem steht sofort Tür und Tor nach Neuseeland offen. „Selbst wenn wir keinen Mitarbeiter über diese 600 Plätze bekommen, bringt uns das allen zumindest ein bisschen Entspannung in unserem Sektor“, so Mario Wynands, Chief Executive des Wellingtoner Video-Gaming-Studios PikPok zur angespannten Lage.

Einwanderungsaussichten

Derzeit sind rund 100.000 in Neuseeland lebende Migranten berechtigt, ihr Residence Verfahren über den ‚fast-track‘ einzureichen. Etwa 30.000 Einwanderungswillige, die vor Ort sind, haben diese Chance auch schon genutzt. „Es kommt gerade definitiv Bewegung ins System. Auch viele meiner Kundenanträge, die lange lagen, werden gerade weiterbearbeitet. In Neuseeland entwickelt sich gerade eine interessante Dynamik, Frage ist nur, wo genau sie hinführen wird“, stellt Peter Hahn in den Raum. „Die Situation macht eine Beratung gerade ein bisschen schwierig, doch die Bekanntgabe der Immigration Rebalance Änderungen ist für die nächsten Wochen angekündigt. Für mich ist ganz klar, hochqualifiziertes Personal wird auch künftig nach Neuseeland einwandern können. Ich bekomme gerade ganz viele Anfragen von Topleuten und Investoren. Da kann man fast mit Bestimmtheit sagen, dass es auch künftig mit dem Residence Visa, der uneingeschränkten Aufenthaltserlaubnis, funktionieren wird“, so der Einwanderungsberater. Der Druck auf dem Arbeitsmarkt ist groß, nur die Frage bleibt offen, welche weniger gut bezahlten Bewerber auf dem lower-skilled Level künftig noch nach Neuseeland einwandern können.

Jetzt die Planung angehen

Die Omikron-Welle wird Mitte bis Ende März in Neuseeland ihren Peak erreichen, danach wird mit Entspannung der Pandemie-Lage im Land gerechnet. Das neue Accredited Employer Work Visa soll laut Ankündigung im Juli 2022 in Kraft treten. „Ich schätze, wenn die Corona-Situation hier erst einmal abgeschwächt ist, wird man die Grenzen für Touristen im Mai oder Juni bereits wieder öffnen. Jetzt ist eine gute Zeit, sich über den neuseeländischen Arbeitsmarkt zu informieren und schon die ersten Kontakte zu sogenannten Recruitment Agents herzustellen oder unter Umständen schon Bewerbungen abzuschicken.

In den nächsten Wochen sollte sich auch rausstellen, wie die neuen Regeln für Resident Visa Anträge im Rahmen der Immigration Rebalance aussehen werden.

„Es lohnt sich, die Situation täglich zu beobachten. Wer Interesse an Neuseeland hat, abonniert am besten meinen Newsletter, bleibt so immer auf dem neusten Stand und verpasst garantiert keine wichtigen Neuerungen!“

Neuseeland öffnet seine Grenzen

Arbeitskräfte, Studenten, Working Holiday-Reisende und Touristen dürfen wiederkommen

Lange gab es eine große Unsicherheit, wann eine Reise oder Einwanderung nach Neuseeland wieder möglich sein wird. Jetzt hat die Regierung einen ganz konkreten Fünf-Stufenplan veröffentlicht, wann die Grenzen für welche Reisende wieder öffnen. Schon im Februar und März gibt es Entschärfungen, spätestens ab Juli können Deutsche mit jeglichem Visum wieder einreisen. Was es zu beachten gibt und welche Fakten bereits bekannt sind, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington.

„Das lange Zittern ist endlich vorbei. Dies ist der Moment, auf den so viele Neuseelandinteressierte sehnlichst gewartet haben“, freut sich auch Peter Hahn mit vielen seiner Klienten. Premierministerin Jacinda Ardern geriet zunehmend unter Druck und reagierte jetzt mit mehr Risikobereitschaft und den detaillierten Grenzöffnungsphasen in einer über einstündigen Regierungsansprache.

Abwanderung, Unzufriedenheit und Druck auf den Arbeitsmarkt

Schon seit mehreren Wochen nimmt der Druck auf die neuseeländische Regierung drastisch zu. Wo einige einer Grenzöffnung noch kritisch oder ängstlich gegenüberstehen, begrüßen andere die Ankündigung der neuen Phasen zur Wiederöffnung Neuseelands. Die Fakten sind klar. Rund 150-250 Corona-Fälle täglich hat das Land derzeit zu verzeichnen. Dafür liegt die Arbeitslosigkeit momentan auf einem Rekordtief von nur 3,2 Prozent im letzten Quartal. Dabei stieg das Durchschnittseinkommen um 2,8 Prozent, ein Anstieg, den es so seit 2009 nicht mehr in Neuseeland gab. „Diese Entwicklungen und eine Omikron-Welle setzen den ohnehin schon engen Arbeitsmarkt 2022 weiter unter Druck“, erklärt ASB Senior Wirtschaftswissenschaftler Mark Smith. „Es fehlt schlichtweg in vielen Sektoren an Personal.“

Nach neusten Umfragen und Statistiken ist auch die Bereitschaft trotz der Pandemie abzuwandern, immer größer. Besonders junge Menschen zieht es aus Neuseeland heraus, sie wollen nach den langen Monaten des Wartens internationale Erfahrung sammeln und verlassen Neuseeland. So sind dem Land faktisch bereits 4.000 Menschen verloren gegangen, deren Unzufriedenheit und Ungeduld über die bislang geschlossenen Grenzen sie nach Australien oder Übersee zog. „Es kann doch keiner wirklich sagen, was in der Zukunft bezüglich der Pandemie noch passiert. Ich bin es leid zu warten und suche jetzt internationale Erfahrung und eine bessere Bezahlung, erklärte beispielsweise Ingenieurin Gabi Steer, bevor sie nach England abwanderte. So wie ihr ergeht es vielen Neuseeländern und der ohnehin schon überlastete Arbeitsmarkt gerät dadurch weiter ins Wanken. „Die Lage wird wirklich problematisch und erhöht die Probleme, beispielsweise im Gesundheitssektor, weiter“, gibt Erica Stanford, Immigrations- und Bildungssprecherin der National Partei zu bedenken. „Wir müssen jetzt wirklich versuchen, unsere jungen talentierten Arbeitskräfte zu halten!“ Die sogenannte ‚Brain Drain‘, die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften ins Ausland, soll gestoppt werden.

Die Labour Partei und im speziellen die Premierministerin musste durch die Begebenheiten und die Unzufriedenheit der Bevölkerung jetzt schnell reagieren. Ihr Beliebtheitsgrad sank in den letzten Umfragen deutlich, so dass nun die Entscheidung, sich der Welt wieder zu öffnen, sehr begrüßt wurde.

Phase 1 des Stufenplans – Kiwis aus Australien nach Hause holen, 28. Februar 2022

Neuseeländer, die in Australien festhängen, können ab dem 28. Februar endlich ohne in die gemanagte Quarantäne-Einrichtung zu müssen, nach Hause reisen. Kiwis dürfen dann aus Australien einreisen, wenn sie voll geimpft sind und sich danach in Selbstisolation begeben. Das große Thema war bislang, einer der begehrten und sehr begrenzten Plätze in einer der Quarantäneeinrichtungen MIQ zu bekommen, was damit wegfällt.

Zudem wird die Einreise für Arbeitskräfte in bestimmten Berufssektoren mit Hilfe der sogenannten Border Exceptions weiterhin möglich sein. Dazu gehören beispielsweise Farmmanager, Tierärzte, Lehrer oder Tech Workers. „Mit Hilfe des Critical Purpose Visitor Visa bekomme ich diese Personen nach Neuseeland, wenn sie hier bereits einen Job gefunden haben und in manchen Fällen ein Minimumgehalt verdienen“, weiß der Immigrationsberater. „Wer dann erst einmal im Land ist, für den können wir das entsprechende Arbeitsvisum beantragen.“ Neuseeland sucht hier top qualifizierte Leute, die den Arbeitsmarkt deutlich entlasten können.

Mit der Ankunft bekommen diese geimpften Personen den ersten Schnelltest, der dann nach fünf Tagen wiederholt wird. Positive Schnelltests müssen mit einem PCR Test bestätigt werden.

In Zuge der Selbstisolation werden im Laufe der kommenden Monate dann einige Hotels, die derzeit als Managed Quarantine Fascilities umfunktioniert sind, wieder in Gästehäuser zurück verwandelt werden.

Phase 2 – Grenzöffnung für Working Holiday Visa, Studenten & Arbeiter, 14. März 2022

Die zweite Stufe der Grenzöffnung erlaubt schon wesentlich mehr Besuchern rund um den Globus, nach Neuseeland zu fliegen. Auch hier dürfen bestimmte Berufsgruppen, in deren Sektor der Arbeitsmarkt stark unter Druck steht, mit einem Joboffer über die Border Exception einreisen. „Dazu gehören die Critical Worker auf den entsprechenden Listen, so wie Farmmanager oder Personal aus dem IT-Bereich“, berichtet Peter Hahn. „Außerdem gibt es eine Auffangkategorie für Skilled Worker, die ein Minimumgehalt vom 1,5-fachen des Durchschnittsgehalts vorweisen können. Das ist momentan ein Bruttojahresgehalt von 84.240 NZD.“

Für Interessierte ist deshalb jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, sich nach einem Job in Neuseeland umzusehen. „Neuseeland sucht dringend qualifizierte Bewerber und sobald sie ein Joboffer in der Tasche haben, kann ich für meine Kunden die nötigen ersten Schritte zur Einreise, Arbeit oder Einwanderung einleiten.“

 

„Besonders für viele junge Deutsche ist das Working Holiday Visum in Neuseeland interessant, welches tatsächlich wieder am 14. März 2022 zur Einreise genutzt werden kann“, verrät Peter Hahn. Der Immigrationsberater weiß um die vielen reisehungrigen jungen Menschen, die bereits in den Startlöchern stehen und nur darauf warten, endlich wieder die Welt erkunden zu können. „Neuseeland war und ist eines der Traumziele für viele. Das Visum kann in Kürze auch wieder ganz simpel von allen online beantragt werden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch jünger als 31 sind. Man hat dann ein Jahr Zeit für die Anreise“, erklärt der Immigrationsberater. Ein Working Holiday Visum berechtigt den Halter, dann ein Jahr in Neuseeland herum zu reisen und zu arbeiten. Für saisonale Sektoren in Neuseeland, wie den Tourismus, die Gastro-Branche oder die Landwirtschaft, bedeutet das eine enorme Entlastung.

Auch in Phase 2 gilt nach Einreise für vollständig Geimpfte die Selbstisolation, die allerdings nun auf sieben Tage verkürzt und zusätzlich mit mehreren Schnelltests während dieser Zeit angesetzt wird. „Übrigens, wer die Selbstisolation auf die leichte Schulter nimmt und erwischt wird, muss mit Strafen bis zu 12.000 NZD rechnen“, warnt Peter Hahn.

Phase 3 – Studieren pünktlich zu Semesterbeginn, 13. April 2022

Bis zu 5.000 internationalen Studenten soll die Tür nach Neuseeland in Step drei ermöglicht werden, damit sie zum Semesterbeginn am 24. Juli 2022 vor Ort sein können. „Ob es ein Auswahlverfahren geben wird, wie beispielsweise nach Bewerbungsreihenfolge oder Wahl des Studiengangs, ist leider momentan noch nicht klar“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Für viele Neuseelandinteressierte ist der Weg über einen Studienaufbau in Neuseeland auch manchmal die Möglichkeit, ohne ein Joboffer einzuwandern“, gibt der Einwanderungsberater als Tipp. „Mit dem sogenannten Student Pathway, bekommt man nach erfolgreich abgeschlossenem Studiengang für drei Jahre ein Work Visum und mit diesem ist die Jobsuche dann deutlich leichter als ohne Arbeitserlaubnis. Zudem hat man die Chance, Neuseeland selbst, die Lebens- und Arbeitsbedingungen schon einmal ganz unverbindlich kennenzulernen vor Ort und wichtige Kontakte zu knüpfen.“

Auch Visahalter, die bereits ein temporäres Visum jeglicher Art für Neuseeland besitzen, jedoch aufgrund ihres Aufenthalts außerhalb Neuseelands bislang nicht einreisen durften, haben jetzt die Möglichkeit mit ihrem Visum ins Land zu gelangen.

Auch in Phase drei müssen sich die Einreisenden in siebentägige Selbstisolation begeben und während dieser Zeitspanne immer wieder mit Schnelltests auf Corona überprüfen.

Phase 4 – Neuseeland öffnet sich der Welt, spätestens ab Juli 2022

Spätestens ab Juli dieses Jahres sollen die Grenzen dann für alle Reisenden aufgehen, die geimpft sind und aus einem der sogenannten Visa Waiver Countries kommen, zu denen Deutschland gehört. Ohne vorherige Beantragung eines Besuchervisums dürfen dann auch Touristen einreisen, um in Neuseeland Urlaub zu machen. „Ob man bis dahin dann noch eine Woche in Selbstisolation muss, was für Touristen ja recht unkomfortabel wäre, ist noch nicht klar“, bemerkt Peter Hahn und verspricht, Updates zu geben, sobald weitere Details bekannt werden.

„Im Juli 2022 tritt dann auch das neue Accredited Employer Work Visa in Kraft. Wer dann nach Neuseeland einwandern möchte, braucht ein Joboffer, kann jedoch bereits mit einem Arbeitsvisum einreisen und muss nicht den Umweg über ein Critical Purpose Visitor Visa gehen“, so der Einwanderungsberater. „Allerdings muss der Job mit einem Verdienst über dem ‚Median Wage‘, dem Mindestgehalt von 27 NZD pro Stunde oder einem Jahresbrutto von 56.160 NZD datiert sein.“

Phase 5 – Neuseeland und der Rest der Welt, Oktober 2022

„Dieser Step ist eigentlich für Deutsche uninteressant, denn nun öffnet die Grenze auch für alle Länder, die normalerweise VOR der Anreise ein Besuchervisum beantragen müssen, wie beispielsweise Indien.“ Das betrifft sowohl Geschäftsreisende als auch Touristen.

 

Eine Übersicht aller geplanten Schritte und Details gibt es HIER.

„Alles in allem sind das dennoch wirklich gute Neuigkeiten. Und für viele Neuseelandfans hat das Warten nun endlich ein Ende. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt für die Jobsuche und ein Einleiten der ersten Schritte für ein neues Leben oder eine ausgedehnte Reise in Neuseeland“, schließt Peter Hahn.

Die Aussichten für 2022 sind positiv

Visa-Anträge werden wieder bearbeitet

Neuseeland hat mittlerweile ein Impfquote von gut 90 Prozent wie von der Regierung prognostiziert. Die Arbeitslosenquote ist extrem niedrig und überall fehlt es an Fachpersonal. Positiv nun, die ersten Visa-Anträge im Ausland lebender Antragsteller werden derzeit von der Immigrationsbehörde nach langen Verzögerungen wieder bearbeitet. „Die Zeichen stehen positiv für 2022, dass Einwanderungsinteressierte auch wieder die Möglichkeit bekommen werden, in Neuseeland zu arbeiten oder sogar langfristig einzuwandern“, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn mit Blick auf das kommende Jahr.

Inländische Anträge im Schnellverfahren bearbeitet

Derzeit werden nur Visa bearbeitet, deren Antragsteller sich bereits in Neuseeland befinden. Die Einwanderungsbehörde bearbeitet seit  1. Dezember Residency-Anträge innerhalb des neu installierten Online-Residence-Schemes. Für manche Immigranten, die bereits in Neuseeland leben, kam diese Nachricht wie ein Lottogewinn. Viele blieben bis nach Mitternacht auf, um ihre Papiere bereits mit der Datumsgrenze und Öffnung des Online-Portals einzureichen. So auch Aucklander Jason Warwick aus Südafrika: „Ich dachte, es würde dann ohnehin Monate dauern, bis Immigration New Zealand meinen Antrag bearbeiten würde.“ Anstelle der angedachten zehn Minuten Bearbeitungszeit, hing er über zwei Stunden über seinem Antrag. Die Webseite der Behörde war durch den großen Ansturm derart überlastet, dass sie zeitweise zusammenbrach, das Laden einzelner Seiten dauerte Minuten. Für viele User war es gänzlich unmöglich, ihre Formulare zu bearbeiten und abzuschicken. So fordern einige Stimmen nun sogar, die Sachlage offiziell untersuchen zu lassen. Umso mehr überraschte es viele Antragsteller, dass ihr Verfahren dann binnen 24 Stunden bearbeitet und die Visa genehmigt wurden. „Es war unglaublich und nach Jahren der Unsicherheit ein echtes Aufatmen“, schließt Jason Warwick. Laut der Behörde bearbeite man die Anträge zuerst, welche zeitkritisch seien, also beispielsweise, wenn bestehende Visa ausliefen. Insgesamt sind bereits rund 6000 inländische Residency Anträge eingegangen und werden von rund 100 Mitarbeitern bearbeitet, erklärte General Manager von Immigration NZ, Geoff Scott.

High Court Urteil erzwingt Antragsbearbeitung auch aus dem Ausland

Per Gerichtsbeschluss stellte unterdessen das High Court in Neuseeland fest, dass es gesetzlich unrechtmäßig gewesen sei, während der Corona Pandemie die Bearbeitung der Resident Visa Anträge vieler Einwanderer einfach auszusetzen und Einwanderern, die Ihr Resident Visa erhielten, während sie im Ausland waren, die Einreise nicht zu erlauben. Ein positives Ergebnis für rund 4000 Residents, denn ihnen ist es jetzt erlaubt, mit ihren Visa nach Neuseeland einzureisen, sofern sie einen Platz in einer der gemanagten Quarantäneeinrichtungen ergattern. Ansonsten müssen sie auf die Öffnung der Grenzen im Februar beziehungsweise April warten. Natürlich müssen auch alle geforderten Covid Auflagen wie Impfung, negativer PCR Test und anderes erfüllt sein.

Ebenso gibt es positive Nachrichten für alle, die noch auf die Bearbeitung ihrer Residence Anträge aus dem Ausland warten. Denn Immigration New Zealand muss nun die offenen Verfahren weiterbearbeiten, noch bevor die Grenzen nächstes Jahr öffnen. So stehen alleine noch rund 2300 Entscheidungen von Resident Visa Anträgen aus dem Ausland zur Bearbeitung aus, die bereits vor der Grenzschließung im März 2020 eingereicht wurden. Die Regierung erklärte zudem, sie werde überlegen, wie man die rund 3000 Menschen nach Neuseeland bringen könnte, die nach den Grenzschließungen ihre Anträge gestellt hatten. „Die Sachbearbeiter von Immigration haben versprochen, uns binnen der nächsten Tage über den Bearbeitungsstand der offenen Verfahren zu unterrichten“, bestätigt auch der deutsche Einwanderungsberater Peter Hahn. Der Immigrationsanwalt Stewart Dalley repräsentiert momentan weitere Antragsteller und hofft, dass das High Court in einer zweiten Anhörung demnächst auch grünes Licht für die zügige Wiederaufnahme der Bearbeitung temporärer Visa gebe. Die Verfahrenswelle hatten ursprünglich mehrere Afghanen losgetreten, die bereits seit über zwei Jahren aufgrund der Pandemie und der mit ihr eingesetzten Restriktionen von ihren Familien getrennt leben. „Es gibt derzeit auch weitere Klagen von Einzelpersonen, die ihre Partner oder Familien seit der Grenzschließung nicht ins Land bringen konnten“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Da passiert gerade eine Menge und die Einwanderungsbehörde gerät unter Zugzwang. Allerdings muss man auch ganz klar sagen, dass sie, selbst wenn sie wollen würden, gar nicht so viele Visa Anträge bearbeiten können momentan. Die Büros in China sind seit Covid19 geschlossen worden, durch die Pandemie wurden weitere qualifizierte Mitarbeiter entlassen. Es fehlt der Behörde derzeit einfach an geschultem Personal!“

August im Kalender notieren

Wann genau welche Personengruppen wieder ins Land dürfen, ist noch nicht klar. Vor allem der finanzielle Druck auf die öffentlichen und privaten Universitäten steigt. Seit Beginn der Pandemie sind nur noch ein Drittel der ursprünglich in Neuseeland Studierenden im Land. Der Bildungssektor ist durch die Grenzschließungen regelrecht eingebrochen. Im April 2020 waren es noch 10.500 ausländische Studenten pro Jahr, Zahlen jetzt zeigten nur noch 4197 zahlende Studierende aus dem Ausland. Insider bemängeln, dass es noch keine offiziellen Aussichten gäbe, wann ausländische Studenten wieder nach Neuseeland einreisen könnten.

Anders sieht es bei der Bearbeitung von internationalen Visa aus. Als offizieller Start der Bearbeitung von Anträgen aus dem Ausland wurde August 2022 genannt. „Es werden hier wirklich in vielen Sektoren dringend Mitarbeiter gesucht, vor allem in Jobs, für die eine höhere Qualifikation gefordert ist. Da gibt es in Neuseeland einfach nicht genügend Fachpersonal“, erklärt Peter Hahn. „So dürfte es auch nicht schwierig werden, wenn ein Antragsteller entsprechende Ausbildung und Erfahrung mitbringt“, wagt der Einwanderungsberater zu spekulieren. Auch wenn sich August 2022 noch nach einer langen Durststrecke anhört, wer zu bestimmte Berufsgruppen gehört, muss gar nicht so lange warten.

Für Eilige – Per Ausnahmeregelung nach Neuseeland

Die Personalknappheit ist vor allem im Landwirtschaftssektor, im Gesundheitswesen und in Tech-Berufen derart drastisch, dass die Regierung nun für hunderte von Facharbeiter per Ausnahmeregelung den Weg nach Neuseeland ebnen will. Mit Hilfe von sogenannten Border Exeptions soll das dringend benötige Personal ins Land gelangen können, wo die Grenzen sonst für Ausländer immer noch geschlossen sind. „Ich habe auch gerade mehrere Kunden, die im IT-Bereich oder in der Gaming Industrie arbeiten und in Neuseeland einen Job gefunden haben. Solche Leute bekommt man auch jetzt gleich ins Land – und zwar auch mit Frau und Kindern“, erklärt Peter Hahn. „Die Border Exeption ist eine Art Besuchergenehmigung, enthält jedoch schon ein Arbeitsrecht und ermöglicht die Einreise nach Neuseeland. Natürlich müssen die Antragsteller geimpft sein, und alle anderen Pandemie-Einreiseauflagen erfüllen und in einer der gemanagten Quarantäneeinrichtungen (MIQ) einen Platz ergattern“, berichtet der Einwanderungsberater. „Sobald sie dann im Land sind, kann ich ein Work Visa für sie organisieren, so kann die Person arbeiten gehen, sobald die 14tägige Quarantäne vorbei ist. Die Kinder können dann in Neuseeland auch schon in die Schule gehen.“ Ob und wann dann die Antragstellung eines Resident Visa möglich ist, kann noch nicht vom Immigrationsberater abgeschätzt werden, denn hier soll es neue Regularien in der Skilled Migrant Kategory geben. „Welche Auflagen es genau sein werden, ist noch nicht bekannt, aber ich gehe mal schwer davon aus, dass die Kategorie nicht abgeschafft wird und die angekündigten Verschärfungen auch eher Lower Level Jobs betreffen werden. Das heißt Ingenieure oder andere hochqualifizierte Arbeitskräfte aus gefragten Branchen werden davon vermutlich nicht betroffen sein. Was allerdings sehr wahrscheinlich ist – es wird eine Mindestlohnforderung geben. Wer weniger verdient in seinem Job, hat dann schlechte Karten.“

Aussichten auf 2022

Die eigentliche Grenzöffnung soll im nächsten Jahr in drei Phasen vonstatten gehen. Im Januar 2022 sollen nach heutigem Stand Neuseeländer selbst wieder ohne zweiwöchige Quarantäne einreisen können, wenn sie zuvor mindestens zwei Wochen in Australien waren. Es steht dann nur noch eine siebentägige Selbstisolation an. Ab Februar gilt gleiches Prozedere für alle Neuseeländer und Permanent Residents, die aus anderen Teilen der Welt einreisen möchten. Die Grenzöffnung für alle anderen ist theoretisch nach dem 30. April wieder möglich. „Ob dann allerdings auch schon wieder Touristen einreisen dürfen unter bestimmten Voraussetzungen und wie sich die Pläne der neuseeländischen Regierung hinsichtlich der neuen Omicron Variante noch verschärfen könnten, ist zum jetzigen Zeitpunkt leider noch nicht abzusehen“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Ich bin mir jedoch ziemlich sicher, dass die Grenzöffnung wohl gestaffelt nach priorisierten Visa-Kategorien und Berufsgruppen vonstatten gehen wird. Wer also in einem der gesuchten Berufe tätig ist, hat in 2022 mehr als gute Aussichten auf Erfolg, seine Neuseelandpläne in die Realität umzusetzen. Das sind doch gar nicht so schlechten Aussichten für das kommende Jahr!“, schließt der Einwanderungsberater.

Eilmeldung – Neuerungen zur Einreise

Einreise nach Neuseeland möglich ab 30. April 2022

Genaue Einzelheiten sind noch unklar, aber am 24. November hat der neuseeländische Gesundheitsminister Chris Hipkins verkündet, dass ab 30. April 2022 die ersten Ausländer wieder nach Neuseeland einreisen dürfen. Die Grenzen werden sich in drei Phasen öffnen:

Stufe 1: Öffnung ab 16. Januar 2022 um 23:59 Uhr für vollständig geimpfte Reisende, die von Australien aus einreisen mit einem neuseeländischen Pass oder mit einem Resident Visa in einem ausländischen Pass (es sei denn es ist die erste Einreise nach Neuseeland mit dem Resident Visa).  Voraussetzung ist allerdings ein vorheriger Aufenthalt von mindestens 14 Tagen in Australien (oder Neuseeland).

Stufe 2: Öffnung ab 13. Februar 2022 um 23:59 Uhr für vollständig geimpfte Reisende, die nicht aus höchsten Risikoländern, wie zum Beispiel Papua New Guinea, einreisen mit einem neuseeländischen Pass oder mit einem Resident Visa in einem ausländischen Pass (es sei denn es ist die erste Einreise nach Neuseeland mit dem Resident Visa).

Stufe 3: Öffnung ab 30. April 2022 auch für alle übrigen vollständig geimpfte Reisende, vermutlich in Etappen je nach Visa Kategorie.

Wie schon eingangs erwähnt, ist insbesondere bei Stufe 3 noch unklar, wie genau das umgesetzt wird.

Einreisevoraussetzungen und mehr

Vor, beziehungsweise nach der Einreise, muss Folgendes erfüllt werden:

  • Vollständige Impfung
  • Negativer Corona-Test vor der Einreise
  • Auskunft über vergangene Reiseaktivitäten
  • 7 Tage Selbstisolation
  • Negativer Corona-Test nach Ablauf der Selbstisolation

Neuseeland verabschiedet sich von der Eliminierungsstrategie

Nachdem Delta Mitte August 2021 auch in Neuseeland eingezogen ist, hat sich die Regierung nun offiziell damit abgefunden, dass wir auch in Neuseeland in Zukunft mit dem Virus leben müssen. Noch im letzten Jahr war Neuseeland ja nur eine von wenigen Nationen, die Covid-frei waren. Während die Freiheiten der Menschen fast überall auf der Welt drastisch eingeschränkt wurden, durften wir uns hier in Neuseeland weitgehend frei bewegen. Nach nur 40 Covid-Toten bei 5 Millionen Einwohnern, wird ab Dezember nur noch eine Coronavirus-Kontrollstrategie verfolgt werden. Ab Januar 2022 mit den ersten Grenzöffnungen, wird Neuseeland auch von seiner Risikovermeidungsstrategie absehen und sich auf einen medium-risk pathway begeben, wie Minister Hipkins sich ausdrückt.

Von der Öffnung der Grenzen Aucklands zur Öffnung Neuseelands

Neuseelands Coronahotspot ist Auckland. Die Metropole im Norden Neuseelands hat dementsprechend am meisten unter den strengen Coranmaßnahmen der Regierung gelitten. Vom 17. August bis zum 15. Dezember 2021 waren, bzw. sind Auckländer in ihrer Stadt eingeschlossen. Rein und raus kam man nur mit Sondergenehmigungen und innerhalb der Stadtgrenzen herrschte Lockdown. Die Öffnung Aucklands ist der erste Schritt zur Öffnung der internationalen Grenzen – quasi ein Generalprobe.

Impfrate und Impfpass:

Momentan sind 91% der impfberechtigten Bevölkerung einmal geimpft und 83% zweimal. Ein Impfpass ist eingeführt worden und wird ab Dezember Voraussetzung für viele Aktivitäten sein.

Wirtschafts-Boom trotz Pandemie

Seit langem war die Arbeitslosigkeit in Neuseeland nicht so niedrig wie derzeit – trotz der vielen Negativauswirkungen der Pandemie. Neuseelands Wirtschaft boomt und das, obwohl der internationale Tourismus fast zu 100 Prozent eingebrochen und zweitgrößter Wirtschaftsfaktor des Landes ist. In Aotearoa scheint man alles richtig gemacht zu haben, denn so einen starken Rückgang im Quartal gab es nicht, seit Statistics New Zealand im Jahr 1986 mit den Aufzeichnungen begann. Selbst die Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler wurden noch übertroffen. Stand 3. November 2021 beträgt die Arbeitslosigkeit nur 3,4 %. Das zählt schon fast als Vollbeschäftigung. Man spricht hier bereits von einem „war for talent“, mit einem sorgenvollen Blick auf die leider noch immer geschlossenen internationalen Grenzen.

Einführung von Pathways für die Einreise 2022

Im August verkündigte das ZDF, dass Neuseeland nun die Grenzen für Reisende wieder öffnen werde. „Also ganz so euphorisch wäre ich da nicht“, erklärt Peter Hahn. „Vor allem was den regulären Tourismus anbelangt, gibt es da noch einige Hürden und ziemlich viele Abstufungen, wer künftig ins Land darf und wer nicht.“

Geplant ist derzeit eine dreistufige Kategorisierung nach Low Risk Countries, Medium Risk Countries und High Risk Countries. Anhand welcher Kriterien genau dann diese Einteilung des Herkunftslandes eines Einreisenden getroffen werden, ist noch nicht bekannt. Wenn alles nach Plan verläuft, ohne dass weitere Anpassungen erforderlich sind, könnte die Grenzöffnung laut derzeitiger Aussage der Politik im ersten Quartal 2022 beginnen. „Wer dann aus einem sogenannten Low Risk Country einreist, doppelt geimpft und getestet ist, muss nicht in Quarantäne“, berichtet Peter Hahn. „Reisende, die aus einem Medium Risk Country ins Land kommen aber geimpft und getestet sind, müssen in eine modifizierte Isolation. Ob dies dann eine verkürzte Quarantäne oder eine Art Selbstisolation ist, steht momentan noch nicht fest“, so der Einwanderungsberater. „Für alle, die aus einem High Risk Country einreisen oder Traveller, die nicht geimpft sind gilt: Sie müssen für zwei Wochen in eine gemanagte Quarantäneeinrichtung.“

Wiedereröffnung Neuseelands für die Welt

Getrennte Familien und Freunde zusammenbringen, den Tourismus ankurbeln, benötigte Arbeitskräfte ins Land holen – die Verbindung von Neuseeland und dem Rest der Welt wird 2022 also nach und nach wieder in Gang kommen. „Ich gehe davon aus, dass parallel zur internationalen Grenzöffnung auch wieder Visaanträge aus dem Ausland bearbeitet werden. Auch hier wird vermutlich nach verschiedenen Visakategorien prioresiert werden“, spekuliert Peter Hahn.

Neuseeland beliebter denn je

Trotz der monatelangen Abschottung ist Neuseeland heute beliebter denn je. Seit Jahrzehnten sehnt sich die Menschheit nach einem sicheren Zufluchtsort im Krisenfall und immer wieder taucht bei diesen Debatten ganz vorne Neuseeland auf. Die Atomwolke, Vogelgrippe, Schweinepest, Finanzkrisen, Flüchtlingswellen und nicht zuletzt der Klimawandel mit Sturmfluten, Hitzewellen und Waldbränden, sowie die Corona-Pandemie – Forscher haben jetzt erneut herausgefunden, welche Länder im Falle einer globalen Katastrophe die sichersten Orte der Welt sind. In einer neuen Studie der britischen Angelia Ruskin University führt Neuseeland die Liste der fünf sichersten Länder der Welt an. Ihnen werden die besten Chancen ausgerechnet, dass deren Bevölkerung die zukünftigen Bedrohungen und einen globalen Zusammenbruch der Gesellschaft überstehen könnten. Mit auf der Liste stehen auch Grönland, Großbritannien, Tasmanien und Irland. Aled Jones vom Global Sustainability Institute der Universität erklärte, dass komplexe Gesellschaften und ein Inselstatus die besten Voraussetzungen seien, im Notfall auch entsprechende Kapazitäten zu haben, autonom zu funktionieren. Untersucht und eingestuft wurden dabei die Fähigkeit, im Krisenfall selbst Nahrung für die Bevölkerung anzubauen, die Grenzen vor Massenmigration zu schützen, ein autonomes Stromnetz und Produktionskapazitäten aufrechterhalten zu können.

Neben dem Trumpberater und amerikanischen Investor Peter Thiel aus dem Silicon Valley hat sich kürzlich auch Google Boss Larry Page die neuseeländische Residency über die Investor Kategory gesichert. Auch Peter Hahn kann den Trend bestätigen: „Das Interesse an Neuseeland als ‚safe haven‘ ist riesengroß. Ich vermute mal, dass sich die Einwanderung parallel zur Grenzöffnung ebenfalls wieder normaler entwickeln wird im Laufe des nächsten Jahres“, resümiert der Einwanderungsberater. „Die Wirtschaftslage zeigt deutlich, dass Neuseeland Kapazität hat, attraktiv ist und es einen großen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften gibt!“

Zumindest gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels der Abgeschiedenheit. Am Ende wird es, wie der wissenschaftliche Berater Professor Skegg formuliert „wie nach 9/11 sein, die Grenze wird nie wieder so funktionieren wie vor COVID. Dinge können sich ändern aber die Menschheit kann darauf reagieren und wir können uns auf Neues einstellen. Irgendwann wird sich dann das Neue wieder ganz normal anfühlen.“

Impfungen, Tests an den Grenzen und das Überwachen von Symptomen wird künftig bei internationalen Reisen zur unverzichtbaren Grundlage werden. „Eine gänzlich quarantänefreie Reiseoption für Touristen nach Neuseeland wird realistisch jedoch noch länger dauern.  Aber dass eine Zuflucht nach Neuseeland überhaupt wieder möglich wird, ist doch die beste Aussicht momentan“, schließt Peter Hahn.

 

Stimmungswechsel birgt neue Chancen für Einwanderer

Neuseelands Regierung gerät unter Druck

Wie lange kann man an der derzeitigen Eliminierungsstrategie während der Corona Pandemie festhalten? Wann müssen die Grenzen öffnen, um zumindest dringend benötigte Arbeitskräfte in einigen Wirtschaftssektoren ins Land zu lassen? Und was muss geschehen, dass der Unmut in Neuseelands Bevölkerung nicht ins Negative kippt? Premierministerin Jacinda Ardern und die Regierung des kleinen Landes stehen derzeit vor vielen Fragen, die schnellstmöglich geklärt werden sollten. Auch für Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington ist diese Entwicklungsphase spannend, denn mit neuen Regierungsplänen, Erklärungen und Strategien kann auch er nach Zeiten der Ungewissheit dann seine einwanderungsinteressierten Kunden wieder realistischer beraten.

Die Auswirkungen des Lockdowns in der Bevölkerung

Der strikte Lockdown in Neuseeland nach dem letzten größeren Corona-Ausbruch trübt die Stimmung in der Bevölkerung. Das, was Europäer seit vielen Monaten durchhalten müssen und was bei vielen für zermürbende Stimmung und eine gespaltene Gesellschaft sorgt, hat nun auch das kleine Land am Ende der Welt getroffen: Geschlossene Schulen und Geschäfte, abgesagte Veranstaltungen, Bürger, denen nach Tagen Zwangsaufenthalt zu Hause, die Decke auf den Kopf fällt. Der Winter mit kurzen Tagen und schlechtem Wetter, trägt zum Unmut vieler zusätzlich bei. Wo viele Neuseeländer und Staatschefs noch vor zwei Monaten ihre Premierministerin für ein hervorragendes Management der Krise hoch gelobt haben, kippt mittlerweile bei vielen die Stimmung. Rufe aus der Bevölkerung nach Grenzöffnung oder einer anderen Strategie im Umgang mit der Pandemie werden lauter. Denn die Eliminierungs-Linie der Premierministerin scheint nicht mehr alle zu überzeugen. „Es stellt sich einfach die Frage, ob diese Strategie noch realistisch durchzuführen ist“, gibt der Neuseeland-Experte Peter Hahn zu bedenken. Der jüngste und größte Corona-Ausbruch wurde durch erneute Verstöße gegen das vierzehntägige Aussitzen in einer überwachten Quarantäne-Einrichtung in Auckland ausgelöst.

Druck auf die Politik auch aus der Wirtschaft

Die Gaming Industrie in Wellington ist nur ein Beispiel für den enormen Bedarf an Fachkräften, die immer schwieriger zu rekrutieren sind. A44, PikPok und andere Mitspieler entwickeln sich gerade prognostiziert bis 2025 zur Milliarden-Dollar-Industrie. Doch wenn Haus- und Mietpreise zu hoch sind und kein neues Personal gefunden werden kann, lastet enormer Arbeitsdruck und große Unzufriedenheit auf den vorhandenen Mitarbeitern. Die fatale Folge, noch mehr Spezialisten wandern wieder ab, zurück in ihre Heimatländer. Auch in anderen Sektoren auf dem Arbeitsmarkt gibt es große Engpässe: im Gesundheitswesen, im Technologiesektor, beim Garten- und Landschaftsbau und in der IT. Die Medien publizieren immer neue Beispiele von hoch dotierten Jobs, auf die sich binnen Wochen kein einziger Kiwi bewirbt. So wird beispielsweise in Taupo ein Job für einen Hydro-Ingenieur für die Wasserkrafterzeugung gesucht: Jahresgehalt 140.000 NZD – keine Bewerber.

Unter Druck stehende Firmen und Wirtschaftsbosse fordern nun von der Politik eine bessere Möglichkeit, ausländische Fachkräfte ins Land holen zu können. Dafür müssten die Grenzen öffnen oder eine vereinfachte Möglichkeit der Einreise und der Visa Vergabe, zumindest für diese Personen geschaffen werden. „Momentan gibt es nur das sogenannte Critical Purpose Visitor Visa, mit dem wenige Antragsteller in einer absoluten Ausnahmesituation ins Land gelangen und dann vor Ort ein temporäres Arbeitsvisum beantragen können“, so der Einwanderungsberater Peter Hahn.

Ausländische Medienkritik nimmt zu

Auch die ausländischen Medien, die über das letzte Jahr immer wieder Neuseelands positives Agieren in der Pandemie als Vorbildrolle lobten, springen nun auf den Zug der Kritik auf. Als bekannt wurde, dass es einen Coronafall im Land gab und die Premierministerin einen Lockdown anordnete, gab es große Schlagzeilen. Doch die neuseeländische Regierung behielt mit ihrer Reaktion recht, denn der nur EINE Fall, entpuppte sich schnell als nicht zu vernachlässigender Ausbruch im Land, welches bis dahin als Corona-frei galt.

In Deutschland wurde aufgrund eines Übersetzungsfehlers und schlechter Recherchen sogar vom ‚Zwangslager‘ gesprochen, als es um die Quarantäneeinrichtungen ging. Die deutsche Korrespondentin in Christchurch Anke Richter, musste in ihren unzähligen Berichten in Neuseeland und Deutschland hier einiges richtigstellen.

Reaktion der Regierung

Der Druck auf die neuseeländische Regierung von allen Seiten nimmt unweigerlich zu. Selbst aus den eigenen Reihen und in Korrespondenz mit der Wissenschaft gibt es keine klare Einheit mehr. Ehemaliger Premierminister und Vorgänger von Jacinda Ardern, John Key von der National Partei, hat seinen ganz eigenen Ansatz und verurteilt Arderns Politik, wie er in einem Meinungsbericht den Medien mitteilt. Ein konkreter Plan muss her und genau das ist der momentane Fokus der Landesspitze. „Die Frage, die sich stellt, ist, welchen Weg gehen wir, um zur Normalität zurückzukehren?“, formuliert Peter Hahn die Frage, die in aller Munde ist.

Rein faktisch sind derzeit rund 75 Prozent der Bevölkerung in Neuseeland geimpft, mehr als in Deutschland. „Eine angestrebte Rate von 90 Prozent, wird jedoch nur schwer zu erreichen sein“, so Peter Hahn. „Hinzu kommt, dass die Wirtschaftszahlen wirklich gut aussehen, trotz der Grenzschließung. Und das, obwohl sich die Millionenmetropole Auckland momentan immer noch im Lockdown befindet. Allerdings läuft auch in allen anderen Ländern der Erde, die sich im vergangenen Jahr immer wieder im Lockdown befanden, nun die Wirtschaft wieder mehr oder minder normal.“

Der langfristige Plan der Regierung ist die Grenzöffnung mittels einer Art Ampelsystem. Dabei sollen zehn Faktoren bei der wöchentlichen Einstufung der Länder in Low Risk, Medium Risk und High Risk Country helfen. Entsprechend der Herkunft sind dann Einreisen unter bestimmten Voraussetzungen wieder möglich. Untersucht werden so beispielsweise die aktuellen Inzidenzwerte und die Geschwindigkeit des An- oder Abstiegs der Zahlen, die erreichte Impfquote eines Landes, das Fabrikat des Impfstoffs, wie ein Reisender vor dem Abflug getestet wird, die Todesraten im Heimatland und einige andere. „Ich rechne allerdings nicht damit, dass es vor Weihnachten zum Einsatz dieses Verfahrens kommen wird. Realistischer ist da schon März oder April 2022“, gibt Peter Hahn seine Einschätzung.

Residency-Anträge für einige Visa-Halter wieder möglich

Und die ersten positiven Anzeichen für eine Kehrtwende von der Abschottung weg, hin zu Grenzöffnung und Einwanderungsmöglichkeiten gibt es bereits. Gänzlich unerwartet geht die Regierung nun ganz konkret die ersten Schritte. Kürzlich wurde bekannt, dass die neue Residency Category, das 2021 Resident Visa, in der ersten Phase ab dem 1. Dezember 2021 für bestimmte Work Visa Halter wieder öffnet. Es sei ein sogenannter ‚One-off Residence Visa Pathway‘. „Hier ist ganz wichtig zu beachten, dass diese Möglichkeit NUR für Bewerber gilt, die sich bereits seit 29. September dieses Jahres in Neuseeland aufhalten“, erklärt Peter Hahn die ersten konkreten News in dieser Richtung. „Bewerben können sich zunächst Personen, die bereits am 29. September ein Arbeitsvisum hatten oder beantragt hatten. Auch einige Halter von Critical Purpose Visa könnten in diese Kategorie fallen“, so der langjährige Einwanderungsberater. Die Voraussetzungen sind schnell aufgelistet: „Entweder man lebt bereits seit drei oder mehr Jahren in Neuseeland, ODER man verdient mindestens das sogenannte ‚Median Wage‘ von 27 NZD pro Stunde, ODER man arbeitet in einer Branche, die auf der Scarce Liste aufgeführt ist.“ Welche Visa Typen genau sich bewerben dürfen, steht auf dieser Seite der Einwanderungsbehörde. Besonders positiv ist die Prognose, dass diese Residence Visa Anträge dann auf dem ‚fast track‘ binnen zwölf Monaten bearbeitet werden, ‚in der Regel sogar schneller‘, steht auf der Webseite der neuseeländischen Einwanderungsbehörde. Von dieser neuen Regelung könnten dann bis zu 165.000 Bewerber profitieren.

 

„Für mich sind das ganz deutliche Zeichen, dass man jetzt durch den erhöhten Druck von allen Seiten und dem monatelangen Stillstand, die Einwanderung nach Neuseeland wieder langsam ankurbelt. Das sind für viele Interessenten natürlich super Neuigkeiten!“, resümiert Peter Hahn die momentane Lage.

Auch wenn es für Bewerber aus Deutschland noch nicht ganz so weit ist, sieht Peter Hahn künftig gute Chancen für Investoren und Fachkräfte. Wenn die Grenzen 2022 wieder aufgehen, werden die dringend benötigten Arbeitskräfte eine Möglichkeit erhalten, in Neuseeland die Lücken auf dem Arbeitsmarkt zu füllen und damit langfristig auch wieder einwandern zu können. Und interessierte Investoren können sich sogar jetzt schon bewerben. Das zwar noch zarte Pflänzchen der neuen Einwanderungsmöglichkeiten nach Neuseeland sprießt – langsam aber stetig.

Grenzöffnung aber wann – und dann?

Neuseelands Zukunftspläne

In vielen Teilen der Welt entspannt sich die Corona-Lage durch die immer höher werdende Immunisierung zahlreicher Bürger. Einwanderungsinteressierte stellen sich deshalb oftmals die Frage, ob und wann Neuseeland seine Grenzen wieder öffnen wird. Und wie sieht nach der langen Durststrecke dann die angekündigte neue Einwanderungspolitik Aotearoas aus? Experten diskutieren, die Politik hüllt sich in Schweigen. Dennoch kann Peter Hahn durch die stetige Beobachtung der unterschiedlichsten Entwicklungen langsam Prognosen wagen.

Zumachen ist einfach – Aufmachen schwierig

Nach rund 500 Tagen Abgeschiedenheit von der Außenwelt werden nun immer mehr Fragen aufgeworfen, ob und wann Neuseeland seine Grenzen wieder öffnet. Der Wissenschaftler, ehemals politischer Berater, Sir Peter Gluckman erklärte kürzlich: „Zumachen ist einfach, Aufmachen ist schwierig!“ Es bedurfte für die Premierministerin Jacinda Ardern eine beherzte und klare Entscheidung, die Grenzen Neuseelands zu schließen. Doch noch viel schwieriger und wesentlich kritischer ist es nun, alles was man erreicht hat, also die Corona-Freiheit Neuseelands zu riskieren, und die Grenzen einfach wieder aufzumachen. Und wie schnell die heile Welt kippen kann, zeigte kürzlich ein kleiner Corona-Ausbruch in Wellington. „Wir haben ja mittlerweile ein Abkommen mit Australien, so dass Reisende aus dem Nachbarland hier ohne Quarantäne ins Land kommen können“, weiß der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn. „So kam auch ein bereits einfach geimpfter Australier aus Sydney nach Wellington, der später mit Covid19 diagnostiziert worden war. Wir hatten daraufhin einen Level 2 Lock down für einige Zeit. Dennoch zeigt das ganz deutlich, dass trotz invasiver und strenger Quarantäne durch jede Art von Lockerung das Risiko für die Bevölkerung hier steigt“, erklärt Peter Hahn. Der Vorfall ging noch einmal glimpflich aus, es gab keinen Community-Ausbruch, der Mann steckte am Ende nur seine eigene mitreisende Frau an.

Regierung folgt der Wissenschaft

Ganz entscheidend für die weiteren Pläne der Regierung sind, ähnlich wie auch in Deutschland, die Empfehlungen der Wissenschaftler. Der Status Quo zeigt, dass die Bevölkerung momentan noch nahezu gänzlich ungeschützt ist, denn die Impfungen laufen nur ganz langsam an. Rund 1,2 Millionen Kiwis sind bis dato immunisiert, mehr Pfizer-Impfstofflieferungen im Juli, August und September sollen helfen, einen Großteil der Bevölkerung zu schützen. „Das Problem ist eigentlich, dass durch stetige neue Erkenntnisse der Wissenschaftler sich deren Einstellungen ändern. Dazu kommen immer wieder neue Rätsel und ungeklärte Fragen, die zu einer großen Planlosigkeit zu führen scheinen. Von der Politik gibt es keine offiziellen Aussagen, wie es weitergehen kann“, bemängelt Peter Hahn und viele andere Betroffene aus Handel, Industrie und Wissenschaft. „Können auch Geimpfte das Virus weitergeben? Inwieweit hilft welche Impfdosis gegen welche Virus-Mutation? Trotz aller Ungereimtheiten bräuchten wir in Neuseeland langsam einmal eine Art Fahrplan, wie es unter welchen Umständen weitergehen könnte“, fordert nicht nur der Einwanderungsberater. Es gibt kaum eine Basis für Spekulationen oder Hochrechnungen.

Unterschiedliche Meinungen, unterschiedliche Strategien

Sollten die Grenzen Neuseelands wieder für den Tourismus öffnen, bevor ein Großteil der Bevölkerung immunisiert ist, würde das zu einem Leben unter alert level 2,5 führen, prognostiziert Dr. Ashley Bloomfield, General Director of Health. Doch die Industrie drängt, vor Covid spülte der Tourismussektor jährlich 40,9 Milliarden Dollar in die Kassen des Landes. Viele Überlegungen gehen nun in die Richtung, dass nur Geimpfte ins Land kommen dürften, ließ Premierministerin Jacinda Ardern kürzlich in Auckland verlauten. Für den Immunologen und Associate Professor James Ushher von der Otago University ist ganz klar: „Sobald wir die Grenzen öffnen, selbst wenn wir nur Geimpfte hereinlassen, bringen wir Corona ins Land, das ist ganz klar.“ Die Leitung des Immunisation Advisory Centres Dr. Nikki Turner meinte, es wird auch Übertragungen innerhalb von Geimpften, weshalb Neuseeland dann grundsätzlich wesentlich strengere öffentliche Gesundheitsmaßnahmen benötigen werde, wie beispielsweise eine konsequente Maskenpflicht. Die Todesrate in Neuseeland werde trotz aller getroffenen Maßnahmen ansteigen. Auf der anderen Seite erwartet Chris Roberts, Leiter der Tourismus Industrie Aotearoas eine risikobasierte Einstufung bei ersten Grenzöffnungsversuchen: „Es wird keinen magischen Moment geben, wann die Grenze für alle Länder wieder aufmacht. Vermutlich ist es wesentlich sinnvoller, Touristen aus einzelnen Ländern zu präferieren, in denen beispielsweise die Inzidenz niedrig ist.“

Mögliches Öffnungsszenario

„Ich bin mir sicher, dass sich dieses Jahr in punkto Grenzöffnung nichts mehr tun wird“, spekuliert der Neuseeland-Experte Peter Hahn. „Dr. Bloomfield prognostiziert derzeit etwas illusorisch, dass bis Ende Dezember 2021 rund 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sein sollen. Und das will man sicherlich abwarten, als zu früh zu öffnen und dann mit den Folgen leben zu müssen.“

Auf der anderen Seite drängt die durchhängende Wirtschaft auf dringende Veränderung. Durch die im April initiierte sogenannte Trans-Tasman-Blase und die im Mai gestartete Cook-Islands-Blase entstand zumindest eine kleine Erleichterung für den Tourismus. Anstelle von nur knapp 12.000 Einreisenden im Januar kamen so knapp 100.000 Reisende im Mai aus den Nachbarländern per Flugzeug nach Neuseeland. Doch viele davon besuchten nur Freunde und Verwandte oder waren Business-Reisende. NZ Maori Tourismus-Sprecherin Kiri Atkinson-Crean erklärte, dass Maori-Tourismus-Betreibende besonders hart betroffen seien und für sie rund 85-95 Prozent Umsatz weggebrochen seien seit der Pandemie.

Zudem orientiert sich die neuseeländische Regierung am Vorgehen des Nachbarlandes Australien. Hier plant man momentan, die Grenzen Mitte 2022 wieder zu öffnen. Ob es in Neuseeland dann ab Januar erste Öffnungen geben wird oder auch erst Mitte des nächsten Jahres bleibt Spekulation. „Ich denke auch, es wird tatsächlich eine stufenweise oder angepasste Grenzöffnung geben, bei der die Einreisenden dann beispielsweise geimpft sein müssen oder je nach Inzidenz im Herkunftsland eingestuft werden. Dann wird es Fälle geben von Personen, die in jedem Fall in zweiwöchige Quarantäne müssen, bei anderen reicht vielleicht eine Selbstisolation. Da wird es die unterschiedlichsten vorgegebenen Szenarien geben, vermute ich.“

Die Zukunft der Migration

Viele sehen mit der Pandemie nun eine gute Möglichkeit, die Einwanderung nach Neuseeland neu zu überdenken und ebenso Gesellschaft und Wirtschaft künftig nachhaltiger zu gestalten. Die Menschen seien jetzt offener gegenüber Veränderungen. Ein Viertel der neuseeländischen Bevölkerung wurde im Ausland geboren, der Weltdurchschnitt liegt bei nur drei Prozent. Andere Stimmen behaupten man wolle mit dem geplanten Immigration-Reset, nur die Probleme bei der Wohnungsnot, mangelnden Infrastruktur und dem Arbeiter-Wohlergehen rechtfertigen. Fakt ist, die meisten Einwanderer kamen bislang als Arbeitskräfte über den Arbeitsmarkt ins Land und nicht über das Schulsystem, wie beispielsweise als Studenten. Dennoch weiß man statistisch sehr wenig darüber, was die Einwanderer tatsächlich für einen Effekt auf die neuseeländische Wirtschaft haben. „Hinzu kommt, wie und mit welchen Faktoren will man den Einfluss messen?“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Das ist eine komplexe Sache, da ist kein Schwarz-Weiß-Denken möglich. Die Aussagen, dass Lower Skilled Migrants den Neuseeländern die Jobs wegnehmen, ist einfach nur populistisch und extrem simplifiziert“, so der Einwanderungsberater.

Einwanderung 2022

In welchem Monat dann auch immer die Grenzen aufmachen, die Einwanderung nach Neuseeland wird aller Wahrscheinlichkeit nach bis dahin neu überdacht. „Ich gehe davon aus und alles, was so durchsickert aus diversen Kanälen, deutet auch darauf hin, dass der Trend eher zu Highly Skilled Migrants gehen wird. Da haben wir Glück, denn die meisten meiner Kunden fallen tatsächlich unter diese Kategorie. Auch Investoren werden weiterhin gern gesehen sein, da könnten sich nur kleine Details verändern, beispielsweise die Kanäle, in denen sie ihr Vermögen anlegen müssen. Das wäre sehr unschön und einschränkend aber ist momentan nur reine Spekulation“, resümiert Peter Hahn. „Ich denke, für Deutsche wird sich bei der Einwanderung nach Neuseeland gar nicht allzu viel ändern.“

Alles in allem werden sich einwanderungswillige Deutsche so keine allzu großen Sorgen machen müssen, dass die Türen für eine Immigration nach Neuseeland künftig generell zugehen. „Allerdings wird sich nach der Grenzöffnung 2022 einiges ändern und es ist mehr denn je sinnvoll dann für jeden eine eigene individuelle Strategie zu entwickeln!“

 

 

 

Neuausrichtung der Einwanderungsrichtlinien

Erste mögliche Lücken für Investoren

Die Ankündigung der Rede des neuseeländischen Ministers Stuart Nash klang vielversprechend und sollte bahnbrechende Neuigkeiten enthalten. In Vertretung des Immigrationsministers Chris Faafoi schien es, als würde die neuseeländische Einwanderungspolitik gerade neu geschrieben. Die Regierung spricht von einem ‚Reset‘ der Einwanderungsrichtlinien nach der Wiederöffnung der Grenzen. Alles solle anders werden, so die Tendenz. Keine ausländischen Arbeitskräfte mehr im Billiglohnsegment, weniger temporäre Visa. De facto gab es bislang kaum Neuigkeiten. Viele Medien und Wirtschaftsvertreter zogen enttäuscht und mit Unverständnis von dannen. Nur für Investoren wird es jetzt schon interessant. Auch die Möglichkeiten für die Beantragung von Work Visa könnten zukünftig einfacher werden, so der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington.

Die Zahlen ändern sich

Normalerweise reisen pro Jahr mehr als sieben Millionen Menschen nach Neuseeland. Touristen, temporäre Arbeitskräfte und Einwanderer träumen von einer Zeit in Aotearoa. Nach den Grenzschließungen im März 2020 ging die Zahl der Einreisenden drastisch zurück. Insgesamt nur 165.000 Menschen gelangten bis März 2021 nach Neuseeland. Die Effekte auf die Wirtschaft durch den fehlenden Tourismus, ausbleibende internationale Schüler und Studenten und besonders auf den Gastronomiebereich sind drastisch. Seit Juni 2020 gelangten nur rund 8.000 sogenannte Critical Worker ins Land, die für ein wenig wirtschaftliche Erholung in den Bereichen Ingenieurs- und Finanzwesen, Forschung, Entwicklung, Digitalisierung und IT, in der Filmindustrie und im Agrarbereich sorgen konnten.

So kamen beispielsweise 80 Prozent der Anträge, die in der Skilled Migrant Kategorie im vergangenen Jahr gestellt wurden von Bewerbern, die bereits in Neuseeland ansässig sind. „Ausländische Anträge werden derzeit in diesem Bereich auch gar nicht bearbeitet“, erklärt der Neuseelandexperte Peter Hahn. Er verfolgt die Entwicklungen derzeit für seine Kunden und deutsche Interessenten sehr genau.

Immigration Reset

Der Minister sprach in seiner Rede von einem ‚Immigration Reset‘ nach der Pandemie. Dabei ginge es nicht nur um bloße Reduzierung der Einwanderungszahlen, sondern auch um die richtigen Entscheidungen, die richtigen Menschen, die helfen könnten, zum Wirtschaftsaufschwung nach COVID19 beizutragen. Eine der Schlüsselkategorien hierfür sei eine neue Strategie, die hochdotierte, internationale Investoren anziehen soll. Die Regierung verspricht sich dadurch mehr Produktivität, Wissen, neue Ideen, Talent, Beziehungen und das Etablieren neuer Technologien. „Um diese Strategien zu unterstützen und in die Realität umzusetzen, wird eine neue Sondergenehmigung, eine Einreisemöglichkeit für Investoren trotz der Grenzschließung, ins Leben gerufen“, erklärt Peter Hahn. „Und das wird jetzt schon für potenzielle deutsche Investoren interessant.“

Innovative Partnership Programme

Zu den sogenannten ‚Border Exeptions‘, den Ausnahmeregelungen zur Einreise hat die Regierung nun das neue Innovative Partnership Programme hinzugefügt. New Zealand Trade and Enterprise hat dafür ein Investor Programm ausgearbeitet, welches es globalen Firmen und Investoren ermöglichen soll, trotz COVID19-Restriktionen nach Neuseeland einzureisen. Wer kann schon den geeigneten Geschäftspartner per Online-Meeting finden, ohne die Bedingungen und die Schlüsselfiguren vor Ort zu kennen? Mit Hilfe dieser neuen offiziellen Regelung sei es dann den globalen Investoren möglich, trotz der Grenzschließung nach Neuseeland einzureisen. „Über 200 solcher Plätze wurden nun geschaffen und sollen über die nächsten 12 Monate gefüllt werden“, berichtet der Einwanderungsberater Peter Hahn begeistert. „Das wird jetzt für viele interessierte deutsche Investoren eine riesige Chance“, erklärt er. Schon zwei seiner derzeitigen Kunden möchte er mit dieser Strategie schneller zur Einwanderung verhelfen. „Es geht darum, die entsprechenden Investitionsgelder mitzubringen, das ist klar. Aber natürlich sucht man in Neuseeland die Bewerber auch nach Kriterien aus wie Berufserfahrung, Expertise und Beziehungen, welche mitgebracht werden können.“

Normalerweise werden derzeit Anträge aus dem Ausland bei Immigration New Zealand nicht bearbeitet. Selbst wenn ein Jobangebot aus Neuseeland vorliegt, der Antragsteller jedoch sein Formular aus dem Ausland einreicht, sich noch in Deutschland befindet, wird der Antrag nicht bearbeitet. „Die einzige Ausnahme momentan sind tatsächlich Investor Anträge, die ich auch stellen kann, wenn sich die Kunden noch in Deutschland befinden. Allerdings werden die Anträge zum einen nur sehr schleppend bearbeitet und zum anderen, dürfen die Kunden grundsätzlich momentan nicht einreisen. Das bedeutet, dass auch keine Resident Visa ausgestellt werden. Wenn ich jetzt aber meine Investor-Kunden über das neue Innovative Partnership Programme erst einmal hier ins Land bekomme, ist ihnen die Bearbeitung ihres Antrags sicher“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Selbst wenn eine Investition oder eine Partnerschaft mit einem neuseeländischen Unternehmen am Ende scheitern, befinden sich die Antragsteller ja dann schon im Land. Und sobald sie hier ‚on shore‘ sind, kriegen wir die Anträge schneller zur Bearbeitung und die Resident Visa werden auch ausgestellt!“ Eine Infobroschüre für Investoren auf Englisch gibt es HIER.

Vorteile auch für Work Visa-Antragsteller in Aussicht

„Auch die Work Visa Policy könnte sich künftig für Antragsteller vorteilhaft entwickeln“, überlegt der Einwanderungsberater laut. Normalerweise bekommt man ohne Work Visa nur schwer einen Job und den Job jedoch nur mit Work Visa. Da beißt sich die Katze in den Schwanz.“ Ab November müssen sich neuseeländische Arbeitgeber nun aber über ein spezielles Verfahren registrieren, um überhaupt Ausländer anstellen zu dürfen. „Wer folglich durch diesen nicht ganz unaufwendigen Prozess der Akkreditierung geht, ist sich schon darüber im Klaren, dass er ausländische Fachkräfte anstellen möchte, sonst hätte das gesamte Prozedere keinen Sinn gemacht. Für die Arbeitssuchenden im Ausland ist somit diese Hürde bereits genommen und es könnte tatsächlich einfacher werden, einen Arbeitgeber zu finden, der auch bereit ist, Bewerber aus dem Ausland anzustellen.“ Mit einem festen Jobangebot kann dann wiederum ein bis zu dreijähriges Work Visa beantragt werden. „Wie schon erwähnt, der Akkreditierungsprozess für die Arbeitgeber wird jedoch erst im November losgehen.“

Wie es für Arbeitssuchende nach dem temporären Arbeitsvisum auch möglich sein wird, die Residency zu bekommen und ob dann die Skilled Migrant Kategorie künftig noch existieren wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht abzusehen.

Die Regierung arbeitet derzeit weitere Details der neuen Einwanderungsrichtlinien aus – für Interessierte bleibt es spannend. Peter Hahn behält die Lage für seine Kunden deshalb genau im Auge.

 

 

 

Immigrations-Debatten hinter den Kulissen

Spekulationen über Neuseelands Zukunft

Die Grenzen in Neuseeland bleiben geschlossen, ebenso wie viele Türen für potenzielle Einwanderer. Doch hinter den Kulissen werden unzählige Optionen diskutiert, wie die zukünftige Immigrationspolitik des Landes aussehen könnte. Zugrunde gelegt werden neue Statistiken, Papiere und Wirtschaftsberichte des Landes. Der langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington studiert viele der Unterlagen, um für seine Kunden die neusten Entwicklungen im Blick zu haben.

Statistiken in Corona-Zeiten

Neue Wirtschaftsberichte zeigen, dass trotz der Auswirkungen der Corona-Pandemie in Neuseeland ein leichtes Wirtschaftswachstum von zwei Prozent zu verzeichnen ist. Laut des Instituts für Economic Research befürchten jetzt nur noch 16 Prozent aller Firmen, anstelle der 38 Prozent aus den vorangegangenen Quartalen, dass sich die Bedingungen verschlechtern werden. Gestärkt wird die Wirtschaft vor allem durch den boomenden Bausektor. Wirtschaftswissenschaftlerin Christina Leung jedoch betone, dass es für viele Unternehmen in dieser Branche immer schwierige werde, ausreichend geschulte Fachkräfte auf dem inländischen Markt rekrutieren zu können.

Mittlerweile ist die neuseeländische Gesellschaft nach einer kürzlich veröffentlichen Übersicht der Statistikbehörde auf eine Population von gut fünf Millionen Menschen herangewachsen. Prognostiziert war diese Bevölkerungszahl in 2010 erst für das Jahr 2031. Die letzte Million des Zuwachses sei die schnellste gewesen. „In den nächsten zehn Jahren werden alleine rund 40 Prozent der Menschen in der größten Stadt Auckland leben“, befürchtet der Demograf Professor Paul Spoonley von der Massey Universität. „Das wird für die Infrastruktur der Stadt künftig noch größere Probleme mit sich bringen.“ Die landeseigene Geburtenrate sinkt, während die Zuwanderung nach Neuseeland immer schneller voranschreitet.

Die Politik diskutiert nun, vor allem die Zahl der sogenannten Lower-skilled Arbeitskräfte künftig bei der Einwanderungspolitik drastisch zu reduzieren. Es mache keine Sinn Menschen ins Land zu bringen, welche den gleichen oder sogar einen niedrigeren Bildungsstand habe als die Kiwis selbst.

Politik und Prognosen

Derzeit werden in der Politik die bisherigen und mögliche künftige Einwanderungsstrategien unter die Lupe genommen. Vor allem im Tourismusgewerbe, in der Gastronomie und im Landwirtschaftssektor würden bislang viele Billigarbeitskräfte ins Land gelassen, welche der Wirtschaftsentwicklung Neuseelands keinerlei Vorteile brächten, so der Grundkonsens der veröffentlichen Economy Reports. Jeder zehnte Arbeiter in Neuseeland ist ein Ausländer mit einem Work oder Student Visa.

Politische Überlegungen

Stimmen werden laut, die Einwanderungspolitik Neuseelands deutlich zu verschärfen. Dabei sind momentan wohl vor allem Studentenvisa, Saisonal-Arbeiter und Working Holiday Visa im Visier, lässt die neuseeländische Presse verlauten. Laut der neusten Wirtschaftsberichte schneidet die neuseeländische Einwanderungspolitik schlecht ab. Wer wolle schon als Top-Player in der Industrie oder als Weltkonzern in ein Land fern ab jeglicher Weltwirtschaft ziehen? Einwanderer in Neuseeland seien ein erfreulicher und bereichernder Teil für die Gesellschaft, hätten jedoch wirtschaftlich keinerlei messbaren positiven Einfluss, so das vernichtende Urteil der Wirtschaftswissenschaftler.

Arbeitsmarkt in Pandemie-Zeiten

„Man versucht nun herauszufinden, welche Einwanderer Neuseeland wirtschaftlich am meisten nutzen“, erklärt der Neuseeland-Experte Peter Hahn. Seit den 1980ger-Jahren ist die neuseeländische Einwanderungspolitik vom Grundsatz her ähnlich. „Ich sehe all die Versuche, die positiven Effekte der Einwanderer zu messen, völlig zweifelhaft an. Man kann den Einfluss nicht rein wirtschaftlich betrachten, sondern muss Vor- und Nachteile gegeneinander abwägen“, so die Meinung von Peter Hahn. Der Einwanderungsberater ist seit über 25 Jahren im Geschäft und hat mehrfach bei seinen Kunden erlebt, dass nicht die erste Generation der Einwanderer, sondern meist erst die zweite Generation unter die Lupe genommen werden müsste. „Die Ansprüche an das Leben hier und die Zukunft der Kinder der Einwanderer zeigen oft erst, was die ursprüngliche Einwanderung bewirkt hat. Aber wie soll man so etwas tatsächlich messbar machen. Das ist gar nicht möglich“, weiß Peter Hahn.

Die Grenzschließungen und Covid19-Pandemie zeigen einmal mehr, dass der neuseeländische Arbeitsmarkt anpassungsfähig ist. „Für die Politik ist dieser Zustand eine gute Ausrede zu beobachten was passiert, wenn die Arbeitgeber gezwungen sind, mit inländischem Personal zu arbeiten, da ja keine neuen Leute mehr ins Land kommen können. Vor allem in Bereichen wie Gastronomie, Altenpflege oder auf Obstplantagen scheint man abwarten zu wollen, wie lange neuseeländische Unternehmer ohne Hilfe von ausländischen Arbeitskräften aushalten können“, gibt der Einwanderungsberater zu bedenken.

Haltung kontra Realität

Erst kürzlich ging der Fall eines zugewanderten Allgemeinmediziners aus Otaki durch die Presse, der seit langem auf die Bearbeitung und Genehmigung seines Residence Antrags warte. „Er darf sich beispielsweise aufgrund der Regelungen kein Haus hier kaufen, hat keinerlei Planungssicherheit“, bestätigt auch Peter Hahn. „Das Ende vom Lied ist nun, dass er Neuseeland verlässt und nach Kanada geht. So ein Einwanderungsfall zeigt deutlich, wo derzeit die Probleme liegen. Gerade im Gesundheitsbereich fehlen solche Fachkräfte an allen Ecken und Enden!“, beschreibt Peter Hahn den momentanen Zwiespalt. „Politische Aussagen und die Medien zeigen eine absolute Stagnation und pessimistische Aussichten für Einwanderer. Meine tägliche Arbeit zeigt jedoch ein anderes Bild. Alle Anträge, beispielsweise für Work Visa oder Critical Purpose Visitor Visa meiner Klienten werden momentan blitzschnell bearbeitet. Wir erhalten oft schon wenige Wochen später Genehmigungen, auf die wir früher manchmal drei Monate lang gewartet haben“, berichtet der Einwanderungsberater aus seinem Alltag. „Allerdings sind das alles Anträge von Personen, die sich bereits in Neuseeland befinden“, fügt er hinzu.

Prognosen

Was genau sich zukünftig im Einwanderungsrecht ändern wird, bleibt zunächst ein Ratespiel. Obwohl die Politik eine deutliche Verschärfung der Einwanderungskriterien diskutiert, sieht es laut Peter Hahn für deutsche Interessierte gar nicht schlecht aus: „Natürlich ist jede Einwanderung sehr individuell. Aber wenn man sich einmal die Bereiche ansieht, die verschärft werden sollen, wird das für Interessierte aus den deutschsprachigen Ländern kaum Auswirkungen haben. Highly-Skilled Einwanderer werden nach wie vor willkommen sein und dazu gehören nahezu alle meiner Kunden!“ Momentan werden sogar Investor-Anträge aus dem Ausland bearbeitet, die seit März 2020 unbearbeitet geblieben sind. „Das zeigt mir schon, dass die Arbeit bei Immigration New Zealand wieder losgeht – wenn auch ganz langsam und sukzessive. Für Interessierte lohnt es sich, die Zeit bis zur Grenzöffnung sinnvoll zu nutzen. So kann man jetzt schon eine Einwanderungsstrategie entwickeln und die nötigen Papiere vorbereiten. Dann ist man gut gerüstet, wenn es wieder richtig losgeht.“

 

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