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Eilmeldung: Grenzöffnung vorgezogen auf Mai 2022

Neuseeland öffnet sich wieder der Welt

„We are ready to welcome the world back!“, verkündete Jacinda Ardern – „Wir sind bereit, die Welt wieder zu empfangen!“ Erst sprach die Regierung von einer Öffnung der Grenzen ab Oktober 2022, dann ab etwa Juli 2022, ohne jedoch ein genaues Datum zu nennen. Jetzt zog die Premierministerin in einer überraschenden Ansprache das Datum für die Öffnung Neuseelands vor. Geimpfte Reisende aus sogenannte ‚Visa-Waiver-Countries‘, darunter auch Deutschland, dürfen ab Mai 2022 wieder ohne Quarantäne und Selbstisolation nach Neuseeland einreisen.

Aufatmen für die Tourismusbranche

Pünktlich zum Start der Skisaison in Neuseeland öffnen die Grenzen für australische Touristen bereits am 12. April 2022. In einer unerwarteten Ansprache der Premierministerin Jacinda Ardern am Mittwochmorgen verkündete sie, dass geimpfte Reisende aus dem Nachbarland ohne Selbstisolation oder gar Quarantäne wieder nach Neuseeland einreisen dürfen. Vor der Abreise muss jedoch ein negativer PCR-Test vorliegen oder vor Ort unter Aufsicht ein Schnelltest gemacht werden. Nach der Ankunft am Flughafen in Neuseeland bekommen die Reisenden dann noch einmal einen Schnelltest ausgehändigt, der vor Ort durchgeführt und an Tag 5 oder 6 nach der Einreise wiederholt werden muss. Ansonsten stehe den Touristen das Land wieder für alle Abenteuer offen. Die vorgezogene Grenzöffnung für Australien fällt genau auf den Beginn der Schulferien in vielen australischen Staaten. Neuseeland hatte durch die Deltavariante und später Omikron die Grenzöffnung bislang immer wieder geändert und verzögert. „Der Druck auf die Regierung stieg in den letzten Wochen immer weiter an und wurde von National und ACT auch stetig erhöht“, berichtet der Neuseeland-Experte und Einwanderungsberater Peter Hahn aus Wellington. Jetzt atmet vor allem die Tourismus- und Gastrobranche auf, denn die internationalen Besucher werden nach der langen Durststrecke von über zwei Jahren sehnsüchtig erwartet. Anfang der Woche lud Tourism New Zealand bereits ein Video auf YouTube hoch, in dem gezielt australische Touristen angesprochen und eingeladen wurden. Unter dem Motto ‚New Zealand returns‘ sind offenbar weitere Werbemaßnahmen geplant.

Einwanderungsmöglichkeiten und Neuseeland-Reisen

Was ab 12. April für Australier gilt, trifft ab dem 1. Mai 2022 auch für Touristen und andere geimpfte Reisende aus den Visa-Waiver-Countries zu. Darunter zählen alle Länder, die automatisch ein Besuchervisum mit der Einreise nach Neuseeland erhalten, wie beispielsweise Deutschland, die USA oder Großbritannien. „Das bedeutet im Klartext, dass sowohl Einwanderungswilligen, die bereits ein Visum haben, aber auch Neuseelandinteressierten oder Touristen aus Deutschland ab dem 1. Mai die Türen nach Neuseeland wieder offenstehen!“, betont Peter Hahn. „Das kann für ein erstes Umsehen in Neuseeland genutzt werden, für eine ausgedehnte Reise im Land oder auch für Visa-Halter, die nun alle ohne Quarantäne oder Selbstisolation wieder einreisen dürfen“, erklärt der Einwanderungsberater erleichtert. „Mit den momentanen Gegebenheiten, die so weltweit passieren, wird diese Nachricht für viele ein Aufatmen bedeuten.“

Die Bestimmungen für eine quarantänefreie Einreise ab dem 1. Mai 2022 für Deutsche

lauten:

  • Nachweis des Impfstatus
  • Nachweis eines PCR-Tests VOR der Anreise
  • Durchführung eines zur Verfügung gestellten Schnelltests nach der Einreise am Flughafen

Neuseeland freut sich mit den und über die Touristen in den kommenden Monaten. 326.000 Ein- und Ausreisende waren es alleine noch im Januar 2020, bevor die Grenzen geschlossen wurden. „Wir sind gespannt, wie sich die Reisefreudigkeit der Welt in Bezug auf Neuseeland in der kommenden Wintersaison und der neuseeländischen Sommersaison ab Oktober 2022 entwickeln wird!“, schließt Peter Hahn, der seit kurzem unzählige Anfragen bearbeitet. „Es werden interessante Monate folgen!“

 

Neuseeland öffnet seine Grenzen

Arbeitskräfte, Studenten, Working Holiday-Reisende und Touristen dürfen wiederkommen

Lange gab es eine große Unsicherheit, wann eine Reise oder Einwanderung nach Neuseeland wieder möglich sein wird. Jetzt hat die Regierung einen ganz konkreten Fünf-Stufenplan veröffentlicht, wann die Grenzen für welche Reisende wieder öffnen. Schon im Februar und März gibt es Entschärfungen, spätestens ab Juli können Deutsche mit jeglichem Visum wieder einreisen. Was es zu beachten gibt und welche Fakten bereits bekannt sind, erklärt der langjährige Immigrationsberater Peter Hahn aus Wellington.

„Das lange Zittern ist endlich vorbei. Dies ist der Moment, auf den so viele Neuseelandinteressierte sehnlichst gewartet haben“, freut sich auch Peter Hahn mit vielen seiner Klienten. Premierministerin Jacinda Ardern geriet zunehmend unter Druck und reagierte jetzt mit mehr Risikobereitschaft und den detaillierten Grenzöffnungsphasen in einer über einstündigen Regierungsansprache.

Abwanderung, Unzufriedenheit und Druck auf den Arbeitsmarkt

Schon seit mehreren Wochen nimmt der Druck auf die neuseeländische Regierung drastisch zu. Wo einige einer Grenzöffnung noch kritisch oder ängstlich gegenüberstehen, begrüßen andere die Ankündigung der neuen Phasen zur Wiederöffnung Neuseelands. Die Fakten sind klar. Rund 150-250 Corona-Fälle täglich hat das Land derzeit zu verzeichnen. Dafür liegt die Arbeitslosigkeit momentan auf einem Rekordtief von nur 3,2 Prozent im letzten Quartal. Dabei stieg das Durchschnittseinkommen um 2,8 Prozent, ein Anstieg, den es so seit 2009 nicht mehr in Neuseeland gab. „Diese Entwicklungen und eine Omikron-Welle setzen den ohnehin schon engen Arbeitsmarkt 2022 weiter unter Druck“, erklärt ASB Senior Wirtschaftswissenschaftler Mark Smith. „Es fehlt schlichtweg in vielen Sektoren an Personal.“

Nach neusten Umfragen und Statistiken ist auch die Bereitschaft trotz der Pandemie abzuwandern, immer größer. Besonders junge Menschen zieht es aus Neuseeland heraus, sie wollen nach den langen Monaten des Wartens internationale Erfahrung sammeln und verlassen Neuseeland. So sind dem Land faktisch bereits 4.000 Menschen verloren gegangen, deren Unzufriedenheit und Ungeduld über die bislang geschlossenen Grenzen sie nach Australien oder Übersee zog. „Es kann doch keiner wirklich sagen, was in der Zukunft bezüglich der Pandemie noch passiert. Ich bin es leid zu warten und suche jetzt internationale Erfahrung und eine bessere Bezahlung, erklärte beispielsweise Ingenieurin Gabi Steer, bevor sie nach England abwanderte. So wie ihr ergeht es vielen Neuseeländern und der ohnehin schon überlastete Arbeitsmarkt gerät dadurch weiter ins Wanken. „Die Lage wird wirklich problematisch und erhöht die Probleme, beispielsweise im Gesundheitssektor, weiter“, gibt Erica Stanford, Immigrations- und Bildungssprecherin der National Partei zu bedenken. „Wir müssen jetzt wirklich versuchen, unsere jungen talentierten Arbeitskräfte zu halten!“ Die sogenannte ‚Brain Drain‘, die Abwanderung von gut ausgebildeten Fachkräften ins Ausland, soll gestoppt werden.

Die Labour Partei und im speziellen die Premierministerin musste durch die Begebenheiten und die Unzufriedenheit der Bevölkerung jetzt schnell reagieren. Ihr Beliebtheitsgrad sank in den letzten Umfragen deutlich, so dass nun die Entscheidung, sich der Welt wieder zu öffnen, sehr begrüßt wurde.

Phase 1 des Stufenplans – Kiwis aus Australien nach Hause holen, 28. Februar 2022

Neuseeländer, die in Australien festhängen, können ab dem 28. Februar endlich ohne in die gemanagte Quarantäne-Einrichtung zu müssen, nach Hause reisen. Kiwis dürfen dann aus Australien einreisen, wenn sie voll geimpft sind und sich danach in Selbstisolation begeben. Das große Thema war bislang, einer der begehrten und sehr begrenzten Plätze in einer der Quarantäneeinrichtungen MIQ zu bekommen, was damit wegfällt.

Zudem wird die Einreise für Arbeitskräfte in bestimmten Berufssektoren mit Hilfe der sogenannten Border Exceptions weiterhin möglich sein. Dazu gehören beispielsweise Farmmanager, Tierärzte, Lehrer oder Tech Workers. „Mit Hilfe des Critical Purpose Visitor Visa bekomme ich diese Personen nach Neuseeland, wenn sie hier bereits einen Job gefunden haben und in manchen Fällen ein Minimumgehalt verdienen“, weiß der Immigrationsberater. „Wer dann erst einmal im Land ist, für den können wir das entsprechende Arbeitsvisum beantragen.“ Neuseeland sucht hier top qualifizierte Leute, die den Arbeitsmarkt deutlich entlasten können.

Mit der Ankunft bekommen diese geimpften Personen den ersten Schnelltest, der dann nach fünf Tagen wiederholt wird. Positive Schnelltests müssen mit einem PCR Test bestätigt werden.

In Zuge der Selbstisolation werden im Laufe der kommenden Monate dann einige Hotels, die derzeit als Managed Quarantine Fascilities umfunktioniert sind, wieder in Gästehäuser zurück verwandelt werden.

Phase 2 – Grenzöffnung für Working Holiday Visa, Studenten & Arbeiter, 14. März 2022

Die zweite Stufe der Grenzöffnung erlaubt schon wesentlich mehr Besuchern rund um den Globus, nach Neuseeland zu fliegen. Auch hier dürfen bestimmte Berufsgruppen, in deren Sektor der Arbeitsmarkt stark unter Druck steht, mit einem Joboffer über die Border Exception einreisen. „Dazu gehören die Critical Worker auf den entsprechenden Listen, so wie Farmmanager oder Personal aus dem IT-Bereich“, berichtet Peter Hahn. „Außerdem gibt es eine Auffangkategorie für Skilled Worker, die ein Minimumgehalt vom 1,5-fachen des Durchschnittsgehalts vorweisen können. Das ist momentan ein Bruttojahresgehalt von 84.240 NZD.“

Für Interessierte ist deshalb jetzt ein sehr guter Zeitpunkt, sich nach einem Job in Neuseeland umzusehen. „Neuseeland sucht dringend qualifizierte Bewerber und sobald sie ein Joboffer in der Tasche haben, kann ich für meine Kunden die nötigen ersten Schritte zur Einreise, Arbeit oder Einwanderung einleiten.“

 

„Besonders für viele junge Deutsche ist das Working Holiday Visum in Neuseeland interessant, welches tatsächlich wieder am 14. März 2022 zur Einreise genutzt werden kann“, verrät Peter Hahn. Der Immigrationsberater weiß um die vielen reisehungrigen jungen Menschen, die bereits in den Startlöchern stehen und nur darauf warten, endlich wieder die Welt erkunden zu können. „Neuseeland war und ist eines der Traumziele für viele. Das Visum kann in Kürze auch wieder ganz simpel von allen online beantragt werden, die zum Zeitpunkt der Antragstellung noch jünger als 31 sind. Man hat dann ein Jahr Zeit für die Anreise“, erklärt der Immigrationsberater. Ein Working Holiday Visum berechtigt den Halter, dann ein Jahr in Neuseeland herum zu reisen und zu arbeiten. Für saisonale Sektoren in Neuseeland, wie den Tourismus, die Gastro-Branche oder die Landwirtschaft, bedeutet das eine enorme Entlastung.

Auch in Phase 2 gilt nach Einreise für vollständig Geimpfte die Selbstisolation, die allerdings nun auf sieben Tage verkürzt und zusätzlich mit mehreren Schnelltests während dieser Zeit angesetzt wird. „Übrigens, wer die Selbstisolation auf die leichte Schulter nimmt und erwischt wird, muss mit Strafen bis zu 12.000 NZD rechnen“, warnt Peter Hahn.

Phase 3 – Studieren pünktlich zu Semesterbeginn, 13. April 2022

Bis zu 5.000 internationalen Studenten soll die Tür nach Neuseeland in Step drei ermöglicht werden, damit sie zum Semesterbeginn am 24. Juli 2022 vor Ort sein können. „Ob es ein Auswahlverfahren geben wird, wie beispielsweise nach Bewerbungsreihenfolge oder Wahl des Studiengangs, ist leider momentan noch nicht klar“, gibt Peter Hahn zu bedenken. „Für viele Neuseelandinteressierte ist der Weg über einen Studienaufbau in Neuseeland auch manchmal die Möglichkeit, ohne ein Joboffer einzuwandern“, gibt der Einwanderungsberater als Tipp. „Mit dem sogenannten Student Pathway, bekommt man nach erfolgreich abgeschlossenem Studiengang für drei Jahre ein Work Visum und mit diesem ist die Jobsuche dann deutlich leichter als ohne Arbeitserlaubnis. Zudem hat man die Chance, Neuseeland selbst, die Lebens- und Arbeitsbedingungen schon einmal ganz unverbindlich kennenzulernen vor Ort und wichtige Kontakte zu knüpfen.“

Auch Visahalter, die bereits ein temporäres Visum jeglicher Art für Neuseeland besitzen, jedoch aufgrund ihres Aufenthalts außerhalb Neuseelands bislang nicht einreisen durften, haben jetzt die Möglichkeit mit ihrem Visum ins Land zu gelangen.

Auch in Phase drei müssen sich die Einreisenden in siebentägige Selbstisolation begeben und während dieser Zeitspanne immer wieder mit Schnelltests auf Corona überprüfen.

Phase 4 – Neuseeland öffnet sich der Welt, spätestens ab Juli 2022

Spätestens ab Juli dieses Jahres sollen die Grenzen dann für alle Reisenden aufgehen, die geimpft sind und aus einem der sogenannten Visa Waiver Countries kommen, zu denen Deutschland gehört. Ohne vorherige Beantragung eines Besuchervisums dürfen dann auch Touristen einreisen, um in Neuseeland Urlaub zu machen. „Ob man bis dahin dann noch eine Woche in Selbstisolation muss, was für Touristen ja recht unkomfortabel wäre, ist noch nicht klar“, bemerkt Peter Hahn und verspricht, Updates zu geben, sobald weitere Details bekannt werden.

„Im Juli 2022 tritt dann auch das neue Accredited Employer Work Visa in Kraft. Wer dann nach Neuseeland einwandern möchte, braucht ein Joboffer, kann jedoch bereits mit einem Arbeitsvisum einreisen und muss nicht den Umweg über ein Critical Purpose Visitor Visa gehen“, so der Einwanderungsberater. „Allerdings muss der Job mit einem Verdienst über dem ‚Median Wage‘, dem Mindestgehalt von 27 NZD pro Stunde oder einem Jahresbrutto von 56.160 NZD datiert sein.“

Phase 5 – Neuseeland und der Rest der Welt, Oktober 2022

„Dieser Step ist eigentlich für Deutsche uninteressant, denn nun öffnet die Grenze auch für alle Länder, die normalerweise VOR der Anreise ein Besuchervisum beantragen müssen, wie beispielsweise Indien.“ Das betrifft sowohl Geschäftsreisende als auch Touristen.

 

Eine Übersicht aller geplanten Schritte und Details gibt es HIER.

„Alles in allem sind das dennoch wirklich gute Neuigkeiten. Und für viele Neuseelandfans hat das Warten nun endlich ein Ende. Es gibt kaum einen besseren Zeitpunkt für die Jobsuche und ein Einleiten der ersten Schritte für ein neues Leben oder eine ausgedehnte Reise in Neuseeland“, schließt Peter Hahn.

Neuseeland verkündet Stufenplan zur Grenzöffnung

Wer kann wann wieder einreisen?

Nach vielen wissenschaftlichen Expertenmeinungen und Beratungen der neuseeländischen Regierung, hat Premierministerin Jacinda Ardern nun innerhalb kürzester Zeit Strategien und einen Stufenplan veröffentlicht, wie man künftig die Einreise nach Neuseeland wieder langsam ermöglichen könnte. Auch wenn einige Details noch nicht konkret sind und viele Punkte flexibel gehalten werden sollen, zeichnet sich doch eine Vorgehensweise zu einer Grenzöffnung Anfang 2022 und so ein Hoffnungsschimmer für viele Interessierte ab. Gleichzeitig befindet sich das Land nach langer Zeit ohne Ausbruch gerade im Lock Down – wenige mysteriöse COVID-Fälle sind aufgetreten.

Strategie 1 – Impfkampagne in Neuseeland beschleunigen

Ein Land ist in Aufruhr, Geschäfte geschlossen, Schulen gesperrt. Was für die meisten Länder der Welt seit der Pandemie nahezu zur Normalität geworden ist, hat für Neuseeland Katastrophencharakter. Hamsterkäufe in den Supermärkten und eine fieberhafte Suche nach der Ursache des Miniausbruchs haben begonnen. Die Feststellung der Delta-Variante bei einer Person macht der neuseeländischen Politik große Sorgen. Mittlerweile wurde auch Flugpersonal positiv getestet. Für die Ausbruchsregionen Auckland und Coromandel bestehen derzeit erst einmal sieben Tage lang Lock Down, der Rest des Landes muss für drei Tage zu Hause bleiben.

„Bislang konnten sich oft nur priorisierte Neuseeländer gegen COVID19 impfen lassen, jetzt will die Regierung das Roll Out des Impfstoffs deutlich beschleunigen“, berichtet der Neuseeland-Experte und langjährige Einwanderungsberater Peter Hahn. „Konkret heißt das, wer über 18 Jahre alt ist, soll ab September einen Impftermin zugesichert bekommen.“ Auch der Abstand zwischen der ersten und der zweiten Impfung wird, ähnlich wie in Europa, von 21 Tage auf sechs Wochen verlängert. So will man möglichst viele Menschen im Falle einer kursierenden Delta-Variante zumindest einfach schützen. Der Fokus der Regierung liegt darauf, weder regionale noch ethnische ‚Black Holes‘ entstehen zu lassen, also Gebiete oder Bevölkerungsgruppen, die nicht an den Impfstoff kommen. Idealerweise erhofft man sich, dass im Laufe des Dezembers bis zu 90 Prozent der Bevölkerung geimpft sein werden. „Es macht keinen Sinn, jetzt während der Impfkampagne zu schnell die Grenzen zu öffnen. Das haben wir in vielen Ländern gesehen“, erklärt die Premierministerin in ihrer Ansprache. „Erst wenn unsere Bevölkerung ausreichend geschützt ist, kann sukzessive eine Grenzöffnung angegangen werden. Ansonsten würden wir all die Vorteile und Freiheiten, die wir uns in den letzten Monaten hart erarbeitet haben, einfach aufgeben. Ich denke da an eine stabile Wirtschaft, reduzierte Lock Downs und die Sicherheit der Menschen hier!“

Wirtschafts-Boom trotz Pandemie

In über einem Jahr war die Arbeitslosigkeit in Neuseeland noch nie so niedrig wie derzeit – trotz der vielen Negativauswirkungen der Pandemie. Neuseelands Wirtschaft boomt und das, obwohl der internationale Tourismus fast zu 100 Prozent eingebrochen und zweitgrößter Wirtschaftsfaktor des Landes ist. In Aotearoa scheint man alles richtig gemacht zu haben, denn so einen starken Rückgang im Quartal gab es nicht, seit Statistics New Zealand im Jahr 1986 mit den Aufzeichnungen begann. Selbst die Prognosen der Wirtschaftswissenschaftler wurden noch übertroffen. 28.000 neue Jobs im vergangenen Quartal und eine Arbeitslosenquote von nur vier Prozent und das, trotz der momentanen Wintersaison Downunder. Das zählt schon fast als Vollbeschäftigung. „Einher gehen die positiven Zahlen mit weniger Empfängern von Sozialleistungen, gestiegenen Stellenangeboten und sogar Engpässen auf dem Arbeitsmarkt in bestimmten Sektoren“, erklärt Seniormanager von Statistics New Zealand Sean Broughton. Auch viele Arbeitsvermittlungen und Head Hunter berichten von einem ‚Kampf um die Arbeitskräfte‘ auf dem Stellenmarkt. Die starke neuseeländische Wirtschaft zeigt sich zudem in einer gestiegenen Anzahl von Gesamtarbeitsstunden und einer Lohnsteigerung von 2,2 Prozent pro Jahr.

Strategie 2 und Status Quo

Die Regierung will nach jetzigem Stand im Gegensatz zu den meisten anderen Ländern, ihre Eliminierungs-Strategie im Hinblick auf Corona weiterführen. „Das heißt im Klartext, auch wenn die Grenzen aufgehen, will man das Virus im Land eliminiert sehen, kleinere Ausbrüche schnell wieder in den Griff bekommen und im Zweifelsfall die Grenzen auch flexibel wieder schließen“, erklärt der Einwanderungsberater Peter Hahn die momentane politische Situation. „Jacinda Ardern macht in ihrer Mitteilung auch ganz deutlich, dass alle Punkte, Maßnahmen und Schritte, welche man derzeit plant, immer unter Vorbehalt zu sehen sind!“ Sollte sich etwa eine neue Virusvariante breit machen, sich innerhalb Neuseelands etwas ändern, wie beispielsweise die Impfkampagne stocken oder es neue wissenschaftliche Erkenntnisse geben, behält sich die Politik unter allen Umständen die Freiheit vor, flexibel auf alle Abweichungen vom heutigen Stand zu reagieren.

Einführung von Pathways für die Einreise 2022

Kurz nach der offiziellen Pressemitteilung der Premierministerin verkündete sogar das ZDF, dass Neuseeland nun die Grenzen für Reisende wieder öffnen werde. „Also ganz so euphorisch wäre ich da nicht“, erklärt Peter Hahn. „Vor allem was den regulären Tourismus anbelangt, gibt es da noch einige Hürden und ziemlich viele Abstufungen, wer künftig ins Land darf und wer nicht.“

Geplant ist derzeit eine dreistufige Kategorisierung nach Low Risk Countries, Medium Risk Countries und High Risk Countries. Anhand welcher Kriterien genau dann diese Einteilung des Herkunftslandes eines Einreisenden getroffen werden, ist noch nicht bekannt. Wenn alles nach Plan verläuft, ohne dass weitere Anpassungen erforderlich sind, könnte die Grenzöffnung laut derzeitiger Aussage der Politik im ersten Quartal 2022 beginnen. „Wer dann aus einem sogenannten Low Risk Country einreist, doppelt geimpft und getestet ist, muss nicht in Quarantäne“, berichtet Peter Hahn. „Reisende, die aus einem Medium Risk Country ins Land kommen aber geimpft und getestet sind, müssen in eine modifizierte Isolation. Ob dies dann eine verkürzte Quarantäne oder eine Art Selbstisolation ist, steht momentan noch nicht fest“, so der Einwanderungsberater. „Für alle, die aus einem High Risk Country einreisen oder Traveller, die nicht geimpft sind gilt: Sie müssen für zwei Wochen in eine gemanagte Quarantäneeinrichtung.“

Wiedereröffnung Neuseelands für die Welt

Getrennte Familien und Freunde zusammenbringen, den Tourismus ankurbeln, benötigte Arbeitskräfte ins Land holen – die Verbindung von Neuseeland und dem Rest der Welt wird 2022 aller Voraussicht nach wieder in Gang kommen: „Ich könnte mir gut vorstellen, dass man sich zunächst bei der Einreise erst einmal auf Personen beschränkt, die beispielsweise ein Arbeitsvisum haben oder auf zurückkehrende Neuseeländer. Es könnte auch sein, dass in der ersten Phase der Grenzöffnung nur Reisende aus Low Risk Countries ins Land dürfen“, spekuliert Peter Hahn. „Da könnte es vermutlich noch viele andere Schritte geben oder es wird nach weiteren Unterschieden priorisiert.“ Mehr Details sollen im September bekanntgegeben werden. In der Zwischenzeit will man neue Test-Technologien und Schnelltest-Möglichkeiten, sowie effiziente Scan-Methoden für die Flughäfen suchen und etablieren. Zudem soll es noch bis Ende 2021 ein Pilotprojekt geben, in dem reisende Neuseeländer anstelle der offiziellen Quarantäne nach der Einreise in Selbstisolation gehen sollen.

Neuseeland beliebter denn je

Trotz der monatelangen Abschottung ist Neuseeland heute beliebter denn je. Seit Jahrzehnten sehnt sich die Menschheit nach einem sicheren Zufluchtsort im Krisenfall und immer wieder taucht bei diesen Debatten ganz vorne Neuseeland auf. Die Atomwolke, Vogelgrippe, Schweinepest, Finanzkrisen, Flüchtlingswellen und nicht zuletzt der Klimawandel mit Sturmfluten, Hitzewellen und Waldbränden, sowie die Corona-Pandemie – Forscher haben jetzt erneut herausgefunden, welche Länder im Falle einer globalen Katastrophe die sichersten Orte der Welt sind. In einer neuen Studie der britischen Angelia Ruskin University führt Neuseeland die Liste der fünf sichersten Länder der Welt an. Ihnen werden die besten Chancen ausgerechnet, dass deren Bevölkerung die zukünftigen Bedrohungen und einen globalen Zusammenbruch der Gesellschaft überstehen könnten. Mit auf der Liste stehen auch Grönland, Großbritannien, Tasmanien und Irland. Aled Jones vom Global Sustainability Institute der Universität erklärte, dass komplexe Gesellschaften und ein Inselstatus die besten Voraussetzungen seien, im Notfall auch entsprechende Kapazitäten zu haben, autonom zu funktionieren. Untersucht und eingestuft wurden dabei die Fähigkeit, im Krisenfall selbst Nahrung für die Bevölkerung anzubauen, die Grenzen vor Massenmigration zu schützen, ein autonomes Stromnetz und Produktionskapazitäten aufrechterhalten zu können.

Neben dem Trumpberater und amerikanischen Investor Peter Thiel aus dem Silicon Valley hat sich kürzlich auch Google Boss Larry Page die neuseeländische Residency über die Investor Kategory gesichert. Auch Peter Hahn kann den Trend bestätigen: „Das Interesse an Neuseeland als ‚safe haven‘ ist riesengroß. Ich vermute mal, dass sich die Einwanderung parallel zur Grenzöffnung ebenfalls wieder normaler entwickeln wird im Laufe des nächsten Jahres“, resümiert der Einwanderungsberater. „Die Wirtschaftslage zeigt deutlich, dass Neuseeland Kapazität hat, attraktiv ist und es einen großen Bedarf an qualifizierten Arbeitskräften gibt!“

 

Zumindest gibt es jetzt ein Licht am Ende des Tunnels der Abgeschiedenheit. Am Ende ihrer Rede zitierte Premierministerin Jacinda Ardern den wissenschaftlichen Berater Professor Skegg: „Es wird wie nach 9/11 sein, die Grenze wird nie wieder so funktionieren wie vor COVID. Dinge können sich ändern aber die Menschheit kann darauf reagieren und wir können uns auf Neues einstellen. Irgendwann wird sich dann das Neue wieder ganz normal anfühlen.“

Impfungen, Testungen an den Grenzen und das Überwachen von Symptomen wird künftig bei internationalen Reisen zur unverzichtbaren Grundlage werden. „Eine gänzlich quarantänefreie Reiseoption für Touristen nach Neuseeland wird realistisch jedoch noch ein paar Monate dauern.  Aber dass eine Zuflucht nach Neuseeland überhaupt wieder möglich wird, ist doch die beste Aussicht momentan“, schließt Peter Hahn.